Lebenswerk zerfällt: Formel-1-Fabrik von Michael Schumachers Ex-Guru (†64) verwüstet

Adelaide 1994: Weltmeister Michael Schumacher feiert mit Benetton-Chefingenieur Tom Walkinshaw (l.) und Teamchef Flavio Briatore.
Adelaide 1994: Weltmeister Michael Schumacher feiert mit Benetton-Chefingenieur Tom Walkinshaw (l.) und Teamchef Flavio Briatore.

Leafield –

Es sind Bilder, die einem echten Formel-1-Fan die Tränen oder Zornesfalten ins Gesicht treiben. Bilder, die von blinder Zerstörungswut zeugen.

Im englischen Dorf Leafield wurde die frühere Formel-1-Fabrik von Tom Walkinshaw (†64), dem 2010 verstorbenen Ex-Benetton-Boss von Michael Schumacher (51), von Vandalen verwüstet.

Die Deckenverkleidungen wurden herunter- und Leitungen herausgerissen, Sanitäranlagen zerstört und alles mit Graffiti besprüht. Trauriges Ende für Walkinshaws einst so innovative Renn-Fabrik.

Tom Walkinshaws Lebenswerk zerfällt

Fabrik_Leafield
In der alten Caterham-Fabrik in Leafield haben Vandalen gewütet.

In Leafield, gut 50 Kilometer westlich vom Silverstone Circuit entfernt, hatte sich der 1994 mit Schumi Weltmeister gewordene Technik-Guru ab 1996 seinen Traum vom eigenen Team erfüllt.

Arrows, das waren die von Ex-Formel-1-Fahrer Jackie Oliver (77) mit Franco Ambrosio, Alan Rees, Dave Wass und Tony Southgate gegründeten „Gold-Pfeile“, in denen 1979/80 Jochen Mass (73) Gas gab.

Unter Walkinshaws Regie fuhren unter anderem Damon Hill (59), Jos Verstappen (47) und Heinz-Harald Frentzen (52) in aerodynamisch innovativen, aber untermotorisierten Orangen-Kisten – schon mit Sponsor Red Bull.

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Arrows_Jos_Verstappen
Auch der Niederländer Jos Verstappen (r.) fuhr einst für das Arrows-Team mit Technikchef Mike Coughlin (l.) und Ingenieur Chris Dyer.

Ehemaliges Formel-1-Werk mehrfach weiterverkauft

Trotzdem ging Walkinshaw nach dem Deutschland-GP 2002 die Luft aus. Am 13. Januar vor 17 Jahren musste seine Arrows Grand Prix International Ltd. liquidiert werden und er verkaufte seine Autos an Minardi-Besitzer Paul Stoddart (64). Der wiederum reichte sie Ende 2005 an Aguri Suzuki (59) weiter, dessen Super-Aguri-Team aber im Juli 2008 in Leafield aufgeben musste.

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Danach erwarb der bayerische Zulieferer Franz Hilmer (55) das Werk und wollte als „Brabham Grand Prix Limited“ in der Formel 1 starten. Doch als dies Sir Jack Brabham (†88) gerichtlich verbot, verkaufte Hilmer die Fabrik 2012 an das Lotus-Nachfolge-Team Caterham.

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Die Fabrik der früheren Formel-1-Teams Arrows, Super Aguri und Caterham in Leafield/Oxfordshire verfällt immer mehr.

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Aber auch Caterham ging zwei Jahre später pleite. Walkinshaws Lebenswerk gehört seitdem der Bank BNP Parisbas und zerfällt immer mehr.