Vor HSV-Rückkehr: Drama-Finale bei Flop-Leihgabe Soumahoro
Der Fall Aboubaka Soumahoro ist alles andere als ein Musterbeispiel dafür, wie ein Leihgeschäft laufen sollte. Der Deal, auf den sich der HSV, AS St. Étienne und der Spieler Anfang Februar verständigt hatten, ging nach hinten los. Soumahoro wird aller Voraussicht nach ohne eine einzige Pflichtspielminute für den französischen Klub nach Hamburg zurückkehren. Vorher wartet aber noch ein Drama-Finale – wobei der 21-Jährige dabei abermals nur die Zuschauerrolle innehaben dürfte.
Soumahoro sollte dabei helfen, den Zweitligisten St. Étienne nach dem Abstieg im Vorjahr direkt zurück in die erste Liga zu führen. Und in der Tat: Der Traditionsverein aus dem ostfranzösischen Département Loire hat sich kürzlich zwei Endspiele erkämpft. Die HSV-Leihgabe hat auf dem Spielfeld aber keinen Beitrag dazu leisten können. Anfang Mai, am vorletzten Spieltag der regulären Ligue-1-Saison, stand Soumahoro erstmals seit fast zwei Monaten und zum insgesamt erst vierten Mal im Aufgebot der AS. Er schmorte allerdings 90 Minuten lang auf der Bank und kam erneut nicht zu seinem Debüt.
AS St. Étienne spielt um den Aufstieg – ohne Soumahoro?
Am finalen Ligaspieltag vor eineinhalb Wochen fehlte der Youngster dann wieder im Kader. St. Étienne gewann mit 5:0 gegen Amiens SC und sicherte sich den dritten Rang in der Ligue 2. Damit verpasste der Klub zwar knapp den Direktaufstieg, verschaffte sich aber zumindest die beste Ausgangslage für die Aufstiegs-Playoffs. In Frankreich findet die Relegation nicht automatisch zwischen dem Drittletzten der ersten Liga und dem Drittplatzierten der zweiten Liga statt. Stattdessen spielen die Vereine auf den Ligue-2-Rängen drei bis fünf zunächst untereinander aus, wer danach in zwei Entscheidungspartien gegen den Tabellen-16. der Ligue 1 antreten darf.
Seit Freitagabend steht diese Paarung fest: OGC Nizza gegen AS St. Étienne. Das Soumahoro-Team setzte sich in der zweiten Play-off-Runde mit 7:6 nach Elfmeterschießen gegen den Ligue-2-Fünften Rodez AF durch, der zuvor in Runde eins den Tabellenvierten Red Star FC mit 3:2 bezwungen hatte. Der HSV-Verteidiger gehörte dem Kader abermals nicht an. Und es ist eher unwahrscheinlich, dass das bei den nun anstehenden Do-or-die-Duellen mit Nizza anders sein wird. Das Hinspiel um den letzten Startplatz in Frankreichs erster Liga für die kommende Saison steigt nächste Woche Dienstag (20.45 Uhr) in St. Étienne. Drei Tage später (Freitag, 29. Mai, 20.45 Uhr) hat dann Nizza Heimrecht. Erst nach dem Rückspiel wird die Spielzeit für die AS vorbei sein – und für Soumahoro.
Kaufoption wird nicht gezogen – HSV-Bosse unzufrieden
Dass St. Étienne die Kaufoption für den talentierten Abwehrmann in Höhe von rund fünf Millionen zieht, gilt längst als ausgeschlossen. Und weil die AS-Bosse wohl kaum mit einem Spieler planen werden, der bislang gar keine sportliche Rolle spielte, dürften sie sich auch nicht um eine feste Verpflichtung zu einem geringeren Preis bemühen. Das heißt: Soumahoro wird erst einmal zum HSV zurückkehren, wo man selbstredend alles andere als glücklich ist über dessen Situation in den vergangenen Monaten. Statt sich in seinem Heimatland zu entwickeln und wichtige Spielpraxis zu sammeln, konnte Soumahoro nur trainieren. Für die zweite Mannschaft St. Étiennes durfte er aufgrund der örtlichen Regularien nicht auflaufen.

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Mit dem Wissen von heute hätten die HSV-Verantwortlichen Soumahoro Anfang Februar wohl eher im Volkspark gehalten. Nun bekommen sie einen Spieler zurück, der gänzlich ohne Rhythmus ist und weiter an Selbstbewusstsein eingebüßt haben dürfte. Soumahoros Vertrag in Hamburg läuft noch bis 2029. Der Verein hatte ihn im Februar 2025 als Investition in die Zukunft vom Paris FC geholt. In der Rückrunde der Aufstiegssaison stand Soumahoro verletzungsbedingt aber gar nicht auf dem Spielfeld, und nach seinem HSV-Debüt gegen den FC Bayern im September (0:5) kam er in der Bundesliga nur noch vier weitere Male zum Einsatz. Um andernorts neuen Schwung zu holen, ging er kurz vor dem Ende der Winter-Transferperiode zu St. Étienne, wo er jetzt ein dramatisches Saisonfinale miterleben wird – wo er aber nie richtig glücklich wurde.
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Im Volkspark werden sie den Linksfuß in wenigen Wochen wieder auffangen. Ob die HSV-Bosse ihn für den Kader der nahen Zukunft fest einplanen, darf indes bezweifelt werden. Soumahoro wird sich erst einmal auf den Juni freuen – und seinen Sommerurlaub.