Selke, Schonlau, Muheim-Ersatz: HSV-Abschlusstraining liefert Überraschung

Davie Selke schaut mit Maske in die Kamera
Die Maske sitzt: Aber kann HSV-Stürmer Davie Selke damit auch ohne Beschwerden spielen?

Als Nicolas Oliveira und U21-Kapitän Milad Nejad den Trainingsplatz betraten und Davie Selke vor ihnen auftauchte, konnten sie sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Die Replik folgte sogleich: „Was lacht ihr denn so?“, brüllte der HSV-Stürmer und musste selbst lächeln – das war trotz der Spezialmaske, die sein Gesicht bedeckte, zu erkennen. Erstmals nach dem Bruch seines Jochbogens stand Selke am Samstag auf dem Platz, also am Tag vorm Heimspiel gegen Hannover, bei dem es wohl eine kleine Startelf-Überraschung geben wird.

Ebendiese betrifft allerdings nicht Selke. Als seine Kollegen am Vormittag nacheinander zum Abschlusstraining auf den Rasen schritten, ging der 30-Jährige den umgekehrten Weg. Selke hatte vor seinen HSV-Mitspielern bereits individuell gearbeitet, zog um kurz vor 11 Uhr dann einige Stangen aus dem feuchten Grün, umarmte manch andere Profis, machte noch ein paar Selfies mit zuschauenden HSV-Fans – und verschwand pünktlich in den Katakomben.

HSV-Profi Selke kann gegen Hannover noch nicht spielen

Auf dem Weg ins Stadion gab er sich optimistisch, seine erste Platz-Einheit mit der extra angefertigten Maske habe sich gut angefühlt. Das dürfte er früher oder später auch Merlin Polzin so gesagt haben, der am Freitag mit Blick auf Selke noch gesagt hatte: „Wir versuchen, Davie draußen zu belasten. Was wir dann daraus machen, das müssen wir schauen.“ Die Aussagen des Trainers führten zu neuer Mini-Hoffnung auf einen Einsatz des Torjägers am Sonntag (13.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) – nur acht Tage nach dem üblen Kopfzusammenprall mit Toni Leistner in Berlin.

Unmittelbar nach der Abschlusseinheit erhielt die MOPO im Volkspark dann allerdings die klare Aussage: Für ein Blitz-Comeback Selkes, der lieber heute als morgen wieder spielen würde, schon gegen Hannover wird die Zeit nicht reichen. Seine Rückkehr wird der Ex-Kölner vermutlich erst am Freitag bei Preußen Münster feiern können, dann wird er bei der Gewöhnung an die Maske einige Schritte weiter sein. Zudem hat die verletzte Stelle so mehr Zeit, um zu heilen – wenngleich Selke im Alltag schon kurz nach der Operation nur noch ein kleines Pflaster trug.

Da der HSV gegen 96 auf den gesperrten Miro Muheim, die Langzeitverletzten Matheo Raab, Robert Glatzel, Noah Katterbach und Bakery Jatta sowie auf die weiterhin angeschlagenen Immanuel Pherai und Fabio Baldé verzichten muss, und weil Merlin Polzin daher noch einige freie Kaderplätze zu vergeben hat, ist es trotzdem möglich, dass Selke am Sonntag auf der Bank sitzen wird – um seine Kollegen von der Seitenlinie aus zu unterstützen. Auf dem Rasen wird der formstarke Ransford Königsdörffer (neun Saisontore) in Selkes Rolle als zentraler Stürmer schlüpfen.

Davie Selke verlässt mit Maske das HSV-Training
Masken-Mann Davie Selke hatte am Samstagmittag rechtzeitig wieder Feierabend.

Die Frage, wer Dauerspieler Muheim hinten links ersetzt, dürfte Polzin unterdessen mit einer kleinen Überraschung beantworten. Konnte man bisher noch davon ausgehen, dass William Mikelbrencis von der rechten Abwehrseite auf die linke rückt, damit Silvan Hefti sein Comeback als Rechtsverteidiger geben kann, war die Anordnung im Training am Samstag andersherum: Mikelbrencis verteidigte wie schon zuletzt rechts hinter Flügelspieler Emir Sahiti, Hefti wiederum gab auf der linken Seite in der vermeintlichen A-Mannschaft den Hintermann von Jean-Luc Dompé.

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Neuzugang Adedire Mebude wird am Sonntag, eventuell neben Selke, erstmals auf der Bank sitzen, er beackerte im Abschlusstraining die rechte Offensivbahn im B-Team – in dem übrigens auch Sebastian Schonlau spielte. Der HSV-Kapitän hat offenbar weiterhin das Nachsehen gegen Dennis Hadzikadunic und Daniel Elfadli, die als zentrales Abwehr-Duo zuletzt überzeugten und die auch am Samstag Seite an Seite verteidigten – weniger überraschend.