Spezieller Grund: Darum trägt ein HSV-Profi immer eine lange Unterhose
Dass er noch nicht immer auf diese optische Auffälligkeit setzte, belegen Fotos aus früheren Fußball-Tagen. Ein Beispiel: Als Warmed Omari vor drei Jahren mit Stade Rennes auf Paris Saint-Germain und Superstar Lionel Messi traf, trug er keine lange Unterhose auf dem Fußballplatz. Heute ist das anders und ist sowohl beim Training als auch in Spielen des HSV zu beobachten. Hinter Omaris Outfit-Detail steckt ein bestimmter Grund.
Wie viele Profis ist auch der HSV-Verteidiger sehr gläubig. Omari, der auf dem französischen Überseedepartement Mayotte geboren wurde und aufgrund der Herkunft seines Vaters für die Nationalmannschaft der Komoren spielt, ist Muslim und übte sich zuletzt während des Fastenmonats Ramadan in Selbstdisziplin. Bis zum Sonnenuntergang am 19. März dauerte für Muslime weltweit die Zeit der bewussten Lebensführung. Wobei Omari grundsätzlich auf viele religiöse Dinge und Rituale im Alltag achtet. Seinen Glauben lebt er auch dann aus, wenn er den Fußballplatz betritt.
Warmed Omari lebt seinen Glauben auch beim HSV aus
Auffällig ist, dass der 25-Jährige bei den Spielen des HSV stets farblich passende lange Unterhosen unter den regulären Spieltags-Shorts trägt. Das tut Omari, um seine Knie zu bedecken – es ist ein Ausdruck der männlichen Bescheidenheit im Islam. Denn Muslime sind angehalten, in der Öffentlichkeit ihre intimen Körperteile zu schützen.

Dem Islam zugehörige Fußballprofis sind nicht verpflichtet, ihre Knie bei der Ausübung ihres Berufs zu verstecken. Es gibt viele muslimische Spieler, die dies nicht so gewissenhaft tun wie Omari. Der Anfang Februar fest aus Rennes verpflichtete HSV-Abwehrmann hat die Entscheidung für sich selbst getroffen. Auch während der Trainingseinheiten in Hamburg trägt er nie komplett kurze Sporthosen, sondern solche, die über die Knie reichen. Außerdem sind seine Schultern bedeckt, wenn er das Übungsgelände oder die Spielfelder in den Arenen betritt – schon beim Aufwärmen.

Wie wichtig der Glaube für Omari inzwischen ist, verdeutlichte er zuletzt in einem Interview auf hsv.de. „Jeder Tag kann wie im Ramadan sein – nur ohne Fasten“, sagte er und räumte ein, dass es für ihn „manchmal sehr schwierig“ gewesen sei, zuletzt von morgens bis abends keine Nahrung zu sich zu nehmen und zwischendrin trotzdem Fußball zu spielen. „Aber es ist auch eine Chance, weil man sich in bestimmten Bereichen verbessern kann und gezwungen ist, diszipliniert und professionell zu handeln“, erklärte Omari. „Ich muss ein besserer Spieler werden, damit mein Körper alles leisten kann.“ Seine Tagesabläufe änderten sich während des Ramadan, nun sind viele Routinen zurück.

Daran, dass Omari aus Respekt vor den islamischen Gepflogenheiten seine Knie und Schultern bedeckt, wenn er von anderen Menschen in der Öffentlichkeit gesehen werden kann, wird sich aber nichts ändern. Der HSV und/oder Ausrüster/Adidas supporten ihn dabei. Selbst im Februar, als der HSV beim 1:1 in Mainz mit den 1887-Sondertrikots sowie Shorts in einem dunkleren Rot auflief als gewöhnlich, stimmte der Farbton bei Omaris Zusatz-Kleidungsstück.
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