HSV
„Wollte das unbedingt“: Elfadli spricht über seinen Wechsel vom HSV nach Österreich
Statt beim HSV nur Ersatz zu sein, lässt sich der Defensivspezialist an den Linzer ASK ausleihen – und spielt dort Champions League. Gehen auch Muheim und Pherai?
Immanuel Pherai und Joel Agyekum haben auch am Mittwoch mit ihren HSV-Kollegen trainiert. Zwei andere Wechselkandidaten fehlten hingegen: Miro Muheim und Daniel Elfadli. Während der zuletzt angeschlagene Schweizer im Kraftraum übte, war der Deutsch-Libyer gar nicht im Volkspark. Das Transfer-Aufsehen rund um den Verein ist noch nicht vorbei.
Nach MOPO-Informationen war Elfadli schon am Mittwochvormittag unterwegs, um mögliche Wechseloptionen zu prüfen. Österreich kristallisierte sich als favorisiertes Ziel heraus. Dort konnten noch bis Donnerstag (17 Uhr) Spieler anderer Klubs verpflichtet werden – und es ist der Linzer ASK, für den sich Elfadli entschieden hat.
Daniel Elfadli wechselt vom HSV zum Linzer ASK nach Österreich
Der 29-Jährige wird für eine Saison an den amtierenden Meister aus der Alpenrepublik ausgeliehen und dort die Möglichkeit haben, in der Champions League aufzulaufen. Am Mittwochabend machten die Klubs den Deal offiziell. „Hey Fans, Fadli hier. Ich freue mich sehr, hier zu sein, und kann es kaum erwarten, in der Raiffeisen-Arena vor euch zu spielen“, sagt der Verteidiger in einem Video auf dem Instagram-Kanal des LASK.
Es ist ein guter Schritt für mich, und ich bin davon überzeugt, dass ich dem Verein weiterhelfen kann.
Auf der Vereinshomepage wird Elfadli so zitiert: „Ich finde die Aufgabe extrem spannend. Ich wollte unbedingt eine neue Erfahrung sammeln, auch international. Mein erster Eindruck ist sehr gut: Hier arbeiten sehr nette Menschen, und ich glaube, dass ich mich schnell wohlfühlen werde. Es ist ein guter Schritt für mich, und ich bin davon überzeugt, dass ich dem Verein weiterhelfen kann.“
„Aufgrund der Konkurrenzsituation ist seine Chance auf Spielzeit bei uns zuletzt kleiner geworden. Mit der Leihe zum LASK hat sich nun eine tolle Möglichkeit für ihn aufgetan, die wir ihm nicht verbauen wollten“, erklärt HSV-Sportdirektor Claus Costa. „Wir sind fest davon überzeugt, dass Fadli mit seiner Vielseitigkeit und Persönlichkeit auch für sein neues Team eine Bereicherung sein wird. Wir wünschen ihm viel Erfolg in Österreich.“
In der Königsklasse gegen Real Madrid und Liverpool
Der LASK hatte sich in den Play-offs zur Königsklasse dramatisch gegen Celtic Glasgow durchgesetzt: Nach einer 0:3-Auswärtsniederlage gelang im Rückspiel ein fulminanter 5:1-Erfolg nach Verlängerung. In der Gruppenphase des prestigeträchtigen Wettbewerbs trifft Linz in den kommenden Wochen und Monaten auf Real Madrid, den FC Liverpool, den FC Porto, Sporting Lissabon, Fenerbahçe Istanbul, Slovan Bratislava, AEK Athen und FK Bodø Glimt. Es sind spannende Aussichten für Elfadli, der beim HSV noch bis 2028 unter Vertrag steht.
Das Transferfenster in Deutschland hatte bereits am Dienstagabend um 20 Uhr geschlossen. Wenige Stunden zuvor hatte Merlin Polzin über Elfadli gesagt: „Es ist kein Geheimnis, dass er sich Gedanken über seine Zukunft macht.“ Ähnlich direkte Worte vermied der Trainer zwar bei Muheim, bei dem ein Abgang ebenfalls weiterhin im Raum steht. Klar ist aber, dass der HSV mit David Møller Wolfe eine neue Top-Lösung für die linke Schiene verpflichtet hat, um den Konkurrenzkampf zu erhöhen.
HSV-Trainer Polzin erklärt seine Kader-Gedanken
„In den letzten Jahren waren wir dort eher weniger so besetzt, dass jemand Miro Konkurrenz macht und ihn zu besseren Leistungen pusht“, erklärte Polzin. Intern sei man sich bewusst gewesen, „dass wir nicht mit Louis Lemke als 16-Jährigen voll in die Saison gehen, sondern da etwas machen wollen“.
In den letzten Jahren waren wir dort eher weniger so besetzt, dass jemand Miro Konkurrenz macht und ihn zu besseren Leistungen pusht.
Møller Wolfe schließt diese Lücke und feierte am Mittwoch sein Trainingsdebüt auf dem Rasen. Muheim wiederum blieb in den Katakomben – seine Zukunft gilt vorerst als offen.
HSV-Zukunft von Muheim und Pherai weiter offen
Auch Pherai könnte sich noch verändern. Der Mittelfeldmann war erneut beim Training dabei, Polzin wusste tags zuvor aber zu berichten: „Manu spürt, dass die Aussicht auf Spielzeit durch unsere Verpflichtungen nicht mehr wird, er sich aber zugleich in einer wichtigen Phase seiner Karriere befindet.“
Der Coach führte aus: „Er hat eine tolle Rückrunde in Elversberg gespielt und sicherlich den Anspruch, zu spielen. Wenn wir ihm das nicht in Aussicht stellen können, dann ist es normal, dass er sich Gedanken macht. Das tut er mit seinen Beratern.“ So weit wie bei Elfadli ist es bei Pherai aber noch nicht.
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