Winter-Wechsel geplatzt: Kommt BVB-Talent Kabar im Sommer zum HSV?
Fünf neue Profis verpflichtete der HSV in der zurückliegenden Winter-Transferperiode – viel fehlte nicht und das halbe Dutzend wäre voll gewesen. Der Transfer von Dortmunds Talent Almugera Kabar war eigentlich so gut wie fix, scheiterte aber in letzter Minute, weil der 19-Jährige aus Verletzungsgründen nicht sofort einsatzbereit gewesen wäre. Doch bereits in wenigen Wochen könnte das Thema erneut Fahrt aufnehmen.
Es wäre die Auswärtsfahrt gewesen, die sich Kabar bereits an seinem ersten HSV-Tag fett im Kalender markiert hätte. Am Samstag gastieren die Hamburger in Dortmund (18.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de), für den Linksverteidiger wäre es fraglos das Highlight der Rückrunde gewesen. Doch Kabar wird nicht mit an Bord sein, wenn sich der HSV-Tross bereits am Freitag mit dem Mannschaftsbus auf den Weg ins Ruhrgebiet macht. Weil die HSV-Ärzte nach dem Medizincheck Bedenken äußerten.
Kabars Wechsel vom BVB zum HSV stand im Winter unmittelbar bevor
Dabei war am Nachmittag des 31. Januar schon alles angerichtet für den nächsten Transfer. Mit dem BVB war sich der HSV über eine Leihe mit Kaufoption einig, auch mit dem Spieler war grundsätzlich alles klar. Nach wochenlangen Gesprächen reiste Kabar abschließend nach Hamburg und sollte fortan als Backup für Miro Muheim die linke Defensivseite bereichern. Nach seinem Medizin-TÜV verfolgte er das überraschende 2:2 des HSV gegen die Bayern von der Tribüne aus, später kehrte er dann aber doch wieder nach Dortmund zurück – und begab sich nicht, wie geplant, in Hamburg auf Wohnungssuche.

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Das Problem: Aufgrund einer Bänderdehnung, die die HSV-Ärzte im Rahmen des obligatorischen Medizinchecks diagnostizierten, hätte der U17-Welt- und Europameister von 2023 voraussichtlich noch drei bis vier Wochen pausieren müssen. Das aber schmeckte den HSV-Entscheidern nicht. So platzte der Transfer noch.
Der HSV ist sportlich weiterhin von Kabar überzeugt
Aufgeschoben muss aber nicht aufgehoben sein. „Natürlich bleibt er bei uns im Blickfeld“, ließ HSV-Sportdirektor Claus Costa wissen. Alles andere wäre auch verwunderlich, bedenkt man, dass Hamburgs Bosse rein sportlich von Kabars Qualitäten überzeugt waren und es noch immer sind. Wie aber geht es nun weiter mit dem Linksfuß und dem HSV?
Nach MOPO-Informationen sollen beide Parteien verabredet haben, Richtung Sommerpause sich erneut zusammenzusetzen. Dann könnte das Thema Wechsel abermals heiß werden. Die Fragen, die es dann zu klären gilt: Wie plant der HSV auf der linken Seite? Sucht er weiterhin einen Backup für Muheim oder möglicherweise sogar eine größere Lösung? Dieser Fall könnte eintreten, sollte der Schweizer (der im Sommer aller Voraussicht nach die WM spielen wird) nach fünf HSV-Jahren mit einem Vereinswechsel und einer neuen Herausforderung liebäugeln. Der Vorteil für Kabar: Auch er wüsste, in welcher Liga der HSV künftig spielt. Sein Wechselwunsch besteht nach wie vor – denn unter Trainer Niko Kovac ist er in Dortmund bei den Profis nahezu chancenlos. Auch mit den BVB-Bossen müsste sich der HSV neu einigen, da Kabar bei den Borussen noch bis Sommer 2028 unter Vertag steht.
Kabar erzielte für Dortmunds U23 schon sechs Saisontore
In jedem Fall ist der gebürtige Bremer, der bereits im Kindesalter mit seiner Familie ins Sauerland zog und 2019 in die BVB-Jugend wechselte, mittlerweile wieder fit. Vor rund zwei Wochen, als die Dortmunder den Bayern 2:3 unterlagen, stand er nach längerer Zeit sogar mal wieder im Profi-Kader, kam allerdings nicht zum Einsatz. In der Regionalliga West erzielte Kabar am vergangenen Wochenende bereits sein sechste Saisontor (in 14 Spielen).
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Durchaus möglich, dass der Junioren-Nationalspieler ab Sommer einen zweiten Anlauf beim HSV nimmt. Allerdings: Auch dann würde sein Weg nicht nur aus rein geografischen Gründen zwingend wieder am vorm Volksparkstadion gelegenen Athleticum vorbeiführen, in dem sämtliche Profis auf Herz, Nieren und auch allerlei anderes geprüft werden. Ein Prozedere, das Kabar bereits bekannt ist.
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