„Schon seit Wochen heiß“: Werder-Ultras nehmen den HSV ins Visier
Die Ultras von Werder Bremen dachten nach dem bitteren Last-Minute-1:1 gegen den 1. FC Köln sofort an das Nordderby. Anders als der HSV, der am Mittwochabend (20.45 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) den Zweitligisten Holstein Kiel empfängt, ist der SVW schon aus dem DFB-Pokal ausgeschieden und muss deshalb erst am Sonntagnachmittag (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) wieder ran – im Volkspark. Und genau dort gab es am vergangenen Sonntag, beim 2:1-Sieg des HSV gegen den VfB Stuttgart, auch bereits die ersten Derbygesänge.
Besser hätte man sich aus Hamburger Sicht nicht auf das Nordderby einstimmen können. Als die HSV-Profis den späten Heimsieg über den VfB vor der Nordtribüne bejubelten, sangen und hüpften sie zu „Wer nicht hüpft, der ist ein Bremer“. Diesen bekannten Gassenhauer stimmten die Ultras an, weil sie eine klare Erwartung haben: Dem Top-Auftritt gegen Stuttgart soll in der Bundesliga der nächste folgen – gegen den großen Nordrivalen von der Weser.
HSV-Ultras stimmten gegen Stuttgart Derby-Gesänge an
Schon während der Partie am Sonntagnachmittag hatten die HSV-Fans sieben Tage vorausgedacht. Bei einem der bekannten Ultragesänge, den der Vorsänger stets mit dem Ausruf „Auf geht’s Nordtribüne“ einleitet, wurde aus der normalerweise üblichen Zeile „St. Pauli ist beschissen“ kurzerhand „Bremen ist beschissen“. Die Botschaft: Klar, das Spiel gegen den VfB ist wichtig, die dramatisch gewonnenen drei Punkte waren sogar sehr wichtig für die Tabelle – emotional allerdings ist das Derby am kommenden Sonntag noch einmal viel wichtiger für die organisierte Fanszene.

Zu erwarten ist, dass im Rahmen des Pokal-Achtelfinals gegen Kiel erneut einige Werder-feindliche Parolen zu lesen oder zu hören sein werden. Das Nordduell mit den Bremern bildet nicht nur den Abschluss der außergewöhnlichen Heimspielwoche – es ist auch für Hamburgs Ultras der aufwühlende Höhepunkt. Während die HSV-Profis aber erst noch auf den Zweitligisten Holstein treffen, äußerten sich die Werder-Spieler schon am vergangenen Wochenende ausführlich zum Derby. Zumal die SVW-Fans nach dem enttäuschenden Heimremis gegen Köln ein großes Banner in der Ostkurve aufgehängt hatten. Die unmissverständliche Aufschrift: „Auf geht’s Werder – holt uns den Derbysieg!“
Bremen-Stürmer Topp: „Die Fans haben uns heiß gemacht“
Sturm-Youngster Keke Topp, der im niedersächsischen Bremervörde geboren wurde, sagte hinterher: „Es ist nach vielen Jahren das erste Derby in der Bundesliga. Die Fans haben uns heiß gemacht, dass wir uns mit einem Lächeln auf der A1 treffen.“ Bremer Mannschaft und Anhänger planen also, den Volkspark mit drei Punkten zu verlassen und diese auf der Rückfahrt über die Autobahn gemeinsam zu feiern. „Wir gehen mit einem guten Gefühl ins Derby. Es gibt keinen Grund für Alarmstimmung“, trotzte Topp dem zweiten sieglosen Werder-Spiel in Folge und verriet, dass er die HSV-Duelle schon als Kind verfolgt habe. „Jetzt kann ich dabei sein und habe selbst die Chance, zu spielen.“
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Das bisher letzte Nordderby hatten die Bremer am 27. Februar 2022 mit 3:2 gewonnen – da noch in der 2. Liga. Die Werder-Tore erzielten Doppelpacker Marvin Ducksch und Nationalspieler Niclas Füllkrug, die den Verein inzwischen verlassen haben. Noch immer beim SVW spielt aber Abwehrmann Marco Friedl, der nun sogar Kapitän ist und die Derbys gegen den HSV kennt. Er erzählte am Samstag: „Die Fans sind schon seit Wochen heiß – und wir werden es noch in dieser Woche.“ Friedl ist sich sicher: „Es wird viele Emotionen und viel Aggressivität geben, aber wir müssen unser Spiel durchdrücken – nicht nur in einer Halbzeit. Schaffen wir das, bin ich zuversichtlich, dass wir gewinnen.“ Beim HSV wollen sie dies verhindern – und am Sonntagabend wieder „Wer nicht hüpft, der ist ein Bremer“ singen.
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