Wie schlimm ist das Kuntz-Aus für den HSV wirklich?
Mit Stefan Kuntz hat der HSV mitten in der Saison seinen Aufstiegs-Sportvorstand verloren. Eine Schockstarre hat die Entscheidung im Volkspark allerdings nicht ausgelöst. Der Blick richtet sich jetzt vor allem nach vorn. Und für die Zukunft sehen sich die Hamburger grundsätzlich auch ohne Kuntz gut gewappnet.
Offiziell hat sich Kuntz aus privaten Gründen zurückgezogen. Er wird ab sofort mehr von seiner Familie im Saarland gebraucht. Ein nachvollziehbarer Schritt. Was bislang jedoch verschwiegen wurde: Unabhängig von der privaten Situation gab es zuletzt auch Zweifel daran, ob der 63-Jährige überhaupt noch der richtige Mann für die weitere Entwicklung in der Bundesliga ist. Unter anderem deshalb gerieten die bereits im Herbst aufgenommenen Gespräche über eine vorzeitige Vertragsverlängerung auch schon vor der Winterpause ins Stocken.
Kuntz war für den HSV vor allem in der Kabine wichtig
Fehlen wird der Europameister von 1996 dem HSV vor allem mit seiner Erfahrung – gerade in der Kabine und als Ansprechpartner für einzelne Profis. In allen anderen Bereichen sieht sich der Klub auch ohne Kuntz weiterhin „sehr gut aufgestellt“, wie Aufsichtsratschef Michael Papenfuß in einem ersten Statement betonte.

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Kuntz war ein wichtiges Puzzlestück auf dem Weg zum HSV-Aufstieg – auch wenn es unter seiner Führung etwa beim Blick auf das Trainerteam zwischenzeitlich die eine oder andere holprige Personalentscheidung gab. Klar ist aber auch: Allein hat der ehemalige Stürmer die Hamburger nicht zurück in die Bundesliga geführt. Für die insgesamt sehr positive Entwicklung in vielen Bereichen sind im Volkspark in den vergangenen Jahren deutlich mehr Menschen verantwortlich. Dazu gehören unter anderem Sportdirektor Claus Costa und Finanzvorstand Eric Huwer. Beide werden nun noch stärker in den Vordergrund rücken.

Huwer wird jetzt beim HSV noch wichtiger
Costa muss gemeinsam mit Chefscout Sebastian Dirscherl den passenden Kader für die zweite Saisonhälfte zusammenstellen. Beide hatten bereits in der Vergangenheit einen Großteil der Transferarbeit übernommen – wirklich neu ist diese Aufgabe für sie also nicht. Huwer wiederum soll als alleiniger Vorstand künftig auch im sportlichen Bereich noch präsenter sein. Zum Jahresauftakt sprach er bereits zur Mannschaft und zum Trainerteam.
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Handlungsfähig bleibt der HSV auch mit nur einem Vorstand – eine zeitliche Begrenzung gibt es dabei nicht. Entsprechend soll die Suche nach einer möglichen Neubesetzung ohne Druck laufen. Noch ist offen, in welcher Form das aktuelle Führungsteam dann ergänzt wird. Ob erneut ein großer Name wie Kuntz gebraucht wird – jemand, der den HSV nach außen repräsentiert und dessen Worte Gewicht haben –, werden erst die kommenden Wochen und Monate zeigen. Die Abrechnung und Auflösung folgen spätestens zum Saisonende.
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