Winter-Flucht abgelehnt: Polzin erklärt den HSV-Härtefall Katterbach
Die Chance, Noah Katterbach kurz vor dem Ende der Wintertransferperiode noch abzugeben, sie war da. Doch die Bosse ergriffen sie nicht, weil die Verpflichtung von Algumera Kabar platzte, zudem Aboubaka Soumahoro den HSV (vorübergehend) verließ und man auf der linken Abwehrseite kein personelles Risiko eingehen wollte. „Es gab noch eine Anfrage für Noah – wir haben uns aber entschieden, ihn zu behalten“, erklärte Claus Costa Anfang Februar. Drei Wochen später wirkt die Situation für den 24-Jährigen unverändert. Er ist chancenlos.
Zusammenfassung:
- Noah Katterbach hat keine Chance auf den HSV-Profikader, obwohl er sich sportlich nichts zuschulden kommen ließ und sein Interesse an mehr Spielzeit bekundete.
- Trotz der Möglichkeit, in der 2. Liga zu spielen, akzeptierte Katterbach den Beschluss des Vereins, ihn als Back-up zu behalten und sich für den Notfall bereitzuhalten.
- Ein anderer Außenverteidiger, Silvan Hefti, hat den HSV verlassen und feierte sein Debüt in der MLS, während Katterbach weiterhin auf Spielpraxis warten muss und kaum Einsatzchancen hat.
Am ersten Mannschaftstraining nach dem 1:1 in Mainz nahm Katterbach am Dienstagnachmittag wie gewohnt teil. Von den Profis ausgeschlossen ist er – nach seiner zwischenzeitlichen Suspendierung wegen teamschädlichem Verhalten – längst nicht mehr. Auch wenn er sich laut Costa in den vergangenen Wochen und Monaten nichts mehr zuschulden kommen ließ und er sportlich gibt, was ihm möglich ist, hat der Ex-Kölner aber keinerlei Kader-Chancen.
Noah Katterbach ist ohne Chance auf den HSV-Profikader
Selbst, als Polzin beim 2:2 gegen den FC Bayern taktisch experimentierte, er Miro Muheim ins Mittelfeld zog und dafür der gelernte Rechtsverteidiger William Mikelbrencis links hinten begann, war für Katterbach nicht einmal ein Platz im Aufgebot übrig. Der Linksverteidiger darf im Volkspark nur mittrainieren – während sich der in der Hinrunde ebenfalls lange chancenlose Bakery Jatta zurückgekämpft hat und zuletzt siebenmal in Folge als Schienenspieler in der Startelf stand. Was aber sollte personell passieren, damit auch Katterbach noch mal für die HSV-Profis aufläuft?

„Wenn wir ihn brauchen, weiß ich, dass er da sein wird“, sagt Merlin Polzin einerseits. Andererseits verwies der HSV-Coach am Dienstag noch einmal auf die Problematik bei Katterbach: „Unterschiedliche Themen haben im Winter dazu geführt, dass ein Wechsel nicht geklappt hat. Er hat hinterlegt, dass er das Interesse hat, mehr zu spielen, was bei uns nicht gegeben war. Als Verein muss man am Ende aber eine Entscheidung treffen, die der Mannschaft hilft.“ Und dieser Beschluss der HSV-Verantwortlichen fiel so aus, dass man Katterbach als Back-up für den Notfall behält.

Das akzeptierte Katterbach, obwohl er in der 2. Liga hätte unterkommen können. Jetzt muss er damit leben, dass er bei den Elf-gegen-elf-Abschlusspielen im HSV-Training zumeist außen vor ist. „Ich nehme Noah so wahr, dass er sowohl in der Kabine als auch auf dem Platz immer versucht, am Limit zu arbeiten. Er versucht, sich aufzudrängen“, findet Polzin dennoch lobende Worte. Gleichzeitig bewertet der 35-Jährige die Lage realistisch: „Wir haben mit Miro (Muheim; d. Red.), Baka (Jatta; d. Red.), Giorgi (Gocholeishvili; d. Red.) und Willi (Mikelbrencis; d. Red.) vier Jungs, die aufgrund ihrer Leistungen in dieser Saison den Vorzug erhalten. Das weiß Noah – und trotzdem ordnet er sich voll unter und versucht, auf sich aufmerksam zu machen. Mir gefällt seine Trainingsleistung gut – im Fußball sollte man aber nichts versprechen.“ Will heißen: Katterbachs HSV-Debüt in der Bundesliga steht weiterhin nicht bevor.
HSV-Abgang Silvan Hefti feierte sein Debüt in der MLS
In Silvan Hefti hatte ein anderer Außenverteidiger den HSV im Winter verlassen. Der Schweizer lief am vergangenen Wochenende erstmals für seinen neuen Klub D.C. United in der US-amerikanischen MLS auf und spielte beim 1:0-Heimsieg gegen Philadelphia sogar durch. Katterbach aber muss wohl noch länger auf Spielpraxis warten. Letztmals und zum insgesamt sechsten Mal in dieser Spielzeit kam er Anfang Dezember für die HSV-U21 zum Einsatz, weitere Einsätze im Regionalliga-Team sind aktuell eher unwahrscheinlich. Am vergangenen Samstag absolvierte die U21 ihr erstes Pflichtspiel nach der Winterpause und trennte sich mit 1:1 vom Bremer SV – ohne Katterbach im Aufgebot.
Das könnte Sie auch interessieren: Kein Startelf-Novum beim HSV: Polzin lehnt Abwehr-Idee ab
In der Bundesliga stand er in dieser Saison nur einmal im Kader, beim 0:5 in München Mitte September. Sein Vertrag läuft noch bis 2027. Seine HSV-Zeit dürfte aber schon 2026 enden – statt im Winter dann im kommenden Sommer.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.