Umstritten, verpönt, revolutionär: Die denkwürdigsten HSV-Trikots
Gerade erst überraschte der HSV seine Fans auf besondere Weise. Das Sondertrikot nach 1887 Bundesligaspielen wurde im Nu zum Kassenschlager – und befindet sich in guter Gesellschaft. Mehr als 200 HSV-Trikots gibt es bereits, manche schrieben Geschichte. Weil sie für Erfolge stehen, enorm polarisierten oder nur einmal getragen wurden. Die MOPO verschafft einen Überblick über die umstrittensten, verpöntesten und revolutionärsten HSV-Trikots aller Zeiten.
Denkwürdig: Das erste HSV-Bundesliga-Trikot 1963
Stolz präsentiert Uwe Seeler das Trikot, mit dem der HSV 1963 in die erste Saison der neugegründeten Bundesliga startet. Dieses Jersey soll sich über Jahre hinweg kaum verändern. Lediglich die Größe der Raute und die Form des Kragens variieren.
Ungewöhnlich: Das himmelblaue Trikot aus der Saison 1967/68
Mangelnde Farbenfreude kann man den HSV-Designern nicht vorwerfen. Das Jersey, mit dem sich Bernd Dörfel hier 1967 auf den Weg in Richtung des gegnerischen Tores macht, hätte auch jedem Spieler von 1860 München gut gestanden.
Revolutionär: Das pinke Trikot aus der Saison 1976/77
Mehr weibliche Fans sollen in den Volkspark strömen – diese Idee liegt dem damaligen HSV-Manager Peter Krohn 1976 auf dem Herzen. Nicht zuletzt deshalb verpasst er den Profis pinke Trikots. Arno Steffenhagen, Ferdi Keller und Felix Magath (v.l.) scheint’s zu gefallen.
Verpönt: Das grüne HSV-Trikot aus der Saison 1977/78
Heutzutage undenkbar: In drei Spielzeiten beflockt der HSV ein Ausweichtrikot in der Farbe seines Nordrivalen Werder. Das hier abgebildete Jersey stammt aus der Saison 1977/78. Letztmals lief der HSV im April 1997 in Karlsruhe in Grün auf – und verlor 1:3. Wen wundert’s.
Rar: Das missratene Trikot aus der Saison 1978/79
Irgendwas passt hier nicht – oder? Mit viel zu großem V-Ausschnitt treten Kevin Keegan und der HSV Ende Juli 1978 zum Testspiel in Lehrte an. Nach dem 9:1-Erfolg wandert das Shirt in die Mottenkiste. Keegan stört der Kragen allerdings nicht, er trifft trotzdem zweimal.
Ikonisch: Die BP-Trikots des HSV aus den 80er-Jahren
Von Ende der 1970er- bis Mitte der 1980er-Jahre ist „BP“ Trikotsponsor des HSV. In den Jerseys mit dem Schriftzug seines Partners erlebt der Verein die erfolgreichsten Jahre seiner Geschichte. Auch Franz Beckenbauer läuft damit auf und ist hier nicht mal von zwei Leverkusenern zu stoppen.
Legendär: Das Sieger-Trikot aus dem Europacup-Finale 1983
Dieser Tag wird wohl nicht mehr zu toppen sein. Im Mai 1983 absolvieren Holger Hieronymus, Ditmar Jakobs und Manfred Kaltz (v.l.) in Athen eine Ehrenrunde mit Pokal. Zuvor besiegten sie in ihren roten Trikots Juventus Turin im Endspiel des Europapokals der Landesmeister mit 1:0. Ohne Werbung – die ist damals im Europacup nicht gestattet
Umstritten: Das TV-Spielfilm-Trikot aus der Saison 1994/95
Weil der HSV (hier Jürgen Hartmann) permanent negative Schlagzeilen produziert, verschwindet Hauptsponsor „TV Spielfilm“ in den letzten Wochen der Saison 1994/95 von der Brust. Das Shirt ist auch deshalb unvergessen, weil nicht wenige HSV-Fans es als besonders hässlich einstufen.
Stilvoll: Das HSV-Heim-Trikot aus der Saison 2022/23
Über Geschmack lässt sich streiten, in diesem Fall aber waren sich viele einig. Mario Vuskovic und seine Kollegen setzen in der Serie 2022/23 mit einem schlichten und stilvollen Trikot ein optisches Highlight.
Beliebt: Das Aufstiegs-Trikot aus der Saison 2024/25
Keine Jerseys verkauften sich bislang besser als die HSV-Aufstiegstrikots aus der vergangenen Saison. Mehr als 90.000-mal gingen Heim-, Auswärts- und Ausweichjerseys über den Ladentisch. Auch Ransford Königsdörffer (hier nach seinem 2:1 im Heimspiel gegen Ulm) hat sicher noch eines im Schrank liegen.
Begehrt: Das aktuelle Sondertrikot des HSV 2026
Die Begeisterung rund um das Jubiläumstrikot nimmt kein Ende, mehr als 70.000 Bestellungen gingen beim HSV ein – so viele wie nie zuvor für ein Einzeltrikot. Die Besonderheit: In der Rückennummer 1887 sind die Namen aller 465 Spieler verewigt, die für den HSV in der Bundesliga spielten. Auch der von Fábio Vieira darf da nicht fehlen.