Daniel Elfadli, Merlin Polzin und Jonas Meffert vor den HSV-Fans

Merlin Polzin will mit seinen HSV-Profis eine Reaktion zeigen. Foto: WITTERS

„So verlieren wir auch zu Hause“: HSV kämpft um die Weihnachtsstimmung

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Dino Toppmöller präsentierte sich am frühen Samstagabend angriffslustig. Frankfurts Cheftrainer war derart erleichtert darüber, dass sein Team die richtige Antwort auf das 0:6 gegen RB Leipzig fand, dass er nach dem 1:0 gegen Augsburg sagte: „Jetzt wollen wir unbedingt auch im letzten Spiel vor der Winterpause die Punkte mitnehmen.“ Während Toppmöller also schon ans finale Spiel des Jahres beim HSV dachte, war Merlin Polzin 115 Kilometer weiter südlich sauer. Nach dem 1:4 in Hoffenheim steht die Weihnachtsstimmung auf dem Spiel.

Miro Muheim war es direkt nach der Pleite herzlich egal, dass der FC St. Pauli (2:1 gegen Heidenheim) und der VfL Wolfsburg (3:1 in Gladbach) parallel zum HSV ihre Spiele gewonnen und die Situation im Bundesliga-Abstiegskampf somit verschärft hatten. „Ich habe noch nicht auf die anderen Resultate geguckt“, sagte der Schweizer. Zu groß war der Frust über das eigene Ergebnis. „Schön für die“, meinte Muheim nur. „Alles, was wir machen können, ist, uns auf uns zu konzentrieren. Und auf das nächste Spiel.“ Auch Polzin fordert eine Reaktion des HSV. Ein „anderes Gesicht“.

HSV „im Soll“ – aber die Auswärtsschwäche ist alarmierend

Das Positive: Egal, wie der HSV am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) gegen Frankfurt spielt, er wird zur Winterpause nicht auf einem der letzten drei Ränge stehen. Deshalb ließ Yussuf Poulsen bei aller berechtigter Kritik an der Leistung in Hoffenheim, die er auch selbst offen formulierte, keine Grundsatzdebatte zu. „Wir haben pro Spiel mehr als einen Punkt im Durchschnitt“, verwies der Kapitän auf die bisher 15 Punkte nach 14 Partien. „Am Ende ist es das, was zählt. Wir sind da immer noch im Soll.“ Den Jahreswechsel definitiv nicht auf einem Abstiegsplatz zu erleben, hätten vor der Saison sicherlich viele Verantwortliche und Profis unterschrieben. Zu groß war der Umbruch.

Die HSV-Profis wollen nach dem 1:4 in Hoffenheim eine Reaktion zeigen. Imago
HSV-Profis enttäuscht vor der Hamburger Fankurve in Hoffenheim
Die HSV-Profis wollen nach dem 1:4 in Hoffenheim eine Reaktion zeigen.

Zugleich hatte sich das Anspruchsdenken im Umfeld durch die jüngsten Ausrufezeichen gegen Borussia Dortmund (1:1), den VfB Stuttgart (2:1) und Werder Bremen (3:2) kürzlich wieder verändert. Diese Erfolge haben dem HSV gezeigt, was grundsätzlich drin ist, sie haben auch dem Letzten verdeutlicht, dass der Aufsteiger in der Bundesliga konkurrenzfähig ist – sogar mehr als das, zumindest bei Heimspielen. Die Wucht des Volksparks ist der momentan größte Hoffnungsanker, was die Mission Klassenerhalt betrifft. Nur: Da der HSV sich nicht allein auf den Heimfaktor verlassen kann, muss er im neuen Jahr schnellstmöglich die Fantasie wecken, dass er auch auswärts punkten kann. Zuletzt setzte es fernab von Hamburg vier Pleiten, jeweils einen Punkt gab es nur in Gladbach (0:0) und Berlin (0:0).

Auch für die Fans: HSV steht gegen Frankfurt in der Pflicht

Die Gesamtbilanz der ersten Saisonhälfte wäre auch bei einer abschließenden Pleite gegen Frankfurt in Ordnung, die Diskrepanz zwischen den Auftritten im eigenen Stadion und in der Ferne allerdings ist zu groß. Der Auftritt in Hoffenheim war diesbezüglich nicht das größte Alarmsignal, denn bei einem Topteam wie dem von Coach Christian Ilzer kann man als Aufsteiger verlieren. Ein Warnschuss war das 1:4 jedoch allemal, aufgrund der Art und Weise.

Durch die Vielzahl kapitaler individueller Fehler vor den Gegentoren hat sich der HSV selbst in die Lage manövriert, dass er um die Stimmung vor Weihnachten kämpfen muss. Am Samstag ist Druck auf dem Kessel. Die Profis stehen gegen Champions-League-Klub Frankfurt nicht punktemäßig unter Zugzwang – mehr als das Abrutschen auf Rang 15 droht nicht, und Stadtrivale St. Pauli beendet das Fußballjahr definitiv hinter dem HSV. Muheim, Poulsen und Co. sollten sich aber in der Pflicht sehen, die Fans daheim mit einem guten Gefühl in die Feiertage zu verabschieden.

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Der Auswärtstrip von mehr als 10.000 Hamburgern in den Kraichgau endete mit einer Enttäuschung – und zog eine Entschuldigung nach sich. „Es tut uns vor allem leid für die mitgereisten Fans“, sagte Muheim. „Wir sind enttäuscht und wollen es nächste Woche definitiv besser machen.“ Dass das in Hoffenheim Gezeigte gegen Frankfurt nicht reichen kann, wusste auch Poulsen. „Wenn wir so zu Hause auftreten“, sagte der Däne, „verlieren wir wahrscheinlich auch.“ Dann würde SGE-Coach Toppmüller die von ihm avisierten drei Punkte mitnehmen. Als Weihnachtsgeschenk.

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