HSV-Profi Nicolai Remberg behauptet sich im Hinspiel bei den Bayern gegen Michael Olise

Mit Herz und Griffigkeit: Nicolai Remberg (r.) und seine Kollegen wollen den Bayern um Michael Olise am Samstag zeigen, dass sie dagegenhalten können. Foto: imago/Sven Simon

„Wut steckt in uns“: Bayern-Stars drohen dem HSV nach erster Saisonpleite

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Sie sind tatsächlich schlagbar, wer hätte das gedacht? Der FC Augsburg zeigte der Bundesliga, was an einem perfekten Tag gegen die übermächtigen Bayern möglich ist. Mit dem 2:1 in der Allianz Arena fügte der Underdog dem großen Favoriten die erste Niederlage dieser Spielzeit zu – und nicht nur in Hamburg fragt man sich: Ist dem HSV am kommenden Samstag (18.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) Ähnliches zuzutrauen? Oder bekommt er die Wut der Bayern nun erst recht zu spüren?

Auf diese Sensation hätten sie im Volkspark gut und gern verzichten können. Ausgerechnet die Augsburger, einer der HSV-Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt, sorgten für den bislang größten Paukenschlag dieser Saison und zogen dadurch in der Tabelle an den Hamburgern vorbei. Damit schmolz der Puffer des HSV auf Relegationsplatz 16 auf drei Zähler zusammen.

Der HSV holte in den vergangenen 15 Jahren nur drei Remis gegen die Bayern

Kann auch der HSV die Bayern ärgern? Das wäre eine noch größere Überraschung, denn Spiele gegen den Rekordmeister waren für die Profis der Rothosen und ihre Fans in den vergangenen 15 Jahren nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig. Eher für die Konkurrenz, die sich darüber freute, wenn der HSV mal wieder die Bude vollbekam. 6:68 Gegentore hagelte es in den 18 Partien seit Februar 2010, ganze drei Unentschieden gelangen den Hamburgern. Die letzten Siege gegen die Bayern gab es 2009 (zweimal 1:0).

Auch im Hinspiel setzte es ein 0:5, nachdem die Bayern nach 29 Minuten bereits mit 4:0 vorn lagen. Nun aber macht Augsburg der Liga Hoffnung.

Mladen Petric trifft am 26. September 2009 zum 1:0-Sieg des HSV gegen ​​​​​​​die Bayern. imago/Team 2
Mladen Petric jubelt gegen den FC Bayern München
Mladen Petric trifft am 26. September 2009 zum 1:0-Sieg des HSV gegen ​​​​​​​die Bayern.

Erstmals seit März 2025 verloren die Münchner wieder ein Bundesligaspiel (damals ebenso überraschend 2:3 gegen Bochum). Ohnehin tun sie sich in dieser Serie wenn überhaupt gegen die kleineren Gegner schwer. Gegen Mainz und Union Berlin (je 2:2), auch gegen St. Pauli (3:1), als der Sieg erst in der Nachspielzeit herausgeschossen wurde. Gegen Augsburg glückte dies nicht.

Bayern-Torjäger Kane will eine Reaktion auf die Pleite zeigen

Das Problem des HSV: Der Blick der Bayern ging sofort nach vorn. „Die Wut, die jetzt in uns steckt, wollen wir im nächsten Spiel auf den Platz bringen“, versprach Abwehrchef Jonathan Tah. Torjäger Harry Kane stellte fest: „Das Wichtigste, was wir tun können, ist, zurückzukommen – mit einer Reaktion auf dem Platz.“


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Die wollen die Bayern direkt am Mittwoch zeigen, wenn sie zum Abschluss der Champions-League-Ligaphase in Eindhoven antreten. Aber es ist auch davon auszugehen, dass die Profis von Trainer Vincent Kompany im Anschluss in der Liga direkt wieder ihre Muskeln spielen lassen wollen, um den Eindruck der Augsburg-Pleite zu korrigieren. Am Samstag im Volkspark.

Der HSV ist in dieser Saison heimstark

Trotz der eigenen Heimstärke dieser Spielzeit (15 seiner 18 Zähler holte der HSV im Volkspark, ist dort seit fünf Spielen unbesiegt) schätzen die HSV-Profis die Lage realistisch ein. „Da kommt eine Mannschaft von unfassbarer Qualität“, sagte Mittelfeldmann Nicolai Remberg direkt nach dem 0:0 im Derby bei St. Pauli. „Aber wir sind alle Sportler und wir wollen alle unser Bestes geben. Gerade zu Hause müssen wir uns mit allem reinschmeißen, was geht.“ Die Klatsche aus dem Hinspiel diene allerdings als Warnung: „Das wollen wir nicht noch mal. Aber die Qualität von Bayern kann man natürlich jetzt auch nicht schlechtreden.“ Auch Luka Vuskovic weiß: „Zu Hause gegen eins der stärksten Teams Europas zu spielen, wird schwierig, aber wir geben unser Bestes.“

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Worte, die am Freitagabend fielen und von großem Respekt zeugten. Tags darauf dann zeigten die Augsburger der Liga, was gegen die Bayern möglich ist, und holten sich drei unverhoffte Bonuspunkte im Abstiegskampf. Nach dem trainingsfreien Sonntag wird nun HSV-Trainer Merlin Polzin seine Profis ab Montag darauf einstimmen, Ähnliches vollbringen zu können. Auch gegen die Bayern ist nichts ausgeschlossen – diese Lehre bleibt nach diesem Bundesliga-Wochenende.

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