Unangenehmer Vorfall in der Büroküche? Neue Vorwürfe gegen Ex-HSV-Boss Kuntz
Neue Vorwürfe gegen den ehemaligen HSV-Sportvorstand Stefan Kuntz: Im „Stern“ berichtet eine Anwältin von sexuellen Anspielungen gegenüber Mitarbeiterinnen des Vereins. Zudem tun sich in dieser Darstellung Widersprüche zur Stalking-Anzeige von Kuntz auf, die dieser inzwischen zurückgezogen hat.
Eine Anwältin, die mehrere Mitarbeiterinnen des HSV vertritt, wirft Kuntz in dem Magazin „unangemessenes Verhalten“ vor. Die Anwältin teilte dem „Stern“ mit, „dass mir meine Mandantinnen im Zusammenhang der internen Aufklärung der HSV Fußball AG & Co. KGaA betreffend deren ehemaligen Mitarbeiter, Stefan Kuntz, von unangemessenen Berührungen, Sprüchen (insbesondere über die Brüste einer der Mitarbeiterinnen), sexuellen Anspielungen und wenig zweideutigen Aufforderungen zu sexuellen Handlungen des Mitarbeiters berichtet haben“.
Widersprüche zwischen Anzeige und Aussagen
Zugleich berichtet der „Stern“ von deutlichen Widersprüchen zwischen einer von Kuntz erstatteten Strafanzeige wegen angeblicher Nachstellung und den Schilderungen der betroffenen Frauen. In der Anzeige hatte Kuntz sich als Opfer von Stalking dargestellt – mit anonymen Liebesbriefen, Anrufen und aufdringlichen Annäherungen durch Mitarbeiterinnen. Die Anzeige ging kurz nach Beginn vereinsinterner Untersuchungen gegen Kuntz ein.
„Unangenehme Situation“ in der Büroküche
Laut „Stern“ finden sich mehrere der von Kuntz geschilderten Situationen in internen Unterlagen des HSV – allerdings in gegenteiliger Darstellung. So berichte Kuntz in der Strafanzeige, in einer Büroküche in eine für ihn unangenehme Situation gebracht worden zu sein. Einer Mitarbeiterin zufolge soll allerdings Kuntz derjenige gewesen sein, der in jener Küche offenbar die Nähe auf unangemessene Weise gesucht haben soll.
Gin Tonic auf Mallorca
Fragen werfe auch eine Urlaubs-Episode auf Mallorca auf. Während Kuntz angegeben habe, eine Mitarbeiterin habe ihn dort zu einem Treffen gedrängt, teilt deren Anwältin mit, aus Chatnachrichten gehe hervor, dass Kuntz selbst dreimal ein Treffen – unter anderem auf einen Gin Tonic am Abend – vorgeschlagen habe. Laut „Stern“ haben weder Kuntz noch dessen Anwälte auf Nachfragen zu einer Stellungnahme reagiert.
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Zuvor hatte Kuntz in der „Süddeutsche Zeitung“ die Vorwürfe zurückgewiesen. Der HSV widersprach seiner Darstellung des Trennungsprozesses öffentlich. Eine rechtliche Klärung der vorgebrachten Vorwürfe steht noch aus.
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