Wer geht noch? Wo soll Verstärkung her? Die heißesten Fragen zum HSV-Trainingsstart

Stefan Kuntz, Merlin Polzin und Claus Costa beim HSV-Training
Wieder vereint: HSV-Sportvorstand Stefan Kuntz (l.), Sportdirektor Claus Costa (r.) und Trainer Merlin Polzin

Ab sofort können die Fans im Volkspark wieder einem Erstligisten bei der Arbeit zuschauen. Kommende Woche hat das Darben ein Ende, dann beginnt für die Profis die knapp achtwöchige Vorbereitung auf die neue Bundesliga-Saison. Die MOPO beantwortet vorab die wichtigsten Fragen rund um den Aufgalopp und die Pläne des Aufsteigers.

Einige konnten es gar nicht erwarten, endlich wieder auf dem Platz zu stehen. Robert Glatzel, Bakery Jatta, Noah Katterbach und Aboubaka Soumahoro legten bereits in dieser Woche wieder los, das HSV-Quartett rüstete sich nach seinen Verletzungen aus der Vergangenheit etwas früher als die Kollegen für die neue Spielzeit. Der Rest der Kompanie folgt dann Anfang der Woche.

HSV startet am Mittwoch in die Bundesliga-Saison

Auch Stefan Kuntz ist froh, dass sich die fußballfreie Zeit dem Ende nähert. „Selbstverständlich verspüre ich Freude, dass es wieder losgeht“, sagt der Sportvorstand, stellt allerdings fest: „So richtig wird das erst der Fall sein, wenn der komplette Kader steht und man weiß, mit welcher Mannschaft wir in die Saison gehen werden. Bis dahin ist noch einiges zu tun.“

Diejenigen, die da sind, legen am Montag und Dienstag mit Leistungstests los, ehe es am Mittwoch erstmals auf den Platz geht. Die HSV-Fans dürfen sich auf alte und neue Gesichter freuen – und werden einige Profis noch vermissen.

Welche Spieler sind noch nicht dabei? Miro Muheim (war mit der Schweiz auf USA-Reise), Immanuel Pherai (Gold Cup mit Suriname) und Alexander Røssing-Lelesiit (mit Norwegen bei der U19-EM) waren länger im Einsatz als ihre Kollegen und dürfen noch ein wenig pausieren. Muheim wird der erste sein, der einsteigt, etwa eine Woche nach dem Trainingsstart.

Immanuel Pherai im Zweikampf mit Rayan Philippe
Ein Alter und ein Neuer: Immanuel Pherai (l.) und Rayan Philippe sollen in der kommenden Saison Teamkollegen beim HSV sein.

Wie viele Neue sind am Start? Neben Mittelfeldmann Nicolai Remberg (für 2,5 Millionen Euro aus Kiel), Abwehrchef Jordan Torunarigha (ablösefrei aus Gent) und Torwart-Talent Fernando Dickes (von RB Leipzig) hofft der HSV, Rayan Philippe pünktlich präsentieren zu können. Der Deal mit Braunschweigs Angreifer (soll etwa 2,5 Millionen Euro kosten) befindet sich auf der Zielgeraden. Ob bis Anfang kommender Woche weitere Zugänge kommen, ist offen.

Was passiert mit den Spielern, die abgegeben werden sollen? Lucas Perrin, Guilherme Ramos und Anssi Suhonen haben keine Zukunft beim HSV. An allen dreien gibt es Interesse, jeweils aus der Heimat der Spieler (Frankreich, Portugal und Finnland). Der HSV wird in Abstimmung mit den drei Profis individuell entscheiden, ob sie zum Trainingsstart in Hamburg dabei sind – oder die Zeit nutzen, um ihre Wechsel konkretisieren.

HSV sucht noch immer nach weiteren Verstärkungen

Werden Jugendspieler zeitnah ins Profi-Training integriert? Das ist zum derzeitigen Stand nicht angedacht. Ausnahme: die Talente, die über Profi-Verträge verfügen, wie Bilal Yalcinkaya und Joel Agyekum. Otto Stange und Fabio Baldé sind ohnehin fester Bestandteil des Kaders.

Auf welchen Positionen sucht der HSV noch Verstärkung? Vier bis fünf Profis sollen noch kommen. Ein Innenverteidiger, eventuell sogar zwei (je nachdem, ob Sebastian Schonlau den HSV verlassen wird). Dazu ein torgefährlicher Achter, der Ludovit Reis ersetzen soll. Auch offensiv will der HSV noch einen weiteren Akteur verpflichten, zudem halten die Bosse nach einem Rechtsverteidiger Ausschau. Offen ist der Verbleib von Adam Karabec und Dennis Hadzikadunic.

Jordan Torunarigha ist jetzt HSV-Spieler
Königstransfer: Jordan Torunarigha soll neuer HSV-Abwehrchef werden. Der Ex-Berliner kommt ablösefrei aus Belgien von KAA Gent.

Worauf liegt der Schwerpunkt der Vorbereitung? Kuntz betont das, was er bereits zum Ende der Aufstiegs-Saison feststellte: „Wir haben in der Vorsaison gesehen, dass wir in Sachen Intensität noch zulegen können. Es wird sicherlich ein Schwerpunkt der Vorbereitung sein, in diesem Bereich die Grundlagen zu schaffen, um in der Bundesliga mithalten zu können. Dazu ist jetzt schon eine hohe Leistungsbereitschaft nötig.“

HSV absolviert gleich zwei Sommer-Trainingslager

Warum absolviert der HSV zwei Trainingslager? Zunächst geht es nach Herzogenaurach (14. bis 18. Juli), später nach Mallorca (6. bis 10. August). „Während der Trainingslager lässt es sich sehr konzentriert und effektiv arbeiten“, so Kuntz. „Uns war es wichtig, nach dem ersten Trainingslager auch noch ein zweites unmittelbar vor dem Saisonstart im Pokal zu absolvieren, weil wir dann möglichst schon den finalen Kader beisammen haben werden. Die Tage auf Mallorca könnten für den Teamspirit enorm wichtig sein.“

Welche Testspiele stehen fest? Los geht’s mit dem Doppelpack in Elstorf (5.7.) und beim VfB Oldenburg (6.7.). Fixiert sind auch die Auftritte beim FC Kopenhagen (12.7.), bei Sturm Graz (19.7.) und bei RCD Mallorca (9.8.). Gesucht wird noch ein Gegner für die Saisoneröffnung im Volkspark (voraussichtlich 26.7.). Zudem soll zumindest eine weitere Partie stattfinden.

Wie lautet das Saisonziel? Kuntz redet nicht lange um den heißen Brei herum. „Das ist einfach zu formulieren“, so der Sportvorstand: „Der Klassenerhalt ist das Ziel.“ Daran gilt es ab kommender Woche zu feilen.