Talent Lemke neuer Rekordspieler – Schalke-Gerüchte um anderen HSV-Verteidiger
Mit William Mikelbrencis, Jean-Luc Dompé und Giorgi Gocholeishvili hatten drei Profis etwas überraschend im HSV-Kader beim 3:2-Erfolg gegen Freiburg gefehlt. Dafür waren mit Louis Lemke und Shafiq Nandja zwei Youngster dabei. Einer darf sich ab sofort Rekordspieler nennen.
Die fünf Minuten der Nachspielzeit waren schon fast abgelaufen, und Merlin Polzin wurde an der Seitenlinie zunehmend unruhig. Der HSV-Coach wollte unbedingt noch einmal wechseln. Nur wenige Sekunden vor dem Abpfiff durfte er dann. Luka Vuskovic und Fábio Vieira gingen vom Platz, Nandja und Lemke kamen ins Spiel. Für beide war es das Debüt in der Bundesliga.
Besondere Geste für Vuskovic und Vieira
Der Hauptgrund für die Wechsel war klar. Polzin wollte Vieira und vor allem Vuskovic im letzten Heimspiel der Saison noch einmal die große Bühne für einen Sonderapplaus des Publikums geben. Dass für sie mit Lemke und Nandja zwei Youngster eingewechselt wurden, war allerdings auch kein Zufall. Polzin: „Beide haben seit Monaten tolle Leistungen im Training gezeigt. Es ist der Lohn für gute Arbeit und soll auch ein Ansporn sein. Es ist uns wichtig, dass wir den Jungs aus dem NLZ eine Perspektive bieten, die dann auch gesehen wird, wenn man gut arbeitet.“

Mit meiner Anmeldung stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Der 19-jährige Innenverteidiger Nandja, der im Volkspark unmittelbar vor einer Vertragsverlängerung steht, brachte es in den wenigen Sekunden bei seinem Bundesliga-Debüt zu keinem Ballkontakt. Lemke war immerhin in zwei Szenen mit dem Kopf an der Kugel. Sein Name steht jetzt in den Geschichtsbüchern. Er ist ab sofort der jüngste Spieler, der je für den HSV in der Ersten oder Zweiten Liga aufgelaufen ist. Ausgebildet wurde der Juniorennationalspieler vor seinem Wechsel ins NLZ beim Niendorfer TSV, der sich durch das Debüt seines ehemaligen Spielers über eine Ausbildungsprämie von 35.000 Euro freuen darf.
Megeed verliert seinen HSV-Rekord
Knapp vier Jahre hatte Omar Megeed diesen Titel im Volkspark. Der Mittelfeldspieler war 2022 bei seinem HSV-Debüt in der Zweiten Liga 16 Jahre und 359 Tage alt. Lemke war beim Freiburg-Spiel jetzt sogar noch einmal 145 Tage jünger. Er ist der viertjüngste Bundesliga-Debütant überhaupt. Nur Youssoufa Moukoko (Borussia Dortmund), Linus Güther (1. FC Union Berlin) und Paul Wanner (FC Bayern München) stehen noch vor ihm.
In der Zukunft will der HSV voll auf Lemke und Nandja setzen. Das war mit ihrer Einwechslung gegen Freiburg ein klares Zeichen. Bleibt noch die Frage offen, warum Mikelbrencis, Dompé und Gocholeishvili gar nicht dabei waren. Die beiden Franzosen hatten leichte körperliche Probleme, bei Gocholeishvili waren es sportliche Gründe. Polzin dazu: „Wenn du viele gesunde Spieler hast, fallen leider auch manche Entscheidungen gegen gewisse Spieler aus. Das kann sich in der nächsten Woche aber schon wieder ändern.“
Schalke und Mönchengladbach beobachten Mikelbrencis
Um Mikelbrencis ploppten am Sonntag neue Transfergerüchte auf. Berichten aus Frankreich zufolge sollen Aufsteiger Schalke 04 und Bundesliga-Konkurrenz Borussia Mönchengladbach die Situation des Rechtsverteidigers genau beobachten. Auch aus Frankreich soll es Interessenten geben.
Das könnte Sie auch interessieren: Mit 3779 Tagen Anlauf! Jatta und sein HSV-Moment für die Ewigkeit
Mikelbrencis‘ Vertrag läuft am Saisonende aus. Bislang konnten sich der Franzose und der HSV nicht auf eine Verlängerung einigen.