Christoph Kramer am Mikrofon von Prime-Video

Christoph Kramer steht in dieser Saison unter anderem für Prime-Video als Experte am Mikrofon. Foto: picture alliance / HMB Media

Überraschende Kramer-Aussagen zum nächsten HSV-Gegner

kommentar icon
arrow down

Aus der englischen Woche wurde für den HSV plötzlich eine reguläre Woche mit nur einer Partie – weil das Spiel gegen Bayer Leverkusen kurzfristig abgesagt werden musste. Der nächste Hamburger Gegner ist jetzt Borussia Mönchengladbach. Sofern es nicht erneut erhebliche Sicherheitsbedenken gibt, gastieren die „Fohlen“ am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) im Volkspark – und das als eine Mannschaft, die sich im Vergleich zu den ersten Saisonmonaten merklich stabilisiert hat. Diese Entwicklung gefällt auch Christoph Kramer – und dennoch bremst die Gladbacher Mittelfeld-Legende.

Ende Oktober, im Anschluss an den 8. Spieltag, hatte die Borussia mit nur zwei Punkten auf dem letzten Tabellenplatz gestanden. Auch die ersten Bundesligapartien unter Eugen Polanski liefen ergebnismäßig suboptimal, nachdem Ex-Coach Gerardo Seoane bereits vor dem 4. Spieltag entlassen worden war. Doch langsam, aber sicher arbeitete sich Gladbach anschließend in die Saison – dank Polanski, der nach fast zwei Monaten als Interimstrainer im November schließlich zum Chefcoach befördert wurde.

Kramer über Gladbach: „Das hätten alle unterschrieben“

Der größten Abstiegssorgen hat sich die „Fohlenelf“ seither entledigt, zum Auftakt ins neue Jahr gewann sie am Sonntag mit 4:0 gegen den FC Augsburg. Am Mittwochabend setzte es dann zwar eine empfindliche 1:5-Pleite in Hoffenheim, abgerutscht im Tableau ist Gladbach (weiterhin Rang zehn, 19 Punkte und damit drei mehr als der HSV) aber nicht. Der Sicherheitsabstand auf den ersten Abstiegsplatz hatte sich bereits vor der Winterpause stückweise vergrößert.

Doch Ex-Profi Kramer, der in seiner Karriere 288-mal für die Gladbacher auflief, ist darum bemüht, die grundsätzlich neu aufgeflammte Euphorie am Niederrhein zu kanalisieren. Seiner Meinung nach müsste man angesichts des schwierigen Auftakts am Saisonende mit einer Mittelfeldplatzierung zufrieden sein – auch wenn sich das unspektakulär anhöre.

Pünktlich zum Wochenende erhalten Sie von uns alle aktuellen News der Woche rund um den HSV kurz zusammengefasst – direkt per Mail in Ihr Postfach.
Mit meiner Anmeldung stimme ich der Werbevereinbarung zu.

In der neuen Folge des Podcasts „Copa TS“, die vor Gladbachs Klatsche in Hoffenheim aufgezeichnet wurde, sagte der 34-Jährige: „Ich würde mir sehr wünschen, dass es eine ganz langweilige Saison wird. Langweilig ist nie gut, aber nach diesem Start hätten wir das alle unterschrieben.“ Eine eher wenig begeisternde Spielzeit „im Niemandsland“ der Tabelle, also irgendwo zwischen Bundesligaplatz acht und 13, wäre für Gladbach „fast eine halbe Europa-League-Qualifikation“, findet Kramer. Es sind durchaus überraschende Aussagen des ehemaligen Nationalspielers, denn die Ansprüche bei seinem Herzensklub sind normalerweise andere, viel größere. Normalerweise. Die Realität sieht schon seit einigen Jahren anders aus. Und am Mittwochabend beim 1:5 in der PreZero-Arena wurde sie der Mannschaft mal wieder knallhart vor Augen geführt.

TV-Experte lobt Polanskis Umgang mit Florian Neuhaus

Das letzte Mal international vertreten war Gladbach in der Saison 2020/21 – und damals schied man erst im Achtelfinale der Champions League (!) gegen Manchester City aus (0:2/0:2). Im Hinspiel stand Kramer sogar in der Startelf. Die Zeiten haben sich geändert bei der Borussia, die seit 2008 ununterbrochen Bestandteil der Bundesliga ist. In drei der vergangenen vier Spielzeiten stand Tabellenplatz zehn in der Endabrechnung zu Buche, 2023/24 entging der Klub als 14. nur knapp dem Abstieg. Für konstante Stabilität konnte keiner der ehemaligen Trainer sorgen – ob Adi Hütter (2021 bis 2022), Daniel Farke (2022 bis 2023) oder Seoane, der im Sommer 2023 übernahm und seinen Posten im September 2025 nach viel Unruhe räumen musste.

Florian Neuhaus (l.) und Christoph Kramer spielten jahrelang Seite an Seite für Gladbach. imago images/Eibner
Florian Neuhaus und Christoph Kramer im Gladbach-Outfit
Florian Neuhaus (l.) und Christoph Kramer spielten jahrelang Seite an Seite für Gladbach.

Unter Ex-Profi Polanski läuft es nun wieder. Der 39-Jährige lässt attraktiveren Fußball spielen und hat Spielern wie Florian Neuhaus, der wegen eines sommerlichen Mallorca-Videos zwischendurch aufs Abstellgleis geraten war, neues Vertrauen geschenkt. Kramer ist sehr gut befreundet mit dem 28-jährigen Mittelfeldmann und ist begeistert von dessen jüngsten Entwicklungsschritten.

Das könnte Sie auch interessieren: Sperren drohen – umso wichtiger ist diese HSV-Nachricht

„Flo Neuhaus – es ist ganz heftig, wenn man Leuten vertraut“, sagt der TV-Experte über Polanskis erfolgreichen Umgang mit Neuhaus, der in Hoffenheim etwas überraschend 90 Minuten auf der Bank blieb, am Samstag gegen den HSV aber wieder in der Startelf stehen könnte. Generell meint Kramer: „Wenn du siehst, wie Flo jetzt spielt, wie er auf dem Ball steht, was er für ein Gefühl für dieses Spiel hat, das war nie weg. Er brauchte nur einen mit Eugen Polanski, der wieder an ihn glaubt. Und er zahlt dieses Vertrauen und diesen Glauben sofort wieder zurück.“ Auch am kommenden Wochenende in Hamburg? Sofern das noch auf der Kippe stehende Traditionsduell stattfindet, wird Kramer es beobachten.

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test