William Mikelbrencis beim Torjubel

William Mikelbrencis feierte in Wolfsburg mit HSV-Torschütze Jean-Luc Dompé (r.). Foto: imago images/Beautiful Sports

Vertrag läuft aus: Polzin schwärmt und setzt sich für HSV-Profi ein

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William Mikelbrencis hat im noch vergleichsweise jungen Jahr 2026 genauso wie viele Torvorlagen beigesteuert wie in seinen dreieinhalb HSV-Jahren zuvor: zwei. Die erste gegen die Bayern (2:2) Ende Januar, die zweite gegen RB Leipzig (1:2) vor eineinhalb Wochen. Insgesamt steht er nun bei vier Assists, was für einen Rechtsverteidiger zu wenig ist. Die Tendenz aber passt, sie stimmt Merlin Polzin zufrieden – hat sie aber auch Folgen für Mikelbrencis‘ Zukunft? Sein Vertrag läuft im Sommer aus.

Die vielen lobenden Worte, die Polzin am Donnerstag über den Franzosen verliert, will er nicht als Plädöyer für eine Vertragsverlängerung verstanden wissen. „Das hat bei der Beantwortung meiner Frage weniger eine Rolle gespielt“, ordnet der Coach auf Nachfrage ein. „Wichtiger ist, was im Hier und Jetzt passiert. Willi hat eine gute Entwicklung genommen und die ist noch lange nicht zu Ende.“ Es ist aber offen, ob sie in der neuen Saison beim HSV weitergeht.

Mikelbrencis empfiehlt sich mit Leistung für HSV-Zukunft

Nach Mikelbrencis‘ jüngsten Leistungen sind die Verantwortlichen um Sportdirektor Claus Costa gewillt, zeitnah in die konkreten Gespräche über eine mögliche Ausdehnung des Arbeitspapiers einzusteigen. Der 22-Jährige hat seine Zukunftsperspektiven zuletzt verbessert – auf dem Platz. „Willi hat teilweise überragende Spiele gemacht“, lobt Polzin und meinte nicht nur die Rückrundenpartien samt der beiden Assists. Sondern auch die verlorenen Duelle in Leipzig (1:2) und in München (0:5). Dennoch stand Mikelbrencis vor der Winterpause nur sechsmal in der Startelf.

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„Wir haben uns teilweise aus taktischen Gründen gegen ihn entschieden“, sagt Polzin, der stattdessen oft Giorgi Gocholeishvili das Vertrauen schenkte. Und spätestens im neuen Jahr gab es dann einen neuen Konkurrenten für Mikelbrencis auf der rechten Seite: den zwischenzeitlich bereits abgeschriebenen Bakery Jatta. „Wir wollten mit Baka ein bisschen mehr Offensivpower bekommen“, erklärt Polzin, der in der vergangenen Woche aber wieder umdenken musste. Denn Jatta verletzte sich gegen Leverkusen (0:1) und wird noch einige Wochen ausfallen.

HSV-Trainer Polzin: „Willi hat viel Zeit in sich investiert“

Beim 2:1 in Wolfsburg startete deshalb wieder Mikelbrencis und überzeugte mit großem Engagement, viel Laufarbeit und einigen Vorstößen über seine Seite. Für Polzin war dieser Auftritt kein Zufall: „Er hat hart an sich gearbeitet, das eine oder andere Mal weniger gespielt, als er sich das vorgestellt hat. Aber wenn du dich über harte Arbeit entwickelst und besser wirst, dann bekommst du auch die Chance. Und wenn du diese Chance bekommst – das ist der zweite Schritt –, musst du auch abliefern. Und das hat Willi in der gesamten Saison getan.“ Polzin gilt als Fan des jungen Rechtsfußes, er setzte schon in der Rückrunde der Aufstiegssaison auf ihn und kennt ihn seit mehreren Jahren.

Mikelbrencis war im August 2022 zum HSV gekommen, sein Schritt vom FC Metz nach Hamburg war sein erster ins Ausland. „Willi ist als junger Kerl zu uns gekommen. Er hat kein Deutsch und kein Englisch gesprochen“, erinnert sich Polzin. „Aber wir alle haben sehr viel Zeit in ihn investiert – und er ebenso in sich selbst.“ 61 Pflichtspiel-Einsätze für die Profis in knapp 43 Monaten sind nicht viel, und erst vier Scorerpunkte (und darunter kein Tor) arg ausbaufähig.

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Polzin stellt allerdings klar: „Wir sind noch lange nicht am Ende mit Willi. Er weiß, welche Schritte er noch gehen muss. Er ist ein schneller Spieler und einfach ein guter Kerl, mit dem es Spaß macht, zu arbeiten.“ Ob der Trainer und der Außenverteidiger das auch über den Sommer hinaus weiterhin tun werden, ist noch unklar. Polzin deutet aber an, dass er eine Vertragsverlängerung befürworten würde: „Wir sprechen darüber, wie er sich das vorstellt, wie wir uns das vorstellen. Wir sind mit dem Spieler eng im Austausch.“ Für den Moment sei aber nur wichtig, „dass Willi am Samstag ein gutes Spiel macht“. Gegen den 1. FC Köln wird Mikelbrencis erneut zur Anfangsformation zählen.

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