Ex-HSV-Boss Kuntz und der Gin Tonic auf Mallorca – Bericht nennt neue Details
Für Außenstehende mag es unterhaltsam sein, für die direkt Beteiligten dürfte es längst eine Qual sein. In der Causa Stefan Kuntz gibt es eine erneute Entwicklung. Nachdem eine Anwältin gegenüber dem „Stern“ neue Details zu den Vorwürfen gegen den zum Ende des vergangenen Jahres entlassenen Ex-HSV-Sportvorstand öffentlich gemacht hatte, wehren sich nun Kuntz’ Anwälte über die „Süddeutsche Zeitung“ dagegen.
„Die im Stern anonym von einer Anwältin ohne Namensnennung kolportierten falschen Vorwürfe“ seien „vollkommen substanzlos und erfüllen nicht im Ansatz irgendwelche Straftatbestände“, zitiert die Zeitung die Anwälte Christian Schertz und Nicolas Nadolny, die Kuntz vertreten.
Ex-HSV-Boss Kuntz wird „unangemessenes Verhalten“ vorgeworfen
Im „Stern“ hatte die Anwältin, die mehrere HSV-Mitarbeiterinnen vertritt, die sich über Kuntz’ Verhalten beschwert hatten, dem früheren Boss des Klubs „unangemessenes Verhalten“ vorgeworfen. Sie berichtete „von unangemessenen Berührungen, Sprüchen (insbesondere über die Brüste einer der Mitarbeiterinnen), sexuellen Anspielungen und wenig zweideutigen Aufforderungen zu sexuellen Handlungen“.
Berichtet wurde zudem, dass eine Mitarbeiterin in der Büroküche von Kuntz in eine „unangenehme Situation“ gebracht worden sei und dass Kuntz auf Mallorca eine Mitarbeiterin auf einen Gin Tonic habe treffen wollen. Diese Episode erschien insofern als interessant, weil Kuntz zuvor in der „Süddeutschen Zeitung“ eine andere Version der „Mallorca-Geschichte“ wiedergegeben hatte. Die Mitarbeiterin hätte sich auf Mallorca mit ihm treffen wollen, er habe dieses Treffen letztlich abgelehnt, hieß es.
Gin Tonic auf Mallorca: „eine vollkommen harmlose Kommunikation“?
Zur Erinnerung: Kuntz hatte am 12. Dezember bei der Staatsanwalt eine Strafanzeige gegen unbekannt wegen Nachstellens gestellt – kurz nachdem der Verein intern von Mitarbeiterinnen über ein mögliches Fehlverhalten von Kuntz informiert worden war. Im Zuge der Trennung hatte Kuntz die Anzeige zurückgezogen, die Staatsanwaltschaft ermittelt aber dennoch, weil es sich bei dem Vorwurf um ein sogenanntes Offizialdelikt handelt.
Aber zurück zum Gin Tonic auf Mallorca. Die Autoren der „Süddeutschen Zeitung“ haben laut ihres aktuellen Berichts durch den HSV Einsicht in den Chatverlauf zwischen Kuntz und der Mitarbeiterin erhalten. Sechs Seiten seien der Zeitung als Kopie vorgelegt worden. Die Einlassungen der Anwältin werden nun als „stark verkürzt“ bezeichnet. Tatsächlich sei „der gesamte Chat von Kuntz mit der Frau eine vollkommen harmlose Kommunikation zweier Menschen, die offenbar ganz gut miteinander auskommen“, heißt es.
Bericht: Erst wollte Kuntz sich treffen, dann die HSV-Mitarbeiterin
Man habe sich „übers Wetter“ geschrieben und „übers Golfspielen“. Kuntz habe sich zweimal erkundigt, ob man sich denn treffen könne, habe ein weiteres Mal nachgehakt. Später sei es die Mitarbeiterin gewesen, „die an einem Abend eine konkrete Bar vorschlägt, das ,Rocabeach‘ nahe Palma – und Kuntz ist es nun, der schreibt, er liege schon auf der Couch und würde jetzt lieber Fußball schauen“.
Das könnte Sie auch interessieren: „Nachweislich unwahr“: HSV kontert neue Aussagen von Ex-Boss Kuntz drastisch
Klar ist nach diesen neuen Details letztlich gar nichts. Stattdessen werfen sich immer mehr Fragen auf, zum Beispiel die, warum eine Mitarbeiterin mit Kuntz wie mit einem guten Bekannten Nachrichten austauschen sollte, wenn sie drei Wochen später ihm grenzüberschreitendes Verhalten in mehreren Fällen vorwirft, darunter Fälle, die sich vor der Mallorca-Reise zugetragen haben sollen. Oder auch die Frage, warum Kuntz sich als Opfer nachstellender Frauen gesehen haben sollte, wenn er selbst dreimal ein Treffen auf Mallorca vorschlägt. Und damit dürfte nur eines klar sein: dass es weitergehen wird in diesem Fall.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.