Drama tief in der Nacht: Bittere WM-Nachricht für einen HSV-Offensivmann
Am Dienstagabend hatte Immanuel Pherai einiges auf dem Zettel. Zunächst war er in einem Livestream der Hamburger eSports-Abteilung zu Gast, dann besuchte er das Restaurant „Henriks“ an der Tesdorpfstraße, wie er auf Snapchat wissen ließ. Und gegen 21 Uhr wurde der HSV-Profi dann noch einmal auf Instagram aktiv: Dort repostete er den Beitrag der surinamischen Nationalmannschaft, der an das entscheidende WM-Qualifikationsspiel gegen Guatemala erinnerte. Ebendieses fand in der Nacht auf Mittwoch statt – und lief nicht wie von Pherai und Co. erhofft.
Mit einem 2:0-Sieg hätte Suriname das WM-Ticket sicher gehabt. Doch der Traum von der erstmaligen Teilnahme an der Endrunde der Weltmeisterschaft ist geplatzt, zumindest vorerst. Das Team des diesmal nicht nominierten Pherai verlor in Guatemala mit 1:3, bleibt so bei neun Punkten – und musste Panama, das parallel El Salvador mit 3:0 besiegte, in der Tabelle der Gruppe A vorbeiziehen lassen (jetzt zwölf Zähler). Durch den Sprung auf Platz eins am letzten Spieltag steht Panama – neben Haiti und Curacao – als WM-Teilnehmer aus dem CONCACAF-Raum fest.
Kein direktes WM-Ticket: Suriname muss in die Playoffs
Suriname, der kleinste unabhängige Staat Südamerikas, muss dagegen in die interkontinentalen Play-offs, die im Frühjahr 2026 stattfinden. Genauso wie Jamaika wird Pherais Nationalmannschaft in einem Mini-Turnier dann mit Bolivien, Neukaledonien, der Demokratischen Republik Kongo und dem Irak um die letzten zwei WM-Startplätze kämpfen.
Und selbst dafür hätte es beinahe nicht gereicht. Denn für die Play-offs qualifizieren sich nur die beiden besten Tabellenzweiten der drei mittelamerikanischen Quali-Gruppen – und zu diesen zählt Suriname nur wegen des Treffers zum 1:3-Endstand in Guatemala in der dritten Minute der Nachspielzeit. Das Eigentor durch Nicolas Samayoa stellte Surinames Tordifferenz auf +3 und damit gleichauf mit jener von Honduras, das aber insgesamt weniger Treffer erzielt hat (5:2) als Pherais Team (9:6). Die Play-off-Teilnahme ist nun ein Hoffnungsschimmer, allerdings nicht das, worauf der Mittelfeldmann des HSV gehofft hatte.

„Wenn wir zweimal gewinnen und das bessere Torverhältnis haben, sind wir direkt qualifiziert“, hatte Pherai in der vergangenen Woche, nach dem HSV-Testsieg gegen den FC Groningen, vorgerechnet. Beim 4:0 gegen El Salvador am Donnerstagabend lief alles nach Plan, doch Guatemala, das als Tabellendritter ohnehin keine WM-Chancen mehr hatte, verhinderte nun Surinames direkte Qualifikation. Und Pherai konnte vor dem Fernseher lediglich zuschauen.
Pherai und van Dijk drückten aus der Ferne die Daumen
Nationalcoach Stanley Menzo sei sich sicher gewesen, „dass er es ohne mich schafft“, hatte der lange verletzte 24-Jährige seine Nichtnominierung erklärt und zugleich versichert: „Das nächste Mal bin ich wieder dabei.“ Statt sich bereits über Surinames WM-Premiere freuen zu können, muss Pherai im kommenden Jahr aber dabei helfen, dass es noch etwas wird mit dem Ticket für das Turnier in Nordamerika. Das Play-off-Turnier wird darüber entscheiden.

Auch Liverpool-Star Virgil van Dijk hatte sich einen anderen Ausgang gewünscht. „Hoffentlich qualifiziert sich auch Suriname“, hatte der Verteidiger nach der erfolgreichen WM-Qualifikation mit den Niederlanden am Montagabend gesagt. „In der gleichen Gruppe zu sein, wäre fantastisch“, meinte der 34-Jährige. Der Hintergrund: Wie viele (ehemalige) Oranje-Stars, etwa Clarence Seedorf (49) oder Edgar Davids (52), besitzt auch van Dijk surinamische Wurzeln.
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In dem südamerikanischen Land mit knapp 630.000 Einwohnern hoffte man kurz vor dem 50. Jahrestag der Unabhängigkeit Surinames auf einen neuen nationalen Feiertag. „Alles läuft zusammen, lassen Sie uns diesen Monat ein großes Fest, ein großes Ereignis daraus machen“, hatte Trainer Menzo gefordert. Der Plan ging nicht auf. Und so wird Pherai am Mittwochvormittag mit getrübter Stimmung auf den Trainingsplatz im Volkspark marschieren.
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