Die HSV-Profis Bakery Jatta, Aboubaka Soumahoro und Fabio Vieira sind nach dem Pokal-Aus enttäuscht

Bittere Pille: Die HSV-Profis Bakery Jatta, Aboubaka Soumahoro und Fábio Vieira (v.l.) waren nach dem Pokal-Aus gegen Kiel am Boden. Foto: imago/osnapix

„Sehr, sehr bitter!“ HSV-Aus im Pokal – Kiel zerstört das Jatta-Märchen

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Ohne größere Gefühlsexplosionen geht es dieser Tage im Volkspark nicht – diesmal aber schlug das Pendel gegen den HSV aus. Nur drei Tage nach dem hochemotionalen Sieg gegen Stuttgart (2:1) setzte es eine bittere Pleite im DFB-Pokal. Nach dem 2:4 im Elfmetterschießen gegen Holstein Kiel war im Achtelfinale Endstation. Ein heftiger Schuss vor den Bug und eine herbe Enttäuschung für die Profis von Trainer Merlin Polzin.

1,7 Millionen Euro Pokalprämie, frisches Selbstvertrauen und die Hoffnung auf das Finale in Berlin. Alles futsch, binnen weniger Momente. Stattdessen zogen die Kieler ins Viertelfinale ein und feierten vor dem Gästeblock mit ihren Fans.

Der HSV gewann im Volkspark noch nie gegen Kiel

Es bleibt dabei: Gegen Holstein kann der HSV im Volkspark einfach nicht gewinnen. Sechsmal war das während der gemeinsamen Zweitligazeiten nicht gelungen. Auch im siebten Anlauf gelang der beabsichtigte Stich nicht. „Das ist auf jeden Fall sehr bitter, wir hatten uns im Pokal viel mehr vorgenommen“, so das Resümee von Abwehrmann Miro Muheim. „Die Enttäuschung ist riesengroß.“

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Dabei sahen sie nach 107 gespielten Minuten doch schon wie der sichere Sieger aus. Eine fast schon unglaublich anmutende Geschichte bahnte sich da an, denn ausgerechnet Bakery Jatta hatte den HSV in der Verlängerung in Führung geschossen. Jener Jatta, der sich eigentlich schon im Sommer einen neuen Verein suchen sollte und erstmals überhaupt in dieser Saison im HSV-Kader stand. Nach 98 Minuten hatte Polzin ihn in die bis dato torlose Partie gebracht, bedacht von frenetischem Jubel der Fans. Als Jatta dann kaum zehn Minuten später Muheims Hereingabe zum 1:0 ins Tor schob, kannte der Jubel keine Grenzen.

HSV-Torschütze Jatta sank beim Jubeln auf die Knie

Nachdem Jatta von seinen Kollegen in einer Jubeltraube begraben wurde, sank er auf die Knie, richtete seine Hände gen Himmel und dankte Gott. Er schien sein Glück nach so langer Leidenszeit selbst kaum fassen zu können. Aber dann …

Dank an Gott: Bakery Jatta nach seinem Treffer zum 1:0 für den HSV. imago/Beautiful Sports
Bakery Jatta bejubelt sein Führungstor für den HSV.
Dank an Gott: Bakery Jatta nach seinem Treffer zum 1:0 für den HSV.

Wäre ja auch zu schön gewesen. Doch Kiels Phil Harres hatte etwas dagegen und zerstörte die Vollendung des Märchens. Mit seinem wunderschön gezirkelten Freistoß traf er spät doch noch zum Ