„Spüre die Liebe“: Vieira spricht nach Zaubertor über HSV-Zukunft – bleibt er?

HSV-Profi Fábio Vieira bejubelt sein 1:0 in Leverkusen.
Verdienter Jubel: Fábio Vieira rutscht nach seinem Treffer in Leverkusen den HSV-Fans auf Knien entgegen.

Auch der letzte Akt dieser Saison stellte den HSV zufrieden, denn mit dem 1:1 (0:0) in Leverkusen knöpfte der HSV erneut einem Spitzenklub einen Zähler ab. Und doch verließen die mitgereisten Anhänger die BayArena mit gemischten Gefühlen: Zwar verwöhnte Fábio Vieira sie mit einem weiteren Traumtor, doch der Portugiese könnte – ebenso wie Luka Vuskovic – letztmals für den HSV aufgelaufen sein. War es das mit seinem Zauber im Trikot mit der Raute? Nach der Partie sprach er ausführlich über seine mögliche Zukunft.

Er wollte gar nicht mehr weiterspielen, dieser Eindruck blieb, nachdem Vieira den HSV nach gut einer Stunde in Führung geschossen hatte. Nicht irgendwie, sondern – wie es sich für ihn gehört – wunderschön, mit links halbhoch in die linke Ecke. Der Portugiese genoss die Ovationen der Fans und bejubelte seinen siebten Saisontreffer ausgiebig mit ihnen. War das schon so etwas wie eine kleine Abschiedsfeier?

Vieira bedankt sich für die Unterstützung der HSV-Fans

Davon wollte er nichts wissen. „Nein“, sagte Vieira nach dem Spiel dazu. Er habe sich nur bedanken wollen für den enormen Support über die komplette Saison hinweg: „Unsere Fans haben es sich verdient. Was sie in dieser Saison durchgemacht haben, wie viel Mühe sie in jedes einzelne Spiel gesteckt haben, ob auswärts oder zu Hause – sie sind immer da und unterstützen uns. Sie waren in dieser Saison unglaublich und hatten es einfach verdient, Teil dieses Moments zu sein.“

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Eines weiteren magischen Vieira-Moments, das sah sogar der Kunstschütze so. „Das ist Teil meines Jobs und meiner Qualitäten“, ließ er ganz unbescheiden wissen. „Ich habe ein gutes Tor geschossen, ein fantastisches, würde ich sagen. Ich bin sehr glücklich.“

Remberg fälschte unglücklich zum 1:1 ab

Das galt auch für die HSV-Anhänger, die Leverkusen mit einem Strahlen in den Augen verließen, obwohl es letztlich nur zu einem Punkt reichte. Nicolai Remberg fälschte Jarell Qunasahs Kopfball unglücklich zum 1:1 ins eigene Netz ab (79.).

HSV-Profi Fábio Vieira jubelt in Leverkusen
HSV-Profi Fábio Vieira jubelt in Leverkusen.

Mehr aber brannte nicht an. Auch, weil Sander Tangvik, der erstmals in dieser Saison das Hamburger Tor hüten durfte, auf Anhieb einen starken Tag erwischte. Der Höhepunkt: Nach 25 Minuten parierte er den Strafstoß von Bayer-Torjäger Patrick Schick, der zuvor von Jordan Torunarigha zu Fall gebracht worden war. „Die Nummer eins im Norden sind wir“, sang der Hamburger Anhang nach der Partie zurecht.

Der HSV besitzt eine Kaufoption auf Vieira

Wie aber geht es nun mit Vieira weiter? Der HSV ist gewillt, um den von Arsenal geliehenen Mittelfeld-Regisseur zu kämpfen und die auf rund 20 Millionen Euro fixierte Kaufoption erheblich zu drücken. Ein Kauf wäre wohl in etwa ab einer Summe von zehn Millionen Euro möglich.

„Ich kann nicht sagen, wie es weitergeht“, stellte der Portugiese klar. „Jeder weiß, dass ich noch einen Vertrag mit Arsenal habe, also muss ich das respektieren. Jetzt ist es an der Zeit, die Ferientage mit der Familie zu genießen. Ich muss auch ein wenig entspannen und aufhören, an Fußball zu denken.“ Klar sei aber: „Ich muss offen sein und sehen, was passieren kann. Am Ende muss ich mich mit meiner Familie, meinen Beratern und natürlich auch mit Arsenal zusammensetzen und sehen, was für mich die beste Option ist.“

Vieira ist mit dem Verlauf der HSV-Saison sehr glücklich

Vieira hält sich alle Möglichkeiten offen. Auch, weil er eine große Verbundenheit zum HSV aufgebaut hat: „Während der Saison war ich sehr glücklich hier, und ob ich nun bleibe oder gehe: Ich werde dem Verein immer sehr dankbar sein, weil er alles für mich getan hat.“ Dass der HSV ihn gern weiter binden würde, sei ihm bewusst: „Ich kann es natürlich fühlen. Ich spüre die Liebe der Fans, von allen im Verein, die mich wirklich lieben. Ich spüre diese Liebe jedes Mal, wenn ich das Stadion betrete. In ein paar Wochen sprechen wir dann über meine Zukunft.“

HSV-Profi Fábio Vieira in Leverkusen
HSV-Profi Fábio Vieira in Leverkusen

Auch Merlin Polzin hofft weiterhin darauf, dass er neben Abwehrchef Vuskovic (kehrt nach seiner Leihe nach Tottenham zurück) nicht noch einen weiteren seiner Leistungsträger verliert. „Man sollte sich nicht in Leihspieler verlieben“, sagte Hamburgs Trainer nach der Partie und lächelte verschmitzt. Die Dankbarkeit in Richtung Vieiras war spürbar, als er zu seiner Lobrede ausholte: „Er kam Anfang der Saison aus einer anderen Fußballwelt zu uns, hat sich toll integriert und ist Stück für Stück mit dieser Mannschaft zusammengewachsen. Ich weiß, dass er es sehr wertschätzt, dass er sich hier voll ausleben kann, was seine Qualitäten angeht, und dass es ihm hilft, wie wir Fußball spielen wollen.“

HSV-Trainer Polzin und Vieira schätzen sich sehr

Die Chemie zwischen Polzin und Vieira stimmt, das wurde auch in Leverkusen deutlich. Möglicherweise ein Argument für den Portugiesen, um doch in Hamburg bleiben zu wollen. „Merlin hat mir sehr geholfen, seit ich zum HSV gekommen bin“, lobte Vieira. „Er versucht immer, mir zu helfen, um meine beste Version zu sein. Er ist noch ein sehr junger Trainer, aber er hat die Mentalität und die Fähigkeit, mit den großen Vereinen klarzukommen.“

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Ob es ein Wiedersehen der beiden im Sommer geben wird? Für Sportdirektor Claus Costa stellt genau dieses Ziel eine der schwierigsten Aufgaben des Sommers dar. Was definitiv bleibt, ist die Erinnerung an eine starke Vieira-Saison – mit einem letzten Zauberschuss in Leverkusen.