HSV-Präsident Henrik Köncke bei der Mitgliederversammlung.

Henrik Köncke hat gut lachen. Der HSV-Präsident blickt auf eine erfreuliche Mitgliederversammlung zurück. Foto: WITTERS

Termin für „Supporters Trust“ steht: Kassiert der HSV bald 100 Millionen Euro?

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Spät war es am Mittwochabend geworden, als die etwa 300 verbliebenden HSV-Mitglieder im Zentrum am Volkspark noch mal gehörig die Ohren spitzten. Noch in der ersten Jahreshälfte werden sie im Rahmen des „Supporters Trust“ die ersten Anteile an der HSV Fußball AG und Co. KGaA erwerben können, auch der Einstiegspreis steht nun fest. Ab 887 Euro ist eine Beteiligung möglich – und der HSV rechnet mit einem gewaltigen Ansturm.

Nach jahrelanger Vorarbeit wird der Supporters Trust in Kürze umgesetzt. Der HSV e.V. wird Gründungsmitglied der neuen Genossenschaft, dafür votierten die anwesenden Mitglieder am Mittwoch. „Das ist für uns ein historischer Schritt“, sagte Präsident Henrik Köncke nach der Versammlung mit Blick auf das Genossenschaftsprojekt, das dem HSV viele Millionen Euro in die Kassen spülen wird. „Es ist die erste fanbasierte und mitgliederbasierte Beteiligung an einem Profi-Klub in Deutschland. Das ist einmalig und für uns der Aufschlag für das Kapitel, das wir gemeinsam beim HSV schreiben wollen.“

Im Mai oder Juni startet der HSV mit dem „Supporters Trust“

Wie aber geht es nun weiter? Noch in der ersten Jahreshälfte wollen Köncke und seine Mitstreiter die Gründungsversammlung abhalten. „Das ist dann sozusagen der Start der Genossenschaft“, so der Präsident. „Daraus leitet sich dann auch der Zeichnungsprozess ab. Mit ihm versuchen wir dann natürlich möglichst viele HSVerinnen und HSVer für die Genossenschaft zu begeistern und mitzunehmen.“

Ex-Vorsänger Henrik Köncke (35) wurde am 21. Juni 2025 zum neuen Präsident des HSV e.V gewählt. WITTERS
HSV-Präsident Henrik Köncke vor einer HSV-Wand
Ex-Vorsänger Henrik Köncke (35) wurde am 21. Juni 2025 zum neuen Präsident des HSV e.V gewählt.

Voraussichtlich ab Mai oder Juni werden Interessierte Anteile erwerben können. Köncke: „Der Mindestbetrag ist einmal 887 Euro. Mitglieder, die mehr zeichnen möchten, können natürlich auch mehr Anteile zeichnen.“ Eine Grenze nach oben hin gibt es nicht. Aber: Im ersten Schritt wird nur eine begrenzte Zahl von Mitgliedern Anteile zeichnen dürfen. Erst im zweiten Schritt wären Unternehmen und Organisationen an der Reihe. Für sie liegt der Preis pro Anteil bei 18.870 Euro.

Die Einstiegsbeträge sind an das Gründungsjahr angelehnt

Die Mindestbeträge sind angelehnt an das Jahr 1887, dem Gründungsjahr des Klubs. Im Gegenzug erhalten Mitglieder pro Anteil eine Stimme in der Generalversammlung der Genossenschaft.

Wie viel Geld sich der Verein genau erhofft, möchte Köncke nicht verraten. Der HSV hatte sich allerdings in der Vergangenheit das Ziel gesetzt, insgesamt rund 100 Millionen Euro durch weitere Anteilsverkäufe einnehmen zu können. „Ich halte allerdings relativ wenig davon, eine Zielsumme rauszuposaunen“, ließ Köncke nun wissen. „Wir wollen erst mal möglichst viele Leute dafür begeistern.“ Und weiter: „Wir wollen aus unserer Stärke heraus agieren, vorbereitet sein auf die nächsten Jahre und nicht aus der Not heraus mögliche Kapitalmaßnahmen in die Wege leiten müssen. Es geht darum, den HSV finanziell stark aufzustellen für die Zukunft.“

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Rund um das Saisonende der männlichen Fußball-Profis und der Bundesliga-Frauen will der HSV in sein neues Kapitel starten. In der zweiten Jahreshälfte werden dann die Ziele des „Supporters Trusts“ definiert. „Das Geld“, stellte Köncke klar, „fließt in die KGaA.“ Und könnte unter anderem auch für den Ausbau des Stadions verwendet werden. Dem HSV strebt eine Erweiterung von aktuell 57.000 auf mehr als 60.000 Plätze vor.

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