Ausverkauftes Volksparkstadion bei einem Heimspiel des HSV

Fast immer ist das Volksparkstadion bei Heimspielen des HSV bis auf den letzten Platz voll besetzt. Foto: WITTERS

Warum hat das Volksparkstadion des HSV keinen Sponsoren-Namen?

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Die Zeiten, in denen die Fußball-Arenen „Waldstadion“ oder „Zentralstadion“ hießen, sind längst vorbei. 13 von 18 Bundesliga-Stadien in der Saison 2025/26 trugen den Namen eines Sponsors – doch ausgerechnet das Volksparkstadion des HSV nicht. Dabei ist es doch inzwischen ein lukratives Geschäft für Profi-Klubs, den Namen ihrer Spielstätte an ein Unternehmen zu verkaufen. Wieso aber trägt die Arena des HSV heute keinen Sponsorennamen, obwohl die Kühne Holding AG für die Namensrechte bezahlt?

Der HSV ist der allererste Verein, der diese Idee hat. Im Jahr 2001 baut er sein Stadion im Altonaer Volkspark um und lässt sich diesen Umbau von einem Sponsor finanzieren. Im Gegenzug bekommt der Geldgeber die Namensrechte am Stadion. Das Medienunternehmen AOL geht diesen Deal mit den Hamburgern ein und erkauft sich auf diese Weise für damals 30 Millionen DM den Namen „AOL Arena“.

HSV-Fans sind gegen die Umbenennung des Stadions

Zu diesem Zeitpunkt ist es eine revolutionäre Idee des HSV. Doch es ist vor allem eine, die vielen Fans überhaupt nicht gefällt. Die üblicherweise alteingesessenen Anhänger protestieren gegen den Verkauf des Namens „ihrer“ Arena, die Umbenennung widerstrebt den im Fußball typischen Traditionalisten. Der Klub aber hat Erfolg mit seiner Maßnahme. Schon bald folgen andere Bundesliga-Vereine dem Beispiel des HSV.

2001 kaufte AOL als erstes Unternehmen in Deutschland einen Stadionnamen. Der HSV spielte fortan in der „AOL Arena“. WITTERS
Volksparkstadion des HSV mit den Namensrechten AOL
2001 kaufte AOL als erstes Unternehmen in Deutschland einen Stadionnamen. Der HSV spielte fortan in der „AOL Arena“.

Heute trägt kaum ein Profi-Stadion mehr seinen traditionellen Namen. Die Vergabe der Namensrechte gehört zu einer wichtigen und lukrativen Einnahmequelle für die Vereine. 13 der 18 aktuellen Bundesligisten spielen in einer Arena mit gesponsertem Namen, ab der Saison 2026/27 wird auch Borussia Mönchengladbach dabei sein. Der Abrechnungs-Dienstleister Ista SE wird im Sommer für die Umbenennung in „ista-Borussia-Park“ sorgen.

Die Namen für das Volksparkstadion des HSV seit 2001

JahrName
bis 2001Volksparkstadion
2001 – 2007AOL Arena
2007 – 2010HSH Nordbank Arena
2010 – 2015Imtech Arena
seit 2015Volksparkstadion

Umso überraschender ist es, dass ausgerechnet der HSV heute wieder im Volksparkstadion spielt. Der Vorreiter auf diesem Gebiet, der sein Stadion mehrfach umbenannt hat. Nach AOL heißt das Stadion 2007 erst „HSH Nordbank Arena“ und ab 2010 dann „Imtech Arena“. Im Jahr 2015 aber kehren die Hamburger zu ihrem traditionellen Namen zurück, der die Lage im Volkspark in Altona beschreibt. Das Kuriose daran ist, dass er trotzdem gesponsert bleibt.

Viele HSV-Fans begrüßen den traditionellen Namen des Volksparkstadions. WITTERS
HSV-Fans vor dem Eingang des Volksparkstadions
Viele HSV-Fans begrüßen den traditionellen Namen des Volksparkstadions.

Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch klingt, ist die Absicht von Klaus-Michael Kühne. Der Unternehmer und Gründer der Kühne Holding AG ist seit vielen Jahren ein Mäzen und Gönner des HSV. Kühne, der mit einem geschätzten Vermögen von 39 Milliarden Dollar als zweitreichster Mensch in Deutschland gilt, kauft im Januar 2015 die Namensrechte am Stadion. Statt ihm jedoch einen Sponsorennamen wie „Kühne Arena“ zu geben, benennt es der Investor wieder in Volksparkstadion um.

