Daniel Heuer Fernandes tröstet Miro Muheim nach seinem Platzverweis.

Mit dem Platzverweis gegen Miro Muheim schwächte sich der HSV gegen Augsburg zunächst selbst, zeigte dann aber eine gute Reaktion. Foto: IMAGO / HMB-Media

Die Moral stimmt – aber beim HSV gibt es ein großes Problem

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Neu ist dieses HSV-Problem nicht, doch beim 1:1 gegen Augsburg war es mal wieder sehr präsent. Der Auftritt der Hamburger stand in mehreren Bereichen exemplarisch für einige Spiele aus der Vergangenheit. Die zentrale Frage lautet: Warum wacht der HSV so oft erst nach Rückschlägen auf?

Mit Merlin Polzin, Loic Favé und Richard Krohn hat der HSV ein Trainerteam, das die Mannschaft auf jeden Gegner penibel vorbereitet und sich immer wieder neue Matchpläne überlegt. Die Umsetzung auf dem Platz lässt aber bisweilen zu wünschen übrig. So war es nun auch gegen Augsburg, als vor allem in der ersten Hälfte nicht viel beim Gastgeber zusammenpasste.

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Erst nach dem 0:1-Rückstand kamen die Hamburger langsam in Schwung, besser ins Spiel und schließlich auch zum verdienten Ausgleich. Richtig Gas gaben sie dann am Ende, als der Gegner einen Spieler mehr auf dem Platz hatte. Fast hätte das sogar noch zum Sieg gereicht. Ein solcher Spielverlauf ist für den HSV in dieser Saison keine Seltenheit, was unter anderem zwei bemerkenswerte Statistiken belegen.

Schon dreifach in Unterzahl gepunktet

Das Remis gegen Augsburg war für den HSV bereits das sechste Bundesligaspiel in dieser Saison, in dem die Hamburger im Laufe der zweiten Halbzeit in Unterzahl spielen mussten. Immerhin die Hälfte dieser Partien ging am Ende nicht verloren. Gegen Stuttgart konnte der HSV in der Hinrunde mit einem Mann weniger sogar den Siegtreffer erzielen. Das bislang einzige Spiel in eigener Überzahl verlor der HSV hingegen mit 0:1 in Augsburg.

13 Punkte holte der HSV bislang nach Rückständen

Außerdem auffällig und passend zum jüngsten Auftritt gegen den FCA: Der HSV braucht zu häufig ein Gegentor als Weckruf und findet erst danach gut in die Partie. Insgesamt starke 13 Punkte haben die Hamburger in dieser Spielzeit bereits nach Rückständen geholt. Mit Hoffenheim, Stuttgart, Freiburg und Bayern sind in dieser Kategorie nur vier Klubs in der Bundesliga besser.

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Die Moral stimmt beim HSV. Das hat die Mannschaft nach Rückschlägen teils eindrucksvoll mehrfach gezeigt. Dass es grundsätzlich einfacher ist, Punkte ohne Platzverweise und Gegentore zu holen, steht auf der anderen Seite allerdings auch außer Frage. Dafür muss jedoch von Beginn an die volle Leistungsbereitschaft vorhanden sein. Hier haben die Hamburger Nachholbedarf. An der fehlenden Qualität liegt es nicht.

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