Miro Muheim hebt Jean-Luc Dompé beim Torjubel hoch

Jean-Luc Dompé und Miro Muheim (r.) jubelten schon oft zusammen. Zuletzt wurde das HSV-Duo aber getrennt. Foto: WITTERS

Was ist mit Dompé los? So sieht es sein engster HSV-Partner

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Der Nachname von Jean-Luc Dompé ist einer, der am lautesten gebrüllt wird, wenn Stadionsprecher Christian Stübinger ihn im Volkspark von den Fans hören will. In der Regel geschieht das schon beim Verlesen der HSV-Aufstellung kurz vor dem Anpfiff. Doch die Zeiten haben sich geändert. Am Mittwochabend gegen Bayer Leverkusen (0:1) wurde der 30-Jährige in der 65. Minute eingewechselt – übrigens zeitgleich mit Otto Stange, dessen Einwechslung die Zuschauer noch enthusiastischer feierten. Der 19-Jährige belebte das Offensivspiel dann deutlich mehr als Dompé, bei dem sich die Frage stellt: Was ist los mit ihm? Die Formschwäche hält an.

Miro Muheim kann die Situation seines Mitspielers so gut einschätzen wie vermutlich kaum jemand. Schon 100-mal standen der Schweizer und der Franzose nebeneinander auf dem Fußballplatz, mit keinem anderen Profi hat Dompé in seiner Karriere mehr gemeinsame Pflichtspiele. Der eine als Außenverteidiger, der andere eine Position weiter vorne auf dem offensiven Flügel: Sofern Dompé und/oder Muheim nicht verletzt, gesperrt – oder suspendiert – waren, bildeten sie in den vergangenen dreieinhalb Jahren in aller Regel das gesetzte HSV-Duo auf der linken Seite.

Dompé und Muheim galten lange als gesetztes HSV-Duo

So war es auch in dieser Saison zunächst. Bei den ersten drei Bundesligapartien reichte es bei Dompé aufgrund von Trainingsrückstand noch nicht für die Anfangsformation – an neun der 14 weiteren Hinrunden-Spieltage durfte er aber gemeinsam mit Muheim beginnen. Doch dann kam die selbstverschuldete Wende: Aufgrund einer Alkoholfahrt wurde Dompé Ende Januar vom HSV suspendiert, und trotz der schon zwei Wochen später erfolgten Begnadigung stand er seit seinem Fehltritt noch keinmal wieder in der Startelf. Letztmals stellte Polzin ihn Mitte Januar beim 0:0 gegen Gladbach auf – an der Seite von Muheim. Zwei Wochen später holte der HSV Basel-Leihgabe Philip Otele.

Yussuf Poulsen, Nicolás Capaldo, Albert Grønbæk und Miro Muheim (v.l.) fehlten gegen Leverkusen im HSV-Kader. WITTERS
Yussuf Poulsen, Nicolás Capaldo, Albert Grønbæk und Miro Muheim auf der Auswechselbank
Yussuf Poulsen, Nicolás Capaldo, Albert Grønbæk und Miro Muheim (v.l.) fehlten gegen Leverkusen im HSV-Kader.

Der Nigerianer hat Dompé in dessen Abwesenheit den Rang abgelaufen. Darüber kann sich der Platzhirsch, der sich zum wiederholten Male einen disziplinarischen Aussetzer geleistet hatte, kaum beschweren. Am Mittwochabend gab es dann aber das nächste deutliche Signal: Obwohl Otele gegen Leverkusen angeschlagen im Kader fehlte, gab Polzin Dompé keine neue Startelfchance. Stattdessen vertraute der Trainer auf den ebenfalls formschwachen Rayan Philippe, an dem das Spiel vorbeiging. Dompé kam dann erst in der zweiten Hälfte als Joker und wurde sofort von seinen Kollegen gesucht, damit das schleppende Offensivspiel an Fahrt gewinnt. Bessere Ansätze als Landsmann Philippe zeigte er in jedem Fall, war vor allem ballsicherer. Doch in den Dribblings verzettelte sich Dompé mehrfach.

Dompé besser als Philippe – aber ebenfalls mit Problemen

Kopfsache? „Klar, es nimmt ihn ein bisschen mit“, sagt Muheim, der das Leverkusen-Spiel gelbgesperrt verpasste, über die Situation seines HSV-Partners. „Ich glaube aber, es nimmt jeden mit, wenn er nicht spielt oder nicht so oft.“ Gleichzeitig betont Muheim: „Ich merke, dass Jean-Luc bereit ist. Und wenn er seine Chance kriegt, wird er seine Qualitäten zeigen.“ Das tat Dompé zuletzt zu selten. An seinen Fähigkeiten zweifelt im Volkspark allerdings niemand.

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Polzin schließt nicht aus, Dompé am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) in Wolfsburg erstmals seit fast zwei Monaten wieder beginnen zu lassen. Wahrscheinlicher aber ist ein Startelfplatz für Kader-Rückkehrer Otele. Die HSV-Verantwortlichen werden weiterhin genau beobachten, wie Dompé mit seiner veränderten Rolle umgeht, wie er trainiert, die Aufgabe als Joker annimmt und sich nach den Einwechslungen präsentiert. Muheim wird nach abgessener Sperre definitiv wieder starten. Das 101. gemeinsame Spiel mit Dompé folgt wohl erst in Hälfte zwei.

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