Luka Vuskovic, Jordan Torunarigha und Jean-Luc Dompé jubeln

Jean-Luc Dompé wurde von seinen HSV-Kollegen um Luka Vuskovic (l.) und Jordan Torunarigha (M.) gefeiert. Foto: WITTERS

„Spricht für den Jungen“: Darum schoss Dompé den HSV-Elfmeter

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Nicolai Remberg hat eine klare Meinung zu Jean-Luc Dompé: „Er ist der beste Dribbler in unserer Mannschaft.“ Es war aber nicht diese Eigenschaft des Franzosen, die dem HSV am Samstag zum 2:1-Sieg in Wolfsburg verhalf. Stattdessen überzeugte Dompé in einer Disziplin, der sich normalerweise seine Kollegen stellen: der Disziplin vom Elfmeterpunkt. Weil er den insgesamt dritten Strafstoß der Partie versenkte, entschied er das Nordduell für sein Team – und dürfte nach dem Abpfiff Genugtuung nach schwierigen Wochen verspürt haben.

Fast zwei Monate lang hatte Dompé nicht in der Startelf gestanden. Letztmals war das beim 0:0 gegen Gladbach Mitte Januar der Fall, eineinhalb Wochen später wurde er aufgrund seiner Alkoholfahrt vorübergehend suspendiert. Es war eine Strafe, die den 30-Jährigen empfindlich traf – zumal er nach seiner Begnadigung weiter auf seine nächste Chance in der Anfangsformation warten musste. Philip Otele hatte ihm auf dem linken Flügel den Rang abgelaufen, in Wolfsburg begannen der Nigerianer und Dompé nun aber erstmals Seite an Seite. Otele rückte auf die rechte Seite.

Luka Vuskovic: „Ich wollte den Elfmeter Dompé geben“

Weder die Basel-Leihgabe noch Dompé setzten in der ersten Hälfte entscheidende Akzente. Anders als Otele, der gerne den ersten, von Luka Vuskovic verwandelten HSV-Elfmeter geschossen hätte (22.), setzte sich Dompé aber nach der Pause durch, als es um die Frage ging: Wer schießt den nächsten Strafstoß? „Den zweiten Elfmeter wollte ich Dompé geben“, berichtete Vuskovic hinterher. Und Dompé nahm diese Einladung an, netzte links unten ein (58.).

Jean-Luc Dompé (r.) und seine HSV-Kollegen feiern den 2:1-Treffer in Wolfsburg. WITTERS
Jean-Luc Dompé und seine HSV-Kollegen feiern den 2:1-Treffer in Wolfsburg
Jean-Luc Dompé (r.) und seine HSV-Kollegen feiern den 2:1-Treffer in Wolfsburg.

„Wir haben einen Kreis an Elfmeterschützen“, erklärte Merlin Polzin. „Ob das dann Bobby Glatzel ist, Fábio Vieira oder Luka Vuskovic. Es ist eine Reihenfolge, die vorgegeben ist.“ Allerdings hatte Vuskovic seinen Elfmeter nur mit sehr viel Glück und unter Mithilfe von VfL-Keeper Kamil Grabara im Tor untergebracht, außerdem saßen Stürmer Glatzel und – zu diesem Zeitpunkt – der angeschlagene Vieira auf der Bank. Also schnappte sich Dompé das Leder.

HSV-Trainer Polzin: „Jean-Luc wollte etwas zurückgeben“

„Wir haben das Vertrauen in die Mannschaft, Verantwortung in den richtigen Momenten zu übernehmen“, beschrieb Polzin – und lobte Dompé: „Dass er nach all dem, was in der Vergangenheit über ihn gesprochen, geschrieben und vielleicht zu Recht geurteilt wurde, die Verantwortung in diesem Spiel übernimmt, spricht ganz klar für den Jungen.“ Zumal Dompé direkt vor den pfeifenden VfL-Ultras angetreten war. „Er wollte ein bisschen was zurückgeben“, stellte Polzin erfreut fest. „Wir waren positiv, dass auch dieser Elfmeter reingehen wird. Es freut mich sehr für Jean-Luc.“

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Es war Dompés erster Pflichtspieltreffer seit der 1:4-Pleite in Köln Anfang November und sein erst drittes Saisontor insgesamt. Grundsätzlich war auch in Wolfsburg zu erkennen, dass es dem Rechtsfuß an Selbstvertrauen fehlt. Zwar spielte er mutig und schoss mehrfach aufs Tor, war damit aber zunächst nicht erfolgreich, was ebenfalls für viele seiner Dribblings galt. Polzin hat der Gesamtauftritt dennoch gefallen: „Wir sind fest davon ausgegangen, dass wir viele Eins-gegen-eins-Duelle auf der letzten Linie bekommen. Man hat schon in der ersten Hälfte bei Jean-Lucs Flanken und Abschlüssen gemerkt, dass immer wieder etwas gehen kann. Auch in der zweiten Hälfte ist er die Wege in die Tiefe gegangen oder selbst in die Mitte gedribbelt.“ Der Coach findet: „Das ist ein Element, das nicht viele Spieler in der Bundesliga haben.“ In Wolfsburg war aber ein anderes Element spielentscheidend: das aus elf Metern.

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