Wer bleibt, wer geht? So plant der HSV mit seinen fünf Leihspielern

Die HSV-Profis Luka Vuskovic und Fábio Vieira jubeln zusammen
Luka Vuskovic (l.) und Fábio Vieira sind zwei von fünf Leihspielern im aktuellen HSV-Kader.

Aktuell hat der HSV-Kader laut transfermarkt.de einen Marktwert von 106,5 Millionen Euro. Grund zur ungetrübten Freude gibt es darüber allerdings nur bedingt. Denn zum Aufgebot gehören mit Luka Vuskovic, Fábio Vieira, Warmed Omari, Giorgi Gocholeishvili und Daniel Peretz gleich fünf Leihspieler, die zusammengerechnet fast die Hälfte dieses Gesamtwertes ausmachen. Die zentralen Fragen lauten: Wer hat in Hamburg wirklich eine Zukunft? Für welche Profis existiert eine Kaufoption – und wie realistisch ist es, dass sie gezogen wird? Die MOPO gibt einen Überblick.

Grundsätzlich zeigen sich die HSV-Verantwortlichen mit allen Leihspielern bislang zufrieden. Bei keinem der Profis ist derzeit ein vorzeitiger Abbruch der Leihe im Winter geplant. Im Gegenteil: Bei mehreren Kandidaten ist eine weitere Zusammenarbeit über die Saison hinaus durchaus denkbar. Die Entscheidungen sollen fallweise getroffen werden. Klar ist: Längst nicht alles liegt in der Hand der Hamburger.

HSV will Peretz im Winter nicht schon wieder abgeben

Daniel Peretz (25): Der Torhüter kam im Sommer als Leihgabe vom FC Bayern München zum HSV, um vor allem Spielpraxis zu sammeln. Den Zweikampf um die Nummer eins verlor er jedoch gegen Daniel Heuer Fernandes. Bislang kam Peretz nur in zwei Pokalspielen zum Einsatz. Unzufriedenheit lässt sich der Israeli davon nicht anmerken. Er gilt als fleißig, hochprofessionell und wichtig für die Kabine. Von HSV-Seite besteht kein Interesse, ihn im Winter abzugeben. Sollte der 25-Jährige dennoch auf einen Wechsel drängen, wäre das auch eine Frage der verfügbaren Alternativen. Im Normalfall bleibt Peretz bis zum Sommer. Eine Kaufoption besitzt der HSV nicht.

Warmed Omari schieß den Ball mit dem rechten Fuß.
Warmed Omari kam bislang bei sechs Pflichtspielen für den HSV zum Einsatz.

Warmed Omari (25): Der Verteidiger wechselte im Sommer ohne Spielpraxis vom französischen Erstligisten Stade Rennes nach Hamburg – und startete direkt durch. Bei seinem sechsten Pflichtspieleinsatz (alle von Beginn an) zog er sich jedoch einen Außenbandriss zu, erst im neuen Jahr kann der Nationalspieler der Komoren wieder eingreifen. Der erste Eindruck war durchweg überzeugend. In der zweiten Saisonhälfte muss sich Omari nun allerdings neu beweisen. Gelingt das, hat er durchaus eine Zukunft im Volkspark. Die Kaufoption für den Sommer liegt bei zwei Millionen Euro.

Vieira ist für den HSV so zu teuer – keine Vuskovic-Option

Fábio Vieira (25): Die Erwartungen an den Portugiesen sind groß – kein Wunder, schließlich zahlte Arsenal London für ihn vor gut drei Jahren 35 Millionen Euro an den FC Porto. Beim HSV konnte Vieira diese Vorschusslorbeeren bislang teilweise rechtfertigen. In einigen Auftritten ließ der Offensivspieler seine außergewöhnlichen Qualitäten aufblitzen, gleichzeitig zeigte sich aber auch, dass er sich an die HSV-Spielweise mit weniger Ballbesitz noch gewöhnen muss. Die Überzeugung in den Transfer ist im Volkspark weiterhin groß. Damit der HSV im Sommer jedoch die Kaufoption in Höhe von 20 Millionen Euro zieht, muss noch sehr viel mehr passieren.

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Luka Vuskovic (18): Mit dem kroatischen Innenverteidiger haben die Hamburger einen echten Volltreffer gelandet. Der 18-Jährige hebt die Qualität der Mannschaft spürbar an. Dass der HSV ihn gerne länger halten würde, steht außer Frage. Theoretisch kann Tottenham Hotspur die Leihe im Winter abbrechen, dafür müssten die Londoner jedoch mehrere Verletzungen in der eigenen Abwehr kompensieren – aktuell ist das nicht der Fall. Eine Kaufoption für den Sommer gibt es nicht. Vuskovic wird nach England zurückkehren. Die einzige Hoffnung des HSV: Tottenham verleiht den Kroaten auch in der kommenden Saison erneut.

Bleibt Gocholeishvili auch in der 2. Liga beim HSV?

Giorgi Gocholeishvili (24): Der Georgier steht noch bis 2029 beim ukrainischen Spitzenklub Schachtar Donezk unter Vertrag. Beim HSV kommt er bislang auf 14 Pflichtspieleinsätze, eine Gelb-Rote Karte und einen Nasenbeinbruch. Auch ohne direkte Torbeteiligung gelten die Erwartungen grundsätzlich als erfüllt. Zudem sorgt der Rechtsverteidiger für gute Stimmung in der Kabine. Für den Sommer besitzt der HSV eine Kaufoption über vier Millionen Euro. Für einen soliden Bundesliga-Rechtsverteidiger wäre das kein schlechter Preis. Denkbar ist allerdings auch, dass der HSV noch einmal nachverhandelt – oder erneut auf ein Leihmodell setzt. Letzteres könnte selbst bei einem Abstieg zum Thema werden.

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Fünf Leihspieler, viele offene Fragen. Schnelle Antworten oder Entscheidungen sind nicht zu erwarten. Fest steht: Bei drei Profis hat der HSV dank Kaufoption alle Möglichkeiten selbst in der Hand. Die Fristen für diese Optionen enden in allen Fällen erst nach Ablauf der laufenden Saison.