Trauriger HSV-Rekord: So wird es verdammt schwer mit dem Klassenerhalt
So sehr sich der HSV beim 1:2 in Freiburg über manch fragwürdige Entscheidung von Schiedsrichter Timo Gerach echauffierte: Letztlich mussten sich die Hamburger nach der fünften Bundesliga-Auswärtspleite in Folge auch an die eigene Nase fassen. Denn im Breisgau stellten sie einen unrühmlichen Vereinsrekord ein und kassierten am 16. Spieltag bereits den sechsten Platzverweis der Saison. Bekommt der HSV dieses Problem nicht in den Griff, dürfte es im Kampf um den Klassenerhalt sehr eng werden.
Diesmal war Daniel Elfadli der Übeltäter, wenngleich der Abwehrmann Pech hatte. Seine erste Verwarnung in Freiburg (4. Minute) war umstritten, Gelb-Rot und der Strafstoß zum 1:1 (Foul an Lucas Höler/50.) schon eher vertretbar. Unterm Strich ist das halbe Dutzend noch vor dem Ende der Hinrunde voll. Das passierte dem HSV zuvor nur einmal, in der Serie 1994/95.
HSV-Trainer Polzin hat genug von den Platzverweisen gegen seine Profis
Das geht auch Merlin Polzin zu weit. „Wenn du zu elft in der Bundesliga bestehen willst, ist das als HSV und als Aufsteiger schon sehr anspruchsvoll“, so der Trainer. „Aber wenn du zu zehnt bist, erhöht das nicht gerade deine Wahrscheinlichkeiten. Deshalb ist das sicherlich ein Thema, worüber wir mit den Jungs wiederholt sprechen werden und wo wir uns einfach cleverer anstellen müssen. Daraus müssen wir lernen.“

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Ein Lerneffekt, der bislang ausblieb. Als ersten erwischte es in dieser Saison Giorgi Gocholeishvili (Gelb-Rot gegen St. Pauli/2. Spieltag), dann Fábio Vieira (glatt Rot bei Union Berlin/5. Spieltag), anschließend Vieira und Immanuel Pherai in Köln (beide Gelb-Rot/9. Spieltag). Zuletzt Alexander Røssing-Lelesiit (Gelb-Rot gegen Stuttgart/12. Spieltag), nun Elfadli. Der Abwehrmann wird am Dienstag gegen Leverkusen aussetzen müssen.
HSV-Profi Remberg nimmt seine Kollegen in Schutz, mahnt aber auch
Nicolai Remberg will dennoch nicht den Stab über seine Kollegen brechen. Von einem Disziplinproblem zu sprechen, „hört sich fies an. Aber wir haben viele Gelb-Rote Karten bekommen. Hätten wir hier mit elf Mann weitergespielt, hätten wir gute Chancen auf einen Punkt gehabt“, so der Mittelfeldmann nach der Pleite in Freiburg. Die Unterzahl aber kostete Kraft. „Irgendwann steht dann halt einer in der Mitte frei“, bekannte Remberg. Wie beim Freiburger 1:2, allen Protesten über das vermeintliche Foulspiel vor dem Treffer und der Kritik am Schiedsrichter zum Trotz.
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Polzin wird im Nachgang der Partie eingehend mit seinen Profis sprechen, um die gelb-rote Gefahr in den Griff zu bekommen. Der Coach weiß: „Das sollten wir schleunigst tun, um unsere Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dann auch Spiele zu gewinnen.“
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