„Die Nummer eins im Norden sind wir!“ Drei Traumtore – HSV feiert irren Derbysieg
Nimmt dieser Wahnsinn denn niemals ein Ende? Wieder begeisterte der HSV seine Fans, erneut bebte der Volkspark noch lange nach dem Abpfiff. Eine Woche nach dem Last-Minute-2:1 gegen Stuttgart legten Merlin Polzin und seine Profis die nächste hochemotionale Gala auf den Rasen und besiegten Werder Bremen mit 3:2 (0:1). „Die Nummer eins im Norden sind wir“, sangen die HSV-Fans und schunkelten dazu – weil der HSV das packende Nordderby mit drei Sahne-Toren für sich entschied.
Sie wollten das Feld ihrer erfüllten Träume gar nicht mehr verlassen, so sehr genossen die HSV-Profis die Ovationen ihrer Fans. „Dieser Sieg bedeutet uns alles“, jubilierte Abwehrmann Luka Vuskovic, der zuvor mit seinem Hacken-Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 für den wohl größten Höhepunkt dieser Partie gesorgt hatte. „Was hier alles passiert ist, war der absolute Wahnsinn“, stellte auch HSV-Kollege Miro Muheim fest.
Die HSV-Profis kamen vor dem Derby zu Fuß zum Stadion
Ein Wahnsinn, der bereits vor der Partie zu spüren war. Da stiegen die HSV-Profis unmittelbar vor dem Stadion aus ihrem Mannschaftsbus aus und legten die letzten 150 Meter zu Fuß zurück. Ein Vollbad in den Emotionen der Fans, das auch dem Letzten verdeutlichte, wie viel beim ersten Derby seit Februar 2022 auf dem Spiel stand. „Danke an jeden, der diese Ankunft zu einem besonderen Moment gemacht hat“, sagte Polzin später.

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Allerdings: Vor der Pause traf nur Werder, obwohl der HSV mehr vom Spiel hatte und durch Rayan Philippe (23.) in Führung hätte gehen müssen. Besser machte es Jens Stage für die Bremer. Nach einem kapitalen Fehler von Nicolás Capaldo im Aufbau zog der Däne auf und davon und traf per Flachschuss zum 0:1 (45.). Nicht schön für die Heimelf. Dann aber nahm der HSV-Wahnsinn gleich dreimal seinen Lauf …
Sambi Lokonga traf zum Ausgleich gegen Werder
63. Minute: Albert Sambi Lokonga wird vor dem Bremer Tor hart bedrängt, legt sich den Ball mit der Hacke vor und trifft trocken links zum 1:1.

75. Minute: Nach Fábio Vieiras Freistoß nimmt Vuskovic den Ball mit der Hacke volley und markiert das 2:1 für den HSV. Schon da gibt es unter den 56.100 Fans – einige Sitze blieben aus Sicherheitsgründen frei – kein Halten mehr. Aber: Drei Minuten später gleicht der gebürtige Hamburger Njinmah für Werder aus – 2:2.

84. Minute: Der Schlussakt des wilden Spiels – und was für einer! Nach Muheims Solo zirkelt der gerade eingewechselte Yussuf Poulsen die Kugel links unten zum 3:2 ins Werder-Tor. Saisontor Nummer eins für den so verletzungsgeplagten Dänen – und der Derbysieg für den HSV. Und niemand spricht mehr über das bittere Pokal-Aus vom vergangenen Mittwoch gegen Holstein Kiel (2:4 im Elfmeterschießen).
Der HSV hat bereits sieben Zähler Vorsprung auf St. Pauli
Für den HSV nicht nur ein großer Erfolg gegen den Rivalen von der Weser, sondern auch einer, der Polzins Team (steht nun bei 15 Punkten) ein fettes Polster auf die direkten Abstiegsplätze verschafft. Sieben Zähler beträgt der Vorsprung auf den Vorletzten St. Pauli, gar neun auf Schlusslicht Mainz. Eine Menge Holz.
„Es war ein ganz besonderer Moment, den wir in unserem besonderen Volksparkstadion genießen durften“, schwärmte Polzin nach dem Erfolg. „Die Mannschaft kann gemeinsam mit dem Stadion eine Energie und ein Powerplay entfachen, das zwangsläufig zu Toren führt.“
Polzin und die HSV-Profis machen die Fans glücklich
Polzin, seine Profis und alle HSV-Fans verließen den Volkspark mit einem breiten Grinsen. „Wir haben schon vorher gesagt, dass es um mehr als drei Punkte geht“, so der Coach. „Weil wir wussten, was es den Fans bedeutet.“
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Eine erfüllte Mission, die noch lange nachhallen dürfte. Sieben Jahre nach dem damaligen Sturz in die Zweite Liga ist der Volkspark wieder die größte Festung des Nordens.
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