Top-und-Flop-Auftritt in Dortmund: Der HSV-Plan mit Mikelbrencis steht
William Mikelbrencis stand sinnbildlich für den HSV in Dortmund: zunächst top, hinten heraus aber kein guter Job. Der Auftritt des Franzosen war beim 2:3 genauso wechselhaft wie die Leistung des gesamten Hamburger Teams – mit Ausnahme des überragenden Daniel Heuer Fernandes. Der Kontrakt des Keepers läuft im Sommer aus, der HSV will verlängern. Auch Mikelbrencis‘ Vertrag endet, und bei ihm steht der Plan der Bosse ebenfalls.
Der Top-und-Flop-Auftritt des 22-Jährigen gegen den BVB hat nichts am Vorhaben der Verantwortlichen um Claus Costa geändert: Sie wollen mit Mikelbrencis verlängern. In einem ersten Austausch mit dem Berater des Spielers soll der HSV-Sportdirektor dies bereits so deutlich formuliert haben. Im Rahmen der Länderspielpause könnten die Gespräche fortgesetzt werden. Neben Trainer Merlin Polzin sieht auch Costa noch viel Potenzial in Mikelbrencis.
HSV will auslaufenden Vertrag von Mikelbrencis verlängern
Dass in ihm verlässliche Offensivqualitäten stecken, bewies der Rechtsverteidiger in den vergangenen Wochen so sehr wie noch nie, seit er im Sommer 2022 nach Hamburg gekommen war. Mikelbrencis bereitete innerhalb von sieben Wochen doppelt so viele Tore vor wie in seinen dreieinhalb HSV-Jahren zuvor. Seit Samstagabend steht er bei vier Assists in 2026 – weil er BVB-Verteidiger Daniel Svensson unter Druck setzte, fair vom Ball trennte und er schleißlich optimal für den einschussbereiten Philip Otele servierte (19.). Das Führungstor ging vor allem auf seinen Mut im Pressing zurück. Und auf seine Übersicht. Mikelbrencis kann flanken, das zeigte er zum wiederholten Male.

Nach einer sehr ordentlichen ersten Hälfte war die Wucht des BVB im zweiten Durchgang aber auch für ihn zu groß. Noch dazu leistete er sich zwei entscheidende Aussetzer: Das Gegentor zum 1:2 leitete er ein, weil er Maximilian Beier in einer eigentlich bedingt gefährlichen Strafraumszene am Fuß traf – den fälligen Elfmeter verwandelte Ramy Bensebaini (73.). Und vor dem 2:2 durch Stürmer Serhou Guirassy (79.) beförderte Mikelbrencis den Ball mit einem verunglückten Einwurf in Dortmunder Füße. Das war unglücklich und unnötig, finden auch Trainer und HSV-Bosse.
Stammspieler rechts hinten? HSV-Bosse haben Vertrauen
Im Volkspark weiß man, dass Mikelbrencis noch einige Schritte zu gehen hat, um zu einer dauerhaft verlässlichen Größe auf Bundesliganiveau zu werden – vor allem defensiv. Costa und Polzin wollen diesen Weg jedoch mit ihm gehen. Schon zuletzt hatte sich der Chefcoach öffentlich für eine Vertragsverlängerung ausgesprochen und gesagt: „Wir sind noch lange nicht am Ende mit Willi. Er ist einfach ein guter Kerl, mit dem es Spaß macht, zu arbeiten.“

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Dass es Mikelbrencis in (zu) vielen Abwehrszenen noch an der nötigen Antizipationsfähigkeit und Cleverness fehlt, liegt aus Sicht der Verantwortlichen daran, dass der Profi selten über einen längeren Zeitraum gesetzt war. Und wenn, dann war das noch in der 2. Liga. Im Oberhaus ist der Franzose erst jetzt konstant der Platzhirsch auf der rechten Seite. Seine läuferischen Qualitäten kommen ihm auf dieser Position zugute. Und er soll sie auch zukünftig einbringen: Der klare Plan des HSV ist es, Mikelbrencis von einer Ausweitung der Zusammenarbeit zu überzeugen – auch wenn sich Costa im Sommer darum bemühen dürfte, externe Verstärkung für die Kaderplanstelle rechts hinten zu finden. Zumal ein Verbleib von Donezk-Leihgabe Giorgi Gocholeishvili derzeit eher unwahrscheinlich ist. Die Kaufoption von rund vier Millionen Euro ist hoch, vermutlich zu hoch für einen Nicht-Stammspieler wie den Georgier.
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Mikelbrencis‘ Marktwert wurde kürzlich von zwei auf drei Millionen Euro korrigiert. Seine Leistung in den ersten 45 Minuten von Dortmund rechtfertigte dieses Upgrade. Sein Auftritt in der Schlussphase dagegen war eher Flop-artig und brachte den HSV um einen Punktgewinn. Um seinen Stammplatz muss er in der Länderspielpause aber nicht fürchten. Stattdessen könnten die Gespräche über seine Zukunft in die vorentscheidende Phase gehen.
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