Luka Vuskovic zeigt beim Jubeln auf ein Tattoo auf seinem Unterarm

HSV-Verteidiger Luka Vuskovic ist bis Sommer aus Tottenham geliehen. Foto: IMAGO/Steinsiek.ch

„Unfassbares Tor!“ Vuskovic begeistert den HSV – und zeigt sein Bruder-Tattoo

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Horst Steffen staunte noch immer, als er mehr als eine Stunde nach dem Abpfiff auf dem Pressekonferenz-Podium saß. Er staunte nach Werders 2:3-Pleite im Nordderby über das Tor eines gegnerischen Spielers: Luka Vuskovic. „Da kann man nur gratulieren zu der Art und Weise, wie das passiert ist“, sagte Bremens Trainer über das zwischenzeitliche 2:1 für den HSV. Nach einem Freistoß von Fábio Vieira hatte Vuskovic artistisch per Hacke getroffen. Dabei stand er mit seinem Rücken zum Werder-Tor und hatte seinen Fuß fast auf Kopfhöhe angehoben. Ein „Tor-des-Monats“-Anwärter.

Die Überschrift „grandios“ nickte auch Merlin Polzin ab. „Ein unfassbares Tor“, befand der HSV-Coach. „Das sieht man nicht so häufig.“ Aber Vuskovic hatte es in seinem Repertoire. Einige Vereinsmitarbeiter fassten sich ungläubig an den Kopf, als sie die Wiederholung des Treffers in den Katakomben noch einmal auf den Bildschirmen sahen. Und Vuskovic selbst? Der kam nach der Ansprache von Polzin in der Kabine noch einmal raus in die Mixed Zone.

Vuskovic erklärt sein HSV-Tor: „Hatte ein bisschen Glück“

„Ich hatte ein bisschen Glück“, kommentierte er dort seinen Treffer. „Ich hätte nichts anderes außer das machen können.“ Mit dem Kopf zum Ball gehen? War unmöglich. Zumal sein Gegenspieler Jens Stage ihn bedrängte. Also wählte Vuskovic die Variante mit der Hacke. „Ich weiß nicht, ob es das beste Tor meiner Karriere ist – aber es ist mein Favorit“, sagte der 18-Jährige, der im Stadioninneren täglich Teqball spielt – eine Sportart, vergleichbar mit Tischtennis, weil es dabei auch einen Tisch mit zwei Seiten gibt. Allerdings ist der Tisch gewölbt und es kommt ein richtiger Fußball zum Einsatz. „Ich spiele das jeden Tag mit Rambo“, erklärte Vuskovic und meinte Nicolai Remberg.

Luka Vuskovic zeigte in den Katakomben sein Tattoo. Es zeigt ihn mit seinem Bruder Mario. Zu sehen ist auch ihre Lieblingszahl: die 44 MOPO/Tim Meinke
Luka Vuskovic Tattoo
Luka Vuskovic zeigte in den Katakomben sein Tattoo. Es zeigt ihn mit seinem Bruder Mario. Zu sehen ist auch ihre Lieblingszahl: die 44

Seine Teqball-Skills haben ihm in der 75. Minute geholfen. Der Abwehrmann traf traumhaft, stellte sich demonstrativ vor die Nordtribüne, präsentierte seine Trikotnummer und beendete seinen Jubel damit, dass er auf ein Tattoo auf seinem linken Unterarm zeigte. „Es ist ein Tattoo von mir und meinem Bruder“, verriet die Leihgabe nach dem Derby.

Gemeinsames Tattoo – Mario Vuskovic war im HSV-Stadion

Zu sehen auf ebendiesem Tattoo, das die Journalisten in den Katakomben der Arena fotografieren durften, sind zwei Jungs von hinten, und der jüngere (Luka) legt seinen Arm um die Schulter des älteren (Mario Vuskovic). An Marios Füßen liegt zudem ein Fußball. Und unterhalb dieses Motivs ist die „44“ zu sehen – die Trikotnummer, die Mario bis zu seiner Dopingsperre trug und die auch Luka im Sommer bei seinem Wechsel nach Hamburg wählte.

HSV-Profi Luka Vuskovic erzielte im Spiel gegen Werder Bremen ein Traumtor. WITTERS
HSV-Profi Luka Vuskovic erzielt im Spiel gegen Werder Bremen ein Traumtor
HSV-Profi Luka Vuskovic erzielte im Spiel gegen Werder Bremen ein Traumtor.

Lukas Bruder Mario war mit im Stadion und sah den Traumtreffer von der Tribüne aus. Nach dem Sieg reichten die HSV-Fans der Mannschaft ein großes „Free Vuskovic“-Banner, das die Profis vor der Nordtribüne präsentierten. „Jeder weiß, was mit meinem Bruder passiert ist“, sagte Luka. „Jeder weiß, dass er ein guter Spieler und eine gute Person ist.“ Und über die Sperre: „Er verdient es nicht.“ Den Derbysieg feiern die Vuskovic-Brüder am Sonntagabend gemeinsam und werden die Partie beim Abendessen Revue passieren lassen. Luka ist mal wieder in aller Munde.

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„Ich bekomme viel Hilfe von meiner Familie, meinen Mitspielern und vom Staff“, erklärte der HSV-Youngster seine Formstärke. „Der Verein hilft mir für meine Karriere sehr.“ Und egal, wohin es den Verteidiger in Zukunft mal ziehen wird: Dieses Nordduell gegen Werder wird er nicht mehr vergessen. „Wir sind sehr glücklich über diesen Sieg“, betonte Vuskovic. „Er bedeutet uns alles.“ Und er kam nicht zuletzt aufgrund seiner akrobatischen Skills zustande.

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