„Wenn die Raute anruft…“: Warum Ex-HSV-Trainer Thioune jetzt Bremer ist
Nach dem Aus von Horst Steffen stellte der Werder Bremen am Mittwoch offiziell Daniel Thioune als seinen Nachfolger vor. Auf einer Pressekonferenz trat der 51-Jährige erstmals als Werder-Coach auf – und äußerte sich unter anderem zu seiner Vergangenheit beim HSV.
Die Bremer sind derzeit zehn Spiele am Stück sieglos und stehen mit 19 Punkten auf Tabellenplatz 15. Thiounes Vorgänger Steffen war selbst nur sieben Monate als Cheftrainer beim SVW tätig und kam auf einen Schnitt von 0,9 Punkten in 21 Spielen – und hinterlässt Thioune einen Scherbenhaufen.
Thioune brachte Polzin zum HSV
Mit solch „anspruchsvollen Aufgaben“ habe Thioune auch noch aus Hamburger Zeiten Erfahrung. Damals hat er den HSV in einer Situation übernommen, „in der man Stabilität hereinbringen musste“, sagte der neue Werder-Trainer. Thioune trainierte die Rothosen von 2020 bis 2021 in der zweiten Bundesliga. Zu seiner Zeit brachte er den heutigen Cheftrainer Merlin Polzin als Assistenten aus Osnabrück mit nach Hamburg.

„Wenn die Raute anruft und Clemens Fritz am Apparat ist, dann ist es ein No-Brainer“, antwortete Thioune auf die Frage, ob er sich lange über die Werder-Zusage nachdenken musste. Dieses Mal meinte der ehemalige HSV-Coach jedoch die grün-weiße Raute aus dem Norden, und nicht, wie noch 2020, die Schwarz-Weiß-Blaue, die deutschlandweit natürlich deutlich bekanntere.

Zu einem Duell zwischen den einstigen Kollegen kam es schon zu Hamburger Zweitliga-Zeiten, als Thioune noch als Trainer bei Fortuna Düsseldorf tätig war. Damals besiegte Polzin seinen ehemaligen Chef deutlich mit 4:1 im Volksparkstadion. Die HSV-Tore schossen im März 2025 Miro Muheim, Davie Selke, Adam Karabec sowie der gerade erst zu den Rothosen zurückgekehrte Otto Stange.
„Ab morgen können wir wieder Freunde sein“, scherzte Thioune nach dem Spiel. Auch Polzin fand warme Worte für seinen Mentor: „Ohne Daniel würde ich hier nicht sitzen. Ich konnte als Mensch und als Trainer unfassbar viel von ihm lernen. Er hat mich zu diesem Punkt, an dem ich jetzt bin, eng und nah begleitet.“ Ganz so freundlich-familiär dürften die Worte beim nächsten brisanten Duell zwischen dem HSV und Werder Bremen nicht ausfallen.
Werder: Vertragsdauer bei Thioune noch nicht bekannt
Der gebürtige Georgsmarienhütter, der sich selbst als „Kind des Nordens“ bezeichnete, hat durch seinen neuen Job „das letzte Bundesland im Norden“ abgearbeitet. Als Trainer arbeitete er bereits beim HSV in Hamburg und beim VfL Osnabrück in Niedersachsen. Selbst spielte er beim VfB Lübeck in Schleswig-Holstein – Bremen komplettiert nun also sein berufliches Nord-Quartett.
Für wie lange die Zusammenarbeit geplant ist, bliebt zunächst offen. Weder Sport-Geschäftsführer Clemens Fritz noch Thioune selbst wollten eine Auskunft über die Dauer des verhandelten Vertrags geben.
Das könnte Sie auch interessieren: „Noch nie erlebt!“ Der neue Däne ist schon vom HSV begeistert – und „bereit“
Mit dem SC Freiburg und dem FC Bayern warten auf Thioune harte erste Spiele auf seiner Mission Klassenerhalt. Zum großen Aufeinandertreffen mit seinem ehemaligen Arbeitgeber kommt es zwischen dem 17. und 19. April – dort steht das große Nordderby gegen den HSV an.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.