Wieder viele Startelf-Wechsel: Das sind jetzt die HSV-Hoffnungsträger
Wegen der Gelbsperre von Nicolai Remberg und dem Fehlen von Jean-Luc Dompé tat Merlin Polzin es nicht nur freiwillig, an dem Fakt an sich ändert das aber nichts: Der HSV geht die Partien in dieser Saison fast immer mit unterschiedlichen Startformationen an. Konkret: Erst dreimal kam es von einem auf den anderen Bundesliga-Spieltag zu keinerlei Veränderung. In Hoffenheim tauschte Polzin insgesamt fünfmal durch, teils absichtlich, teils gezwungenermaßen. Und es erscheint jetzt schon klar, dass es nach dem 1:4 neue Wechsel geben wird.
So desolat die erneute Auswärtspleite auch war und so sehr die TSG aufdeckte, dass der HSV chancenlos ist, wenn er in der Bundesliga nicht an die 100 Prozent kommt: Aus Hamburger Sicht gab es zumindest manchen Lichtblick. So feierte der in der 67. Minute eingewechselte Daniel Elfadli sein Comeback nach mehrwöchiger Verletzungspause. Der Allrounder war noch nicht wieder bereit für die Startelf und wird es womöglich auch nächsten Samstag (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) gegen Frankfurt nicht sein. Mittelfristig wird er dem HSV aber wieder Stabilität geben.
HSV-Profi Baldé feierte sein Startelfdebüt in der Bundesliga
Fabio Baldé zählte in Hoffenheim zu den Positiverscheinungen, und das bei seinem Startelfdebüt in der Bundesliga. „Man muss bereit sein, hart trainieren, auf den Moment warten und dann die Chance nutzen“, sagte der 20-Jährige, der den angeschlagenen Dompé vertrat. Auch wenn Polzin bei dem Franzosen einen Tag vor der Abfahrt gen Süden noch gepokert hatte, wusste Baldé laut eigener Aussage längst Bescheid. Bereits „Mitte der Woche“ hatte er von Polzin erfahren, dass er in Hoffenheim beginnen würde: „Da war noch nicht klar, dass Dompé nicht spielen kann.“

Letztlich fiel der 30-Jährige wegen seiner anhaltenden Achillessehnenbeschwerden aus. Glaubt man Baldé, hätte er aber auch dann von Anfang an gespielt, wenn Dompé es in den Kader geschafft hätte. „Für mich ist es gut. Ich will so viel spielen wie möglich“, sagte der Youngster, der nach anfänglichen Problemen besser in die Partie gekommen war, dann mutig ins Dribbling ging und bei Kontersituationen das Eins-gegen-eins suchte. Auch Baldé ging am Ende mit unter, er war aber ein Lichtblick – vor allem, wenn man die Umstände mit seiner Startelfpremiere berücksichtigt.
Hoffnung auf Dompé – Remberg kehrt nach Sperre zurück
Als größten Hoffnungsträger für das abschließende Heimspiel sollte man ihn aber nicht bezeichnen. Zumal Polzin hofft, dass Dompé gegen Frankfurt wieder zur Verfügung steht und er seine hartnäckigen Schmerzen danach in der kurzen Winterpause loswird. „Wenn Dompé fit ist, ist er wahrscheinlich wieder eine Option“, weiß Baldé. „Jean-Luc ist ein Unterschiedsspieler.“ Einer, den der HSV in Hoffenheim vermisste. Und auch Rembergs Fehlen war spürbar.

Jonas Meffert leistete sich als Vertreter des Ex-Kielers keine so groben Schnitzer wie einige seiner Kollegen, den Startelfplatz dürfte der Routinier dennoch nicht behalten. Dafür war Remberg in dieser Saison zu wichtig für den HSV, zu präsent, lauf- und zweikampfstark. Die Fähigkeiten des 25-Jährigen hätten seinem Team in Hoffenheim gutgetan. Remberg trat die Reise in den Kraichgau trotz seiner Sperre mit an, unterstützte seine Kollegen in den Katakomben – und gilt nun als der wohl größte HSV-Hoffnungsträger. Gegen Frankfurt wird er wieder beginnen.
Kann HSV-Kapitän Poulsen gegen Frankfurt beginnen?
Inwieweit Polzin darüber hinaus rotieren wird, ist noch offen. Es käme nicht überraschend, wenn es nach dem enttäuschenden Auftritt abermals ein paar Wechsel mehr sind. Ransford Königsdörffer konnte seine Stärken als Konterspieler – auch wegen des frühen Gegentors – zu selten ausspielen, hing meistens in der Luft. Ungeachtet seines Elfmeter-Fehlschusses betrieb auch der zur Pause eingewechselte Rayan Philippe wenig Eigenwerbung. Sein vierter Saisontreffer bedeutete für den HSV Ergebniskosmetik, er setzte seinen Speed in dieser Szene gut ein – der Franzose profitierte bei seinem haltbaren Schuss jedoch auch von der missratenen Parade von Oliver Baumann.
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Die Blicke richten sich nach dem Dämpfer verstärkt auf Yussuf Poulsen. Verglichen mit seinem Comeback gegen Werder samt Debüttor kam der Däne in Hoffenheim vier Minuten früher ins Spiel, verbuchte zwar keinen Torschuss. Dennoch wird es gegen Frankfurt vor allem auf den mit neuem Selbstvertrauen ausgestatteten Kapitän ankommen, ob als HSV-Joker oder Startelfprofi. Ob er denn fitnessmäßig bereit wäre, vor dem Jahreswechsel noch einmal von Beginn an auf dem Spielfeld zu stehen, wurde Poulsen in der Pre-Zero-Arena gefragt. Seine von einem Schmunzeln begleitete Antwort: „Fragt mich am Mittwoch.“ Polzin wird schon vorher grübeln – über die letzte Startelf in 2025.
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