Aktuelle Nachrichten aus Hamburg, der Welt, zum HSV und der Welt der Promis.
Abmelden

Wolf vor dem Aus: Holt der HSV zum dritten Mal Bruno Labbadia als Trainer?

Bruno Labbadia hat schon zwei Amtszeiten als Trainer des HSV hinter sich.

Bruno Labbadia hat schon zwei Amtszeiten als Trainer des HSV hinter sich.

Foto:

Bongarts/Getty Images

Keine Freude mehr im Volkspark, nur noch großes Geklirre. Der HSV kehrt die Scherben der Saison auf, noch bevor sie beendet ist. Schon vor dem Liga-Abschluss am Sonntag gegen Duisburg (ab 15.30 Uhr im MOPO-Liveticker) steht fest, dass der Verein zweitklassig bleibt. Für Hannes Wolf wird dies mit größter Wahrscheinlichkeit das Ende bedeuten. Beerbt werden könnte er von einem alten Bekannten: Bruno Labbadia ist definitiv ein Kandidat der HSV-Bosse!

Wie sich das anfühlt, wenn die See so rau wird, dass der Kahn kentert, bekam Wolf am Tage nach dem 1:4 in Paderborn zu spüren. „Ist der Versager immer noch da“, rief ein tief enttäuschter Anhänger, als der Trainer am Montag die Treppen in Richtung Trainingsplatz hinunter schritt. Und nochmal: „Versager!“ Wolf blickte kurz zur Seite, mit einer Mischung aus Verwunderung und Trotz, dann ging er weiter. Manchmal ist es besser, zu schweigen.

Im Video: Hier bepöbelt ein Fan HSV-Trainer Hannes Wolf

Zahlen sagen mitunter ohnehin mehr als Worte. Rang 16 in der Rückrundentabelle mit nur 16 Punkten, acht sieglose Spiele in Folge, das scheitern im Aufstiegskampf. So sieht er aus, der Schlamassel, für den Wolf sicher nicht allein verantwortlich ist, aus dem er trotz ständiger taktischer und personeller Rochaden aber auch keinen Weg hinaus fand.

Wolf wird gehen müssen, das gilt als sicher. Eine Entlassung vor dem Duisburg-Spiel wird im Vorstand des HSV ausgeschlossen. Spätestens bis Mittwoch kommender Woche steht dann aber die große Analyse der Bosse im Volkspark an. Anschließend dürfte die Trennung verkündet werden. Zurzeit bringt niemand die Fantasie auf, dass der desillusionierte Trainer den Vorstand noch mit Argumenten überzeugen könnte. Im Gegenteil. Schon nach dem Paderborn-Spiel wirkte Wolf müde und kraftlos, gab zu: „Irgendwann war es egal, wie du aufstellst und wie du einstellst, da war das Ding schon kollabiert.“ Worte, aus denen Verzweiflung sprach.

Bruno Labbadia ist in Hamburg Relegations-Held

Bruno Labbadia feiert

1. Juni 2015 in Karlsruhe: Bruno Labbadia feiert nach dem 2:1-Sieg nach Verlängerung des Relegations-Rückspiels die Last-Minute-Rettung des HSV.

Foto:

dpa

Die intensive Suche und auch Kontaktaufnahme des Vorstandes zu potenziellen Trainer-Kandidaten und deren Beratern ist im Gange. Die heißeste Spur führt dabei nach Wolfsburg. Nach MOPO-Informationen befassen sich die Bosse konkret mit der Möglichkeit, Bruno Labbadia zum HSV zurückzuholen. Der 53-Jährige, der den Verein zwischen 2009 und 2010 und ein zweites Mal von April 2015 bis September 2016 trainierte, ist im Sommer zu haben und definitiv ein Kandidat. Auch Labbadia, dieses Gerücht hält sich hartnäckig, soll Interesse daran haben, seinen Herzensverein HSV ein weiteres Mal zu übernehmen und im Sommer 2020 zurück in die Bundesliga zu führen – wenn der Vorstand um Bernd Hoffmann und Ralf Becker ihm ein schlüssiges Konzept vorlegt.

Auch Dieter Hecking ist beim HSV ein Kandidat

5F992800A9AF3C4E

Dieter Hecking hört am Saisonende in Gladbach auf.

Foto:

dpa

Was für Labbadia spräche: Er ist erfahren, strotzt vor Ehrgeiz und genießt als Retter der HSV-Relegation gegen Karlsruhe aus dem Sommer 2015 großen Rückhalt bei den Fans. Mit ihm könnte der HSV eine Art Aufbruchstimmung erzeugen.

Wichtig dabei: Ressentiments zwischen Labbadia und Hoffmann, der ihn im Frühjahr 2010 beim HSV entließ, soll es trotz der damaligen tiefen Enttäuschung des Trainers mittlerweile nicht mehr geben. Klar ist aber auch: Labbadia ist nicht der einzige Kandidat. Auch Dieter Hecking, der Gladbach im Sommer verlassen wird, zählt zu den Namen, über die sich der Vorstand Gedanken macht.