„Willst du nicht im Nacken haben“: So begeistert Torunarigha beim HSV
Es war beim 3:2 gegen Union Berlin eine der entscheidenden Szenen des Spiels: Nachdem sich Torhüter Daniel Heuer Fernandes bei einem Klärungsversuch kurz vor der Halbzeit verschätzt hatte, war Berlins Andrej Ilic allein auf dem Weg zum leeren Tor. Jordan Torunarigha sprintete hinterher und versuchte zu retten, was eigentlich nicht mehr zu retten war. Am Ende schaffte es der HSV-Verteidiger, den Stürmer so unter Druck zu setzen, dass Ilic das Tor verfehlte – im direkten Gegenzug fiel das 2:1 für den HSV.
Torunarigha erhielt für seinen Auftritt viel Applaus – und auch Merlin Polzin gefiel, was er sah. „Er hat eher für Druck gesorgt, als dass er ihn jetzt verteidigt hat, aber das spricht auf jeden Fall für Jordan und für die Mentalität, den Lauf dann auch zu machen, obwohl es eigentlich aussichtslos ist. Den willst du nicht im Nacken haben“, sagte der HSV-Coach, der grundsätzlich mit der Entwicklung Torunarighas in Hamburg sehr zufrieden sein kann.
Nach einem wackligen Start mit einigen Problemen hat sich der 28-Jährige enorm gesteigert und immer mehr zu einem zuverlässigen und stabilen Abwehrspieler entwickelt. Das belegen mittlerweile auch sehr viele Zahlen.
Torunarigha überzeugt im Spiel mit und gegen den Ball
Obwohl Torunarigha erst in zwölf der bislang 21 Bundesligaspiele des HSV zum Einsatz kam, hat er – hinter Luka Vuskovic, Miro Muheim, Daniel Heuer Fernandes, Nicolai Remberg und Nicolás Capaldo – die meisten Ballkontakte im Team. Er gewann bislang 66,67 Prozent seiner Zweikämpfe, nur Vuskovic ist in diesem Bereich beim HSV stärker. Im Passspiel bewegen sich die beiden Innenverteidiger mit jeweils einer Erfolgsquote von gut 83 Prozent auf ähnlichem Niveau.

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Ebenfalls bemerkenswert: In seinen zwölf Liga-Auftritten beging Torunarigha bislang erst elf Fouls. Nur eine Gelbe Karte hat er in dieser Bundesliga-Saison gesehen. Mit einer Topgeschwindigkeit von 34,43 km/h ist er hinter Capaldo (34,97 km/h) zudem der zweitschnellste Verteidiger beim HSV. Nachholbedarf gibt es hingegen noch bei der Torgefahr: Für einen Torschuss hat es bislang lediglich gereicht.
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Viele starke Werte – und ein klarer Hinweis darauf, dass Torunarigha beim HSV auf dem richtigen Weg ist. Die nächste Prüfung wartet nun am Freitag in Mainz. Dann wird er aufgrund der Vuskovic-Sperre noch mehr gefordert sein.
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