Zwei große Namen signalisieren Interesse – kommt erst im Sommer ein neuer HSV-Boss?
Seine Handlungsfähigkeit stellte der HSV gerade erst in dieser Woche unter Beweis. Finanzvorstand Eric Huwer und Sportdirektor Claus Costa finalisierten den Deal mit Southamptons Leih-Stürmer Damion Downs und tüteten den ersten Zugang des Winters ein. Grundsätzlich aber will und wird der Aufsichtsrat des Vereins die Lücke schließen, die nach dem Abgang von Sportvorstand Stefan Kuntz entstanden ist. Doch bis es zu einer Lösung kommt, könnten noch einige Monate vergehen.
Kurz nach Neujahr hatten sich die Wege getrennt, der HSV kam Kuntz’ Bitte um eine Vertragsauflösung wegen privater Gründe nach. Seitdem stellt sich die Frage: Wer wird sein Nachfolger? Und wann? Eine komplizierte Angelegenheit, die zügig für Spekulationen sorgte. Dass dies zu den Automatismen der Branche gehört, ist den HSV-Aufsichtsräten bewusst. Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Kontrolleure haben sich noch nicht darüber verständigt, welches Anforderungsprofil der Kuntz-Nachfolger erfüllen soll.
HSV-Bosse haben noch kein klares Sportvorstand-Profil
Schon jetzt zeichnet sich allerdings ab, dass es diesbezüglich im Rat unterschiedliche Auffassungen gibt. Braucht der HSV erneut einen größeren Namen an der Spitze, wie es Ex-Europameister Kuntz war? Einen Mann, der sich auch mal medienwirksam stellt, wenn Sturm aufkommt? Oder soll der Neue in erster Linie gut zu Huwer passen, dem künftig eine noch größere Bedeutung zukommen könnte? Von der Beantwortung dieser Frage wird es abhängen, auf welche Kandidaten sich die HSV-Räte fokussieren werden.
In jedem Fall hat Kuntz’ überraschender Abgang in der Branche und bei potenziellen Kandidaten für großes Interesse daran gesorgt, wie es beim HSV weitergeht. Naturgemäß könnten nun auch Anwärter eine Rolle spielen, mit denen sich der Verein bereits vor Kuntz’ Inthronisierung im Sommer 2024 befasste und von denen er teilweise in der Vergangenheit Absagen kassierte.
Kuntz-Nachfolger: Rangnick oder Bierhoff sind denkbar
Zu ihnen zählt Ralf Rangnick. Der 67-Jährige, der Österreich erstmals nach 28 Jahren zu einer WM führte, spricht derzeit mit dem Verband darüber, wie es für ihn nach dem Turnier im Sommer weitergeht. Dann endet Rangnicks Vertrag, die Zeichen deuten eher auf einen Abschied hin. Möglichst bis Ende dieses Monats soll Klarheit herrschen.
Verlässt Rangnick den ÖFB, könnte er erneut Thema beim HSV werden. Nach MOPO-Informationen würden ihn ein Engagement in Hamburg und die damit verbundene Rückkehr in die Bundesliga grundsätzlich reizen. Kommen könnte es dazu jedoch nur, wenn der HSV bis Sommer auf Rangnick warten würde – und tatsächlich erneut auf einen großen Namen setzen möchte. Ähnlich verhält es sich auch mit Ex-DFB-Boss Oliver Bierhoff. Auch er soll nicht abgeneigt sein, wäre allerdings schon früher verfügbar.
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Welche Zeitfenster und strategische Richtung die HSV-Räte auch bevorzugen werden: Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass das Interesse am Kuntz-Job riesig ist – ohne, dass überhaupt schon potenzielle Nachfolger kontaktiert wurden.