Wann klingelt die Kasse? HSV-Bosse warten bei diesem Profi auf den Millionen-Anruf
Der Akku glüht. Claus Costa führt in diesen Tagen ein Telefonat nach dem anderen, mehrfach täglich muss der HSV-Sportdirektor sein Smartphone aufladen. Zwischen all den Gesprächen, die sich um mögliche Zu- oder Abgänge drehen, wartet der 41-Jährige aber immer noch auf den einen Anruf, der dem HSV in diesem Sommer mehrere Millionen Euro bescheren soll.
So kurz die Sommerpause für Fabio Baldé bislang auch war, er wird sie in bester Erinnerung behalten. Vor Wochenfrist heiratete der HSV-Flügelstürmer seine Ramu im Hamburger Stadtteil Horn und entspannte anschließend ein paar Tage. Schon morgen aber hebt er mit der U20-Nationalmannschaft Portugals von Lissabon aus nach Marseille ab, um mit seinem Team am prestigeträchtigen Junioren-Turnier im nahegelegenen Toulon teilzunehmen. Eine viel beachtete Bühne. Auch beim HSV hoffen sie, dass Baldé seine Auftritte dort nutzen wird, um sich in den Vordergrund zu spielen.
Der HSV braucht in diesem Sommer Transfererlöse
Auf der Suche nach Transfererlösen, die dem HSV das eigene Handeln in diesem Sommer erleichtern sollen, nimmt der 20-Jährige eine Hauptrolle ein. Das Interesse an einer Luftveränderung besteht beidseitig. Baldé möchte auf deutlich mehr Spielminuten kommen, als es in der abgelaufenen Saison beim HSV der Fall war (16 Einsätze mit insgesamt 440 Minuten Spielzeit), und peilt den nächsten Schritt an. Der HSV wiederum erhofft sich auch wegen des noch drei Jahre laufenden Vertrages seines Offensiv-Talents eine Ablöse im Bereich von mindestens fünf Millionen Euro. Geld, das im Sommer zügig reinvestiert werden könnte.

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Das Problem: Zwar sollen insbesondere Vereine aus Portugal, den Niederlanden und Belgien Baldé auf dem Zettel haben. Bislang aber ist kein einziges belastbares Angebot im Volkspark eingegangen. Nach MOPO-Informationen erhielten die HSV-Bosse zwar schon mehrfach Anrufe, in deren Rahmen das Interesse anderer Klubs angekündigt wurde. Ein Angebot aber gab es bislang noch nicht.
HSV-Profi Baldé hat mindestens vier Auftritte mit Portugals U20-Team
Die Tage von Toulon könnten weitere Fahrt in diese Angelegenheit bringen. Für Portugals U20 konnte Baldé bei seinen jüngsten Auftritten überzeugen, trifft in Frankreich mit seinem Team in der Vorrunde zunächst auf den Nachwuchs Japans (3.6.), der Elfenbeinküste (6.6.), Venezuela (8.6.) und Kanada (11.6.). Insbesondere in Portugal, einem der Hauptmärkte für einen Baldé-Wechsel, stehen die Auftritte unter besonderer Beobachtung.

Sollte demnächst Bewegung in die Baldé-Nummer kommen, wäre das Costa nur recht. Denn der HSV-Sommer wird teuer. Bis Montagabend war zwar noch nicht klar, ob der HSV die zum Wochenstart endende Fünf-Millionen-Euro-Kaufoption auf Albert Grønbæk einlöst, oder versuchten wird, sich anderweitig mit Stade Rennes auf einen Transfer zu verständigen. Parallel aber hoffen die Hamburger, Fábio Vieira vom FC Arsenal loseisen zu können – für etwa die Hälfte der mal vereinbarten Kaufoption in Höhe von rund 20 Millionen Euro. Zudem sollen zumindest zwei neue Stürmer, ein Abwehrchef und Schienenspieler für die rechte und linke Seite kommen.
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Offen, wie sich die Baldé-Nummer entwickelt. Fest steht mittlerweile aber, dass nach Ransford Königsdörffer (zu Mainz 05) auch William Mikelbrencis den HSV ablösefrei verlassen wird. Neben Schalke buhlten zuletzt auch vor allem französische Klubs um den Defensivmann. Robert Glatzel (u.a. Wolfsburg zeigt Interesse), Jean-Luc Dompé und Noah Katterbach könnten im Sommer ebenfalls gehen.
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