Stefan Effenberg ist als TV-Experte für Sport1 aktiv.

Steffen Effenberg ist gebürtiger Hamburger, spielte aber nie für den HSV oder St. Pauli. Foto: IMAGO/Eibner

„Werder ist mir egal“: Aufregung im TV – Effenberg lästert über HSV-Rivalen

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Alle HSV-Fans, die am Sonntagvormittag den Sport1-Doppelpass verfolgten, dürften sich vor Vergnügen auf die Schenkel geklopft haben. Denn so offen hat sich schon lange kein TV-Experte mehr über den großen Erzrivalen Werder Bremen geäußert. Stefan Effenberg aber machte aus seinem Herzen keine Mördergrube.

Natürlich war auch ein kleiner Rückblick auf das Hamburger Stadtderby Thema der Sendung, die seit mehr als 30 Jahren eine Institution im deutschen TV ist. Effenberg – gebürtiger Hamburger, aber in seiner zurückliegenden Karriere nie für den HSV oder St. Pauli aktiv – fällte ein klares Urteil. „Das Spiel hat gezeigt, das ist Abstiegskampf pur“, bewertete der 57-Jährige das 0:0 vom Freitag. „Das tut auf dem Platz weh und das tut auch beim Zuschauen weh.“

Effenberg wünscht HSV und St. Pauli den Klassenerhalt

Dann philosophierte Effenberg über die Lage im Abstiegskampf. „Wir haben ja drei Nordklubs drin, Werder Bremen hat ja auch gerade extreme Probleme.“ Für ihn sei aber klar: „Ich wünsche mir, dass der HSV die Klasse hält und St. Pauli die Klasse hält.“ Und mit süffisantem Unterton: „Werder Bremen ist mir so ziemlich egal …“


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Ein Satz, der für Raunen und großes Gelächter im Publikum sorgte. Allerdings: Wenige Minuten später, nach einer mehrminütigen Werbepause, ruderte Effenberg unaufgefordert und plötzlich zurück. „Irgendwann brauchst du diesen Sieg“, stellte er fest und leitete dann wenig elegant über: „Werder Bremen hat ja auch länger nicht gewonnen. Die sind mir total sympathisch übrigens, ich nehme zurück, was ich gerade gesagt habe.“ Erneut brach ein Teil des Publikums in Gelächter aus, ehe Effenberg fortfuhr: „Natürlich interessiert mich Werder Bremen, das war nicht so gemeint. Hier muss ich ein wenig zurückrudern. Die sind mir wirklich sympathisch, ob Clemens Fritz oder Horst Steffen. Ich bin mir auch sicher, dass Werder Bremen die Klasse hält.“

Effenberg ruderte in Sachen Werder live im TV zurück

Eine merkwürdige Änderung der Schlagrichtung des Experten, der eigentlich für klare Kante bekannt ist. Wurde Effenberg womöglich in der Pause von seinem Sender zurückgepfiffen? Nein, behauptet der Ex-Nationalspieler. Er habe sich während der Unterbrechung selbst Gedanken über seine Worte gemacht.

Sei’s drum. Tatsächlich könnte Effenberg aus historischen Gründen Vorbehalte gegen die Bremer haben. Nicht zwingend, weil er in Hamburg geboren wurde. In seiner Jugend war Effenberg kein ausgewiesener HSV-Fan, mit den Rivalitäten in Bezug auf die Bremer kam er deshalb kaum in Kontakt. In seiner Profizeit aber wurde Werder ab Ende der 80er Jahre zu einem seiner großen Rivalen. Effenberg spielte in der Bundesliga für Gladbach, die Bayern und Wolfsburg.

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Vor allem die „Wölfe“ rangieren im Übrigen ziemlich weit oben auf Effenbergs Abstiegsliste. „Ich glaube, sie werden Probleme bekommen, wenn sie so weiterspielen“, lautet Effenbergs Meinung. „Um Wolfsburg muss man sich Sorgen machen.“ Auch Heidenheim räumt er nur geringe Chancen auf den Klassenerhalt ein. Der HSV und St. Pauli hingegen, so wünscht es sich „Effe“, sollen es schaffen. Und natürlich Werder. Auch wenn ihm das in Wahrheit vielleicht doch ziemlich egal ist.

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