„Es war mir als HSVer eine Herzensangelegenheit, dass die Fußball-Heimat des HSV wieder ihren ursprünglichen Namen trägt. Ich wünsche mir, dass unsere Mannschaft im Volksparkstadion wieder an alte Erfolge anknüpfen kann.“

Klaus-Michael Kühne im Januar 2015 beim Kauf der Namensrechte

Dank dieser Rück-Benennung ist der HSV auch hierbei wiederum ein Pionier in der Fußball-Bundesliga. Nie zuvor hat ein Verein sein Stadion nach dem Verkauf des Namens an einen Sponsor wieder zurückbenannt. Schon vor dem Kauf der Namensrechte ist Kühne Investor und Aktionär bei der HSV Fußball AG, finanziert die Transfers mehrerer Spieler mit und gewährt dem Verein verschiedene Darlehen.

Kühne kehrt zum Namen Volksparkstadion zurück

Kühne hält die Rechte am Namen Volksparkstadion fünf Jahre lang, verlängert seinen Vertrag nach dem erneut verpassten Aufstieg nach der Saison 2019/20 jedoch nicht mehr. Ab Sommer 2020 ist das Volksparkstadion ohne Sponsor und behält damit auf ganz natürliche Weise seinen klassischen Namen. Erst in der Saison 2022/23 kauft die Kühne Holding AG die Namensrechte kurzzeitig zurück. An der Benennung ändert sich weiterhin nichts.

Unternehmer Klaus-Michael Kühne (hier mit seiner Ehefrau Christine) ist nicht nur Fan des HSV, sondern hält auch die Namensrechte am Volksparkstadion. WITTERS
Klaus-Michael Kühne mit seiner Ehefrau Christine im Volksparkstadion des HSV
Unternehmer Klaus-Michael Kühne (hier mit seiner Ehefrau Christine) ist nicht nur Fan des HSV, sondern hält auch die Namensrechte am Volksparkstadion.

Mit dem Aufstieg in die Bundesliga 2025 sichert sich der Unternehmer abermals den Namen, diesmal direkt für drei Jahre. Mindestens bis 2028 wird der HSV also weiter im Volksparkstadion spielen. „Dieser traditionsreiche Name soll erhalten bleiben“, begründet Kühne seine erneute Investition. Nach dem Tod von Vereinslegende Uwe Seeler signalisierte er zudem kurzzeitig, sich grundsätzlich den Namen „Uwe-Seeler-Stadion“ vorstellen zu können. Zumindest die Zufahrtsstraße (ehemals Sylvesterallee) heißt seit 2024 nun Uwe-Seeler-Allee.

Die aktuellen Stadion-Namen in der Bundesliga

VereinAktueller NameSponsorKlassischer NameKapazität
Borussia DortmundSignal Iduna ParkSignal Iduna GruppeWestfalenstadion81.365
FC Bayern MünchenAllianz ArenaAllianz DeutschlandFußball Arena München75.024
VfB StuttgartMHP ArenaMHP Management- und IT-BeratungNeckarstadion60.441
Eintracht FrankfurtDeutsche Bank ParkDeutsche Bank AGWaldstadion58.000
HSVVolksparkstadionKühne Holding AG57.000
Borussia M’gladbachBorussia-Park54.057
1. FC KölnRheinEnergieStadionRheinEnergie AGMüngersdorfer Stadion50.000
RB LeipzigRed Bull ArenaRed BullZentralstadion47.069
Werder BremenWeserstadion42.100
SC FreiburgEuropa-Park StadionEuropa-ParkMooswaldstadion34.700
1. FSV Mainz 05MEWA ArenaMEWA Textil-Service33.305
FC AugsburgWWK ArenaWWK VersicherungenAugsburg Arena30.660
Bayer 04 LeverkusenBayArenaBayer AGUlrich-Haberland-Stadion30.210
TSG HoffenheimPreZero ArenaPreZero Stiftung & Co. KGRhein-Neckar-Arena30.150
FC St. PauliMillerntor-Stadion29.546
VfL WolfsburgVolkswagen ArenaVolkswagen AGArena im Allerpark Wolfsburg28.917
Union BerlinStadion An der Alten Försterei22.012
1. FC HeidenheimVoith-ArenaVoith GroupAlbstadion15.000

Für viele HSV-Fans ist der Verkauf des Stadionnamens an Kühne eine gute Lösung. Immerhin verzichtet der Verein nicht auf die Einnahmequelle, gleichzeitig aber bleibt der traditionelle Name der Arena erhalten. Wie es nach 2028 weitergehen wird, ist offen – und hängt zu großen Teilen auch mit den Plänen für die Olympischen Spiele zusammen. Sollte Hamburg die Olympischen Spiele austragen, ist schließlich von einem ganz neuen Stadion im Volkspark die Rede.

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