Warum bekommt Katterbach beim HSV gar keine Chance mehr?
Knapp 500 Tage ist es mittlerweile her, dass Noah Katterbach für den HSV zu einem Pflichtspieleinsatz kam. Ein Ende der Auszeit ist nicht in Sicht. Dabei wäre der 25-Jährige eigentlich bereit. Das Problem: Aus sportlichen Gründen spielt er für das Trainerteam der Hamburger maximal eine untergeordnete Rolle. Überraschend ist das bei der aktuellen Personallage allemal.
Am vergangenen Sonntag durfte Katterbach mal wieder 90 Minuten ran. Er hatte sich freiwillig für das Regionalliga-Spiel der HSV-U21 bei der zweiten Mannschaft von Werder Bremen (1:2) gemeldet, um zumindest ein bisschen Spielpraxis zu sammeln. Von dem Außenverteidiger ist das ein klares Zeichen, dass er den Kopf nicht hängenlässt. Dabei hätte er im Moment allen Grund dazu. Für ihn ist es seit vielen Wochen eine sehr komplizierte Situation.
Im Winter sollte Katterbach den HSV zunächst verlassen
Im Winter stand Katterbach beim HSV lange Zeit auf der Verkaufsliste. Es dauerte, bis er eine passende Lösung fand – und dann war es plötzlich zu spät. Weil der HSV zuvor bereits Verteidiger Aboubaka Soumahoro verliehen hatte und kurz vor Transferschluss auch der geplante Transfer von Almugera Kabar wegen Problemen beim Medizincheck platzte, gab es für Katterbach ein Wechselverbot. Der HSV wollte ihn als Absicherung im Kader behalten. Die Frage nach dem Warum drängt sich nun allerdings auf.

Durch Miro Muheims Ausfall gibt es beim HSV eine große Lücke auf der linken Seite. Eigentlich wäre das die Chance für Katterbach. Er schaffte es zuletzt beim 1:2 gegen Hoffenheim auch immerhin in den Profikader. Zu einem Einsatz reichte es jedoch nicht. Das HSV-Trainerteam setzte als Muheim-Ersatz lieber auf William Mikelbrencis. Zwei Wochen zuvor, beim Gastspiel in Stuttgart, als Muheim gesperrt war, durfte Fabio Baldé als sein Vertreter ran – wie Mikelbrencis ebenfalls kein gelernter Linksverteidiger.
Intern gibt es beim HSV mit Katterbach keine Probleme
Warum bekommt Katterbach, der für Köln schon 40 Spiele in der Bundesliga absolviert hat, keine Chance? An internen Differenzen oder einer schlechten Einstellung liegt es nicht. Katterbach, der im Laufe der Hinrunde zwischenzeitlich bei den Profis aussortiert worden war, weil er zuvor für schlechte Stimmung im Team gesorgt hatte, verhält sich trotz der für ihn unbefriedigenden Situation sehr professionell.
Aus sportlichen Gründen setze das Trainerteam auf andere Lösungen, heißt es aus dem Volkspark. Demnach soll Katterbach nicht in das gewünschte Profil für die Rolle des linken Schienenspielers passen. Unter anderem wird seine Defensivarbeit als problematisch gesehen. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass dies zuletzt bei Baldé und Mikelbrencis ebenfalls nicht ideal aussah.
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Es ist keine leichte Lage für Katterbach, der sich das allerdings nicht anmerken lässt – auch wenn er sich aktuell sicherlich fragt, warum er im Winter nicht wechseln durfte. Ziemlich fest steht auf der anderen Seite, dass er den HSV im Sommer verlassen wird. Offen ist, ob er bis dahin noch einmal für die Profis auflaufen darf. Drei Chancen gibt es für ihn theoretisch noch.
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