„Wir müssen damit anfangen“: Diesen Makel will der HSV jetzt beseitigen
Das DFB-Pokal-Aus gegen Holstein Kiel war ein kurzer Zwischendämpfer, auch in der Kabine. Das bestätigt Nicolai Remberg. „Das Kiel-Spiel war nervig, weil wir es auch gewinnen konnten“, sagt der Abräumer über das 2:4 im Elfmeterschießen. „Aber das war schnell abgehakt.“ Und so ließ der HSV dem perfekten Auftakt in die besondere Heimspielwoche (2:1 gegen Stuttgart) ein perfektes Ende folgen: den Nordderbysieg gegen Werder (3:2). „Das gibt noch mal richtig Power“, ist Remberg sicher. Er weiß aber auch um einen verbliebenen Makel.
Platz 13 nach 13 Spieltagen bei sehr ordentlichen 15 Punkten. Oder wie Yussuf Poulsen am Sonntag bilanzierte: „Da kann man nicht meckern.“ Den Status quo in der Tabelle hat der HSV vor allem seiner Heimspielbilanz zu verdanken. Im Volkspark holte der Aufsteiger in dieser Saison bis dato vier Siege und ein Remis, verlor nur zweimal (0:2 gegen St. Pauli und 0:1 gegen Wolfsburg). Das macht insgesamt 13 Zähler – und den sechsten (!) Platz in der Heimtabelle.
HSV setzt auf den Volkspark-Faktor: „Das kann uns tragen“
Die Wucht des Volksparkstadions soll den HSV schließlich zum Klassenerhalt führen, auf diesen Faktor setzt nicht nur Trainer Merlin Polzin. Auch Remberg erklärt: „Die Energie, die wir gerade haben, die die Fans und die Spieler haben, die kann uns tragen – erst recht zu Hause.“ Zugleich benennt der 25-Jährige ein seit Wochen bestehendes Problem: „Auch auswärts müssen wir einfach anfangen, zu punkten. Das gehört dazu.“ Zur Tabellenrealität des HSV. Im Auswärtstableau ist Polzins Mannschaft momentan Letzter, und den letzten Punkt in der Ferne fuhr der HSV im September bei Union Berlin ein. Davor gab es auch in Mönchengladbach ein 0:0 – am ersten Spieltag Ende August.

Mehr war auswärts bisher nicht zu holen. Zur Einordnung muss allerdings erwähnt werden: Ganz unten in diesem Ranking stehen fast ausschließlich Klubs, die in dieser Saison erst sechs und nicht schon sieben Auswärtsspiele absolviert haben. So ergeht es neben dem HSV (Platz 18, zwei Punkte) auch dem 1. FC Heidenheim (Rang 17, drei Zähler), dem FSV Mainz 05 (Platz 16, vier Punkte) und dem FC Augsburg (Rang 14, auch vier Zähler). Sollten die Hamburger am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) in Hoffenheim gewinnen, wären sie definitiv nicht mehr das Schlusslicht – weil St. Pauli als derzeit 15. in dieser Tabelle (vier Punkte, aber schon eine Auswärtspartie mehr) zu Hause die Heidenheimer empfängt. Ebenfalls am Samstag. Die beiden Stadtrivalen spielen parallel zueinander.
Vor dem TSG-Spiel: Hamburg ist Letzter in der Auswärtstabelle
HSV-Profi Remberg ist in Hoffenheim gelbgesperrt, betont aber trotzdem: „Die Liga steht jetzt voll im Fokus.“ Das vermeidbare Ausscheiden im Pokal ist vergessen, der Erfolg über Bremen hat hierbei geholfen und dem Team neues Selbstvertrauen gegeben. „Aber ob Hoffenheim oder Frankfurt – in der Bundesliga gibt es generell keinen Gegner, bei dem man sagt: Egal, wer kommt, wir gewinnen mal eben“, weiß Remberg und denkt auch schon an das finale Heimspiel des Jahres gegen die Eintracht (20. Dezember). Auf seine Heimstärke konnte sich der HSV bislang meist verlassen. Sie entfaltete gegen Stuttgart und Bremen die volle Wirkung. Doch nun wartet Hoffenheim. Auswärts.
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„Ich glaube an die Truppe“, versichert Remberg und spricht von der ersten von noch zwei „harten Aufgaben“ vor der Winterpause. Bei der TSG will der HSV den Makel, Letzter in der Auswärtstabelle zu sein, beseitigen. Danach gegen Frankfurt soll die Krönung her. „Wenn wir jetzt noch beide Spiele gewinnen, wäre das überragend“, sagt Remberg. „Dann stehen wir alle da und sagen: So kann man Weihnachten feiern. Das wären 21 Punkte. Das ist mein Wunsch.“
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