HSV-Absage sorgt für viel Frust – wann das Spiel voraussichtlich nachgeholt wird
Es war um kurz nach 18 Uhr, als die Fußballfans am Bahnhof Stellingen mit großen Augen auf die digitalen Anzeigen schauten. „Aus Sicherheitsgründen: Spielabsage HSV – Leverkusen“, war dort zu lesen. Und die Ansage: „Bitte nicht anreisen.“ Für viele Anhängerinnen und Anhänger war es zu spät. Sie hatten sich längst in der Nähe des Volksparkstadions eingefunden, als die DFL um kurz vor 18 Uhr die Absage vermeldete. Und auch andernorts machten sich viele Menschen zurück auf den Heimweg – voller Frust und mit Fragen im Kopf.
Gegen 18.20 Uhr wurde auch am Hauptbahnhof per Lautsprecher vermeldet, dass das Heimspiel des HSV gegen Leverkusen nicht stattfindet. Etliche enttäuschte Fans schauten sich auf dem Bahnsteig der S3 verzweifelt an. Eine Leserin schrieb der MOPO, dass ihre Tochter schon am Dienstagnachmittag in Ostholstein aufgebrochen war, um rechtzeitig in der Arena zu sein und die Bundesligapartie sehen zu können – der Witterungsbedingungen zum Trotz.
HSV-Spiel gegen Bayer Leverkusen abgesagt – mit Folgen
Die Reise war umsonst. Und die HSV-Anhängerin war mit diesem Schicksal nicht allein. Besonders bitter dürfte dieser Tag für viele Auswärtsfans sein, die sich im rund 400 Kilometer entfernten Leverkusen auf den Weg machten. Wäre das Spiel schon am Morgen abgesagt worden, hätten sie zu Hause bleiben können. So aber traf die Nachricht diejenigen, die es mit Bayer 04 halten, am frühen Abend, 150 Minuten vor dem geplanten Anpfiff, mitten ins Gesicht.
Unter dem Instagram-Post der Werkself, der über die Absage informierte, schrieb ein User: „Sorry, aber da fühlt man sich leicht verarscht … extra freigenommen, um dann zwei Stunden vor Anpfiff zu erfahren, dass es doch abgesagt wird. Wusste man das nicht schon vorher?“ Ein vom HSV herbeigebetener Fachstatiker kam am späten Nachmittag zu dem Entschluss, dass das Sicherheitsrisiko wegen der Folgen des extremen Tauwetters zu groß ist.
Verständnis – aber auch Kritik in den sozialen Medien
„Wer ist für die Entschädigung zuständig?“, fragte ein anderer Bayer-Fan unter dem Beitrag der Gästemannschaft, die natürlich ebenfalls schon in Hamburg war, als der Statiker den Daumen senkte. Wiederum ein anderer User sah es pragmatisch: „Schade, Sicherheit geht aber vor.“ Das sieht auch der HSV so – weshalb er sich zur Entscheidung, die Partie abzusagen, gezwungen sah. Unter dem Instagram-Post der Hamburger waren ebenfalls gegensätzliche Tonalitäten festzustellen. „Sehr, sehr schade, aber kann man nichts machen … kommt alle wieder gut heim“, schrieb ein Fan. Ein anderer meinte: „Sicherheit geht einfach vor in dem Fall.“ Doch es gab auch viele kritische Kommentare.
Eine Reaktion lautete: „Wie kriegt man das 3 Stunden vor Anpfiff erst mit???“ Ein anderer Instagram-User beschrieb es als „peinlich“, dass die Verkündung quasi mit der Öffnung der Stadiontore kam. Viele Fußballbegeisterte hatten sich pünktlich an der Arena eingefunden. Weil der HSV am Vormittag bereits die Sperrung von fast allen Parkplätzen bekannt gegeben hatte, nahm ein X-User die Nachricht mit der Absage mit Humor. „Leute, ich habe das Glatteis überlebt und bin auf dem Parkplatz ohne VIP-Karte ausgerutscht – zum Glück ist ja gleich ein Spiel“, schrieb er.
Nachholspiel Ende Februar? Und bleiben die Tickets gültig?
Das Volksparkstadion wäre zum zehnten Mal in dieser Saison bis auf den letzten Platz gefüllt gewesen. Der HSV will zeitnah darüber informieren, welche Folgen die Absage für alle Ticketinhaber hat. Es ist wohl davon auszugehen, dass die Karten ihre Gültigkeit behalten. Fragt sich nur, ob die Fans, die am Dienstagabend in der Arena sein wollten, auch beim Nachholtermin Zeit haben werden. Die DFL kündigte an, „schnellstmöglich“ über die Neuansetzung entscheiden zu wollen. Wirklich viele Optionen gibt es nicht, weil Leverkusen in den kommenden Wochen einige Verpflichtungen in anderen Wettbewerben hat. Dabei geht es um den DFB-Pokal sowie die Champions League.

Am 20. Januar (Dienstag) gastiert die Werkself in der Königsklasse bei Olympiakos Piräus, am 28. Januar (Mittwoch) empfängt sie den FC Villarreal. Deshalb ist es unmöglich, dass das Nachholspiel beim HSV noch in diesem Monat steigt. Auch die erste Februar-Woche ist keine Alternative, da Leverkusen dann im DFB-Pokal-Viertelfinale auf den FC St. Pauli trifft (Dienstag, 3. Februar). Hinzu kommen Unwägbarkeiten, denn: Sollten die Leverkusener in der Champions League die Zwischenrunde erreichen, würde diese für sie am 17./18. Februar (Hinspiel) und am 24./25. Februar (Rückspiel) stattfinden. Und das ist gar nicht mal so unwahrscheinlich, denn Bayer belegt derzeit Platz 20 in der Gruppenphase des Wettbewerbs – und die Klubs von Rang neun bis 24 werden letztlich in die Playoffs müssen.
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Würde Leverkusen die Zwischenrunde der Königsklasse überstehen, stünde in der zweiten März-Woche (10./11. März) das Achtelfinal-Hinspiel an. Für die Woche darauf (17./18. März) sind die Rückspiele angedacht. Als frühestmöglicher Zeitpunkt für das Nachholspiel gegen den HSV kommt aktuell die Woche zwischen den beiden Leverkusener Bundesligapartien in Gladbach (7. Februar) und gegen St. Pauli (14. Februar) infrage. HSV-Fans könnten sich also schon mal die Daten 10./11. Februar (Dienstag/Mittwoch) vormerken – ohne Gewähr. Eine spätere Termin-Option wäre noch die erste März-Woche (Dienstag, 3. März; Mittwoch, 4. März). Am liebsten hätten die Anhänger beider Vereine allerdings schon am Abend des 13. Januar Live-Fußball im Volksparkstadion gesehen.
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