Verwirrung um Königsdörffer-Jubel: Wollte der HSV-Stürmer einen Berliner veräppeln?
Der Stolz über sein bislang bestes Bundesligaspiel war ihm auch am Sonntag noch anzumerken. Nach seinem Doppelpack gegen Union Berlin (3:2) postete Ransford Königsdörffer zwei Fotos auf Instagram, beide zeigen ihn in Jubelposen. Zeugnisse eines großen Tages, nach denen der Angreifer in aller Munde war. Und dennoch: Unmittelbar nach dem Sieg des HSV kochte auch noch eine andere Diskussion hoch, in deren Mittelpunkt Königsdörffer und einer seiner Torjubel standen und die für Verwirrung sorgte.
Er musste verdammt lange auf diesen Lauf warten. Nachdem Königsdörffer eine Woche zuvor in Heidenheim (2:0) sein erst zweites Saisontor erzielt hatte, legte er gegen Union doppelt nach. Wieviel Selbstvertrauen Erfolgserlebnisse geben, wurde vor allem bei seinem Treffer deutlich, als der HSV-Stürmer seinen Gegenspieler Leopold Querfeld mit spielerischer Leichtigkeit vernaschte und dann aus anspruchsvollem Winkel zum 3:1 traf (82.). Danach legte er beim Tor-Jubel die Finger hinter die Ohren, um die ohnehin ausrastenden Fans zu noch lauteren Ovationen zu ermutigen.
Königsdörffer erzielte gegen Union Berlin zwei HSV-Treffer
Deutlich mehr Fragen aber warf Königsdörffers Jubel nach seinem Treffer zum 1:1 (35.) auf. Unmittelbar nachdem er getroffen hatte und in Richtung des Bereichs der mitgereisten Berliner Fans abdrehte, fasste er sich an den Kopf, wankte, hoppelte noch ein wenig und fiel dann schließlich schreiend zu Boden, ehe seine jubelnden Mitspieler ihn feierten. Was sollte das denn?

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Schnell machte auch in den sozialen Netzwerken der Verdacht die Runde, Königsdörffer habe mit seinem Jubel Unions Querfeld einen Denkzettel verpassen wollen. Zur Erinnerung: Der Abwehrspieler der Köpenicker war in der Nachspielzeit des Hinspiels (0:0) nach einer ungestümen Attacke von HSV-Profi Fábio Vieira theatralisch zu Boden gegangen und hielt sich den Kopf, obwohl er dort gar nicht getroffen wurde. Eine Zuspitzung der Ereignisse, die vielleicht mitentscheidend dafür war, dass Vieira glatt Rot sah. Die Hamburger echauffierten sich. „Ich erkenne keinen Kopf-Treffer“, erklärte HSV-Trainer Merlin Polzin damals. „Es war keine Aktion mit Wucht und auch kein Treffer am Kopf.“
Unions Querfeld sorgte nach dem Hinspiel beim HSV für Ärger
Tatsächlich soll Querfelds Aktion aus dem Oktober auch in den Tagen vor dem Spiel Thema in der HSV-Kabine gewesen sein. So schnell vergisst man solche Vorfälle nicht, sie dienen mitunter sogar als Heißmacher. Wollte Königsdörffer mit seinem ungewöhnlichen Tor-Jubel nun auf süße Weise an die Theatralik des Berliners erinnern?

Polzin wollte davon nichts wissen, als er auf der Pressekonferenz nach dem Spiel darauf angesprochen wurde. Er habe bei den Treffern nicht auf den Jubel geachtet, erklärte der Trainer. „Ich habe nichts gesehen. Ich habe mit den Jungs hinter mir gejubelt und habe weniger auf den Platz geschaut.“ Da müsse man schon bei Königsdörffer selbst nachfragen. HSV-Pressesprecher Philipp Langer ergänzte: „Ich habe es gesehen und mich auch gefragt, aber es hatte wohl nichts mit dem Hinspiel zu tun. Aber wir können ihn gerne noch mal fragen, was er da für eine Idee hatte.“
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Tatsächlich soll Königsdörffer dann auf Nachfrage versichert haben, dass sein Jubel nicht an Leopold adressiert war. Was genau er mit seinem gespielten Kopftreffer bildlich darstellen wollte, blieb fürs Erste sein Geheimnis.
Königsdörffer steht mittlerweile bei vier Saisontreffern
Dem HSV wird es unterm Strich egal sein. Viel wichtiger: Polzin scheint nach zwei Dritteln dieser Saison endlich einen Angreifer gefunden zu haben, der in der Lage ist, verlässlich zu knipsen. Weitere Jubel-Arien dürften aus seiner Sicht herzlich willkommen sein.
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