„Wir müssen uns nicht dafür entschuldigen“: Worauf HSV-Trainer Polzin jetzt hofft
Wenn schon Niederlagen als Erfolg und als Schritt in die richtige Richtung bewertet werden, dann ist das ein klares Zeichen dafür, dass in den Auftritten zuvor jede Menge falsch gelaufen sein muss. Nach der 1:2-Pleite gegen Hoffenheim gab es im Volkspark genau dieses Bild. Einerseits verständlich, denn die HSV-Leistung war besser als zuletzt. Andererseits aber auch gefährlich, denn in dieser Saisonphase zählen in erster Linie Punkte. Jetzt wird im Volkspark auf die Erlösung im Mai gehofft.
Als „eigentlich ganz gut“ wurde die Leistung der Hamburger von Nicolai Remberg gegen Hoffenheim bezeichnet. Trainer Merlin Polzin sprach von einem „inhaltlich sehr vernünftigen Spiel“. Am Ende war es trotzdem eine verdiente Niederlage – und damit die Fortsetzung einer Negativserie. Die jüngsten Zahlen sind ernüchternd. Die vergangenen sechs Bundesliga-Spiele wurden allesamt nicht gewonnen. Eine solche Durststrecke gab es für den HSV in dieser Saison zuvor noch nie. Aus den letzten zehn Spielen holten die Hamburger nur einen Sieg. Kein anderer Bundesliga-Klub sammelte in diesem Zeitraum weniger Punkte.
Zweimal hatte der HSV nach 30 Spielen weniger Punkte
Nur zweimal hatte der HSV in der Ersten Liga seit Einführung der Drei-Punkte-Regel (1995/96) nach 31 Spieltagen noch weniger Zähler auf dem Konto als die aktuellen 31. Das war in der Abstiegssaison 2018 und vier Jahre zuvor, als es trotz fünf Pleiten am Stück im Saisonfinale noch für die Relegation reichte. Entscheidend war damals die schwächelnde Konkurrenz im Abstiegskampf. Genau das ist diesmal wieder ein großer Hoffnungsträger – auch wenn es eigentlich keine Rolle spielen soll.

„Wir konzentrieren uns nur darauf, was wir beeinflussen können. Wir schauen nicht darauf, gegen wen und wie die anderen spielen“, meint Polzin, der für die jüngste Negativserie verschiedene Gründe nennt. Die Leistung sei im Vergleich zur Hinrunde schlechter geworden, die Gegner würden sich besser auf den HSV einstellen. Zudem seien teilweise die falschen Entscheidungen getroffen worden, auch seien nicht alle Spieler immer am Limit gewesen.

Viele Gründe, die für Polzin aber noch kein Anlass zur Sorge sind. „Wir müssen uns nicht dafür entschuldigen, dass wir auch drei Spieltage vor Schluss mit der entsprechenden Punkteanzahl vor dem Relegationsrang oder den direkten Abstiegsplätzen stehen. Dafür haben wir etwas getan und wir haben jetzt maximal Bock auf diese Phase“, sagt der HSV-Coach mit Blick auf das Saisonfinale. Und weiter: „Gerade der Mai ist im Fußball etwas ganz Besonderes. Dort findet für uns auch das nächste Spiel statt. Alle gehen in eine Richtung. Wir wollen gemeinsam den HSV in der Bundesliga etablieren. Ich bin fest überzeugt, dass uns das auch gelingt.“
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Die Wahrscheinlichkeit ist bei der Ausgangslage mit fünf Punkten Vorsprung unverändert hoch, auch wenn es noch ein Rest-Risiko gibt. Womöglich wird der HSV am Ende gar keine weiteren Zähler mehr brauchen, weil die Konkurrenz im Hintergrund so sehr hilft. Die Erlösung aus eigener Kraft muss und soll jedoch das Ziel sein. Dafür braucht es neben einer besseren Leistung auch mal wieder etwas Zählbares. Drei Spiele im Mai bleiben für ein Happy End.
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