„Wird sicher ein Dämpfer gewesen sein“: Werder-Trainer mit HSV-Ansage
Nicht nur im Volkspark, auch in Bremen steigt die Anspannung vor dem Nordderby. „Die Wichtigkeit des Spiels ist uns klar“, ließ Werder-Trainer Horst Steffen vor der Partie am Sonntag (15.30 Uhr, Liveticker auf mopo.de) wissen. „Das wird sicherlich mit das emotionalste Spiel, das wir bislang hatten.“ Allerdings müssen die Bremer vor der Partie beim HSV noch um ihre beiden besten Torschützen zittern.
Vier Mal bereits traf Jens Stage in dieser Spielzeit, drei Treffer steuerte Samuel Mbangula bei. Noch aber ist nicht klar, ob das Duo beim HSV wird auflaufen können. Nach mehreren Tagen Pause trainierten beide am Freitag zwar mit dem Team, Steffen aber hält sich mit Prognosen noch zurück: „Ich hoffe und gehe davon aus, dass sie spielen können – aber ich kann es noch nicht genau sagen.“
Das letzte Derby gewann Werder 2022 im Volkspark
50 Stunden vor dem Anpfiff präsentierte sich Werders Trainer den Journalisten gut gelaunt. Mit kühlem Kopf und heißem Herzen wollen seine Profis im Volkspark bestehen. Dort, wo Werder das bis dato letzte Derby im Februar 2022 mit 3:2 gewann, damals noch in Liga zwei. „Dass da eine Brisanz auf dem Feld sein wird und dass es auch auf den Rängen so zugehen wird, dass man sich nicht sympathisch findet, ist bekannt“, weiß Steffen. „Das kann sich auf dem Spielfeld widerspiegeln mit Gesten, mit Emotionen, mit Leidenschaften, mit Zweikämpfen, mit hart umkämpften Duellen. Ich gehe schwer davon aus, dass es so kommen wird, mit einer hohen Intensität. Da müssen wir einen kühlen Kopf bewahren.“ Auch im Training stand in dieser Woche vor allem die Zweikampfführung im Fokus.

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Das Pokal-Aus des HSV gegen Holstein Kiel am vergangenen Mittwoch (2:4 im Elfmeterschießen) nutzte Steffen, um sich letzte Erkenntnisse über den Gegner zu sichern. „So spät dann noch ein Tor zu kassieren, um ins Elfmeterschießen zu gehen und da der unglückliche Verlierer zu sein, das wird sicherlich ein Dämpfer für die Stimmung gewesen sein“, so der 56-Jährige. „Aber das Spiel gegen Werder ist ein Ausnahmespiel. Da wird es glaube ich niemanden tangieren, was vier Tage vorher war. Ob es dann aber körperlich eine Rolle spielt, wird sich zeigen.“
Gegen Dortmund und Stuttgart holte der HSV zuletzt wichtige Zähler
Wie wichtig das Derby dem Bremer Anhang ist, bekam Steffen dieser Tage zu spüren, wenn er in der Stadt unterwegs war. „Der eine oder andere sagt: Übrigens, am Sonntag wird aber gewonnen, oder Trainer?“ Mit Sätzen wie diesen sei er häufiger konfrontiert worden. Auch ihn hat das Fieber längst gepackt. „Ich bin total gespannt“, bekennt der Coach, der sich der Heimstärke des HSV bewusst ist: „Ergebnistechnisch sind sie zu Hause gut unterwegs. Das haben sie nicht zuletzt in den Spielen gegen Stuttgart und Dortmund bewiesen.“ Gegen den BVB (1:1) und den VfB (2:1) holte der HSV durch Last-Minute-Treffer wichtige Punkte, liegt in der Tabelle als 13. aber noch vier Plätze und vier Zähler hinter Werder.
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Für Steffen wird es das erste Nordderby als Trainer. Volkspark-Erfahrung sammelte er in den beiden Vorjahren als Trainer der SV Elversberg, blieb aber sieglos (0:0 und 0:1). Auch als Spieler gab es für Steffen im Volkspark nichts zu ernten: Mit Uerdingen und Gladbach holte er Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre in fünf Duellen nur einen Punkt, dazu kam eine verheerende Tordifferenz von 0:12. Schnee von gestern. Am Sonntag wird nun ein neues Derby-Kapitel geschrieben – erstmals mit Steffen und HSV-Trainer Merlin Polzin als Hauptverantwortlichen ihrer Teams.
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