Top-Torschütze im Fokus mehrerer Klubs: Verliert der HSV ein Sturm-Talent?
Wie schnell man mit guten Leistungen im HSV-Nachwuchs den Sprung zu den Profis schaffen kann, machten in den vergangenen Jahren Fabio Baldé (20) und Otto Stange (18/derzeit an Elversberg verliehen) vor. Aktuell sorgt mit U21-Knipser Maurice Boakye das nächste Offensiv-Talent im Volkspark für Schlagzeilen – doch anders als bei Baldé (Vertrag bis 2029) und Stange (bis 2028), die mit langfristigen Profi-Verträgen ausgestattet wurden, droht dem HSV womöglich ein rascher Abgang des Angreifers.
Keiner trifft beim HSV öfter als er. Neunmal knipste Boakye in seinen 18 Regionalliga-Einsätzen dieser Saison und ist einer der Hauptgaranten dafür, dass die U21 den Weg aus dem Tabellenkeller ins gesicherte Mittelfeld fand. Doch während der 21-Jährige bislang vergeblich auf eine Chance bei den Profis wartete, öffnen sich nun andere Türen für ihn: Mehrere Profi-Vereine sind daran interessiert, Boakye möglichst schon im Winter zu verpflichten. Verliert der HSV eines seiner größten Sturm-Talente?
HSV-Talent Maurice Boakye trifft alle 152 Minuten ins Tor
Alle 152 Minuten trifft Boakye ins gegnerische Tor, allein in den vergangenen neun Partien gelangen ihm acht Treffer. Zahlen, die sich herumgesprochen haben. Nach MOPO-Informationen stehen die Klubs bei Boakye Schlange. Deutsche Zweitligisten und Vereine aus den Niederlanden, Dänemark, der Schweiz und Frankreich bekunden Interesse an dem Talent. Insbesondere mehrere französische Klubs haben Boakye auf dem Zettel, seit er in diesem Sommer im Land des Vize-Weltmeisters groß auftrumpfte. Beim renommierten Nachwuchs-Turnier „Tournoi Européen“ erzielte er in vier Partien fünf Treffer und besiegte mit der U21 des HSV unter anderem den Nachwuchs von Paris St. Germain. Klar, dass die zahlreichen französischen Scouts, die den Partien am Spielfeldrand beiwohnten, Boakyes Namen in ihre Handys tippten.

Das Problem des Angreifers: Beim HSV ist die Luft durch den zurückliegenden Bundesliga-Aufstieg für Talente dünner geworden, die Anforderungen sind nochmals gestiegen. Auch deshalb durfte Boakye bislang nur in Ausnahmefällen mal bei den Profis mittrainieren. Eine dauerhafte Beförderung ist derzeit nicht angedacht. Trotz der Treffer-Armut mit nur einem Mittelstürmer-Tor in dieser Spielzeit (Ransford Königsdörffer gegen Dortmund).
Boakye wechselte vom VfB Stuttgart II zurück zum HSV
Genau diese Profi-Perspektive wird allerdings ausschlaggebend dafür sein, wie es mit Boakye in den kommenden Monaten weitergeht. Im Februar wechselte der gebürtige Hamburger von der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart zurück in den Volkspark, sein Vertrag aber endet nach dieser Saison. Bereits in den kommenden Wochen dürfte mit den Bossen ein Gespräch über die Zukunft anstehen. Möglich, dass dann auch über einen Winter-Wechsel gesprochen wird, sollte Boakye nicht das Gefühl bekommen, spätestens im Sommer den Sprung zu den Profis schaffen zu können. Im Normalfall aber wird er die Saison im Volkspark zu Ende spielen wollen, zumal er seine Situation realistisch einschätzen soll. Der Angreifer ist sich darüber im Klaren, wie schwer und steinig der Weg aus der vierten Liga in den Bundesliga-Kader ist.
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Offen auch, ob der HSV Boakye im Winter überhaupt ziehen lassen würde. Zu groß ist der Wert des Stürmers für die Regionalliga-Truppe. Letztlich könnte es ähnlich laufen wie bei Omar Sillah. Der 22-Jährige erzielte in der Vorsaison 20 Treffer für die U21 des HSV und wurde Torschützenkönig der Regionalliga. Bei den Profis war er chancenlos, wechselte dann im Sommer ablösefrei zu Zweitligist Greuther Fürth, wo er kürzlich sein erstes Saisontor erzielte. Geht Boakye einen ähnlichen Weg?
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