Fabian Rieder mit Sandro Wagner an der Seitenlinie

Augsburg-Profi Fabian Rieder (l.) wird seit Sommer von Sandro Wagner trainiert – und nicht von Merlin Polzin. Foto: imago images/Chai v.d. Laage

Wagner statt HSV: Polzin schwärmt von „super“ Transfer-Kandidat

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Während laufender Transferperioden handhabt es Merlin Polzin so wie eigentlich jeder deutsche Profitrainer: Zu Spielern, an denen der HSV offenbar interessiert ist, äußert er sich nicht im Detail, solange sie noch bei einem anderen Verein unter Vertrag stehen. So verhielt es sich im Sommer auch im Fall von Fabian Rieder. Die Hamburger wollten den Schweizer gerne verpflichten, auch wenn Polzin das damals nicht öffentlich bestätigte. Jetzt sprach der HSV-Trainer aber ganz offen über den Transfer-Kandidaten, der nun beim FC Augsburg kickt.

Letztlich entschied sich Rieder vor zweieinhalb Monaten für das Team von Sandro Wagner – und gegen das von Polzin, was dieser bedauert. Er könne Rieders Entscheidung pro Augsburg „absolut nachvollziehen“, sagte der HSV-Coach am Montag – „auch wenn ich sie an seiner Stelle anders getroffen hätte“. Polzin hätte den 23-Jährigen gerne in seinem Kader gehabt. Doch Rieder, der in der Vorsaison leihweise für den VfB Stuttgart aufgelaufen war (zwei Tore, sieben Assists), wechselte stattdessen für sieben Millionen Euro von Stade Rennes zu den Fuggerstädtern.

Polzin und HSV wollten Rieder – doch der ging zu Augsburg

„Es war bei ihm keine Entscheidung gegen den HSV, sondern es gab viele Gründe, die für Augsburg gesprochen haben und auch weiterhin sprechen“, erklärt Polzin, der während der Wechselperiode im Sommer „ein paarmal“ in Kontakt zu Rieder stand. „Das war super“, findet der 35-Jährige und lobt: „Er ist ein super Junge, er ist vorbildlich – und ein super Spieler ist er auch.“ Seit dem Deal am Deadline Day stand Rieder achtmal in Folge in Augsburgs Bundesliga-Startelf, Trainer Wagner lässt den Nationalspieler im offensiven Mittelfeld ran. Vor dem HSV-Spiel am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) beim kriselnden FCA bringt er es auf drei Treffer und zwei Vorlagen.

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„In Augsburg ist er der Topscorer“, weiß Polzin, der seine HSV-Profis in dieser Woche auf Fabian Rieder als Gegenspieler vorbereiten muss. Viel hätte offenbar nicht gefehlt, und der gebürtige Berner wäre vor der Saison im Volkspark gelandet. Polzin bedauert, dass es nicht so kam. Er schwärmt aber von Rieders Umgang mit dem Interesse an ihm: „So, wie er sich verhalten hat, habe ich das selten gesehen bei Spielern, die im Austausch mit mehreren Vereinen sind. Es waren super Gespräche, davor kann man nur den Hut ziehen. Das war sehr vorbildlich und am Ende wurde auch alles persönlich geklärt.“ Rieder scheint die HSV-Verantwortlichen um Polzin und Sportdirektor Claus Costa also direkt – und nicht über Umwege – über seine finale Wechselentscheidung für Augsburg informiert zu haben.

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Am Samstagabend stand Rieder in der Anfangsformation der Schweizer A-Nationalelf, die in der WM-Qualifikation mit 4:1 gegen Schweden gewann und sich somit zu 99 Prozent das Turnier-Ticket sicherte. Mit Miro Muheim teilte der Offensivmann allerdings nicht das Spielfeld – denn während Rieder in der 70. Minute ausgewechselt wurde, kam der Linksverteidiger des HSV zu diesem Zeitpunkt in die Partie. Am Samstagnachmittag treffen sie in der WWK-Arena als Gegner aufeinander. Vorab kann Polzin aber noch einmal vor dem Fernseher Zeuge von Rieders Stärken werden: Am Dienstagabend (20.45 Uhr) gastiert die Schweizer „Nati“ zum Abschluss der Qualifikation im Kosovo.

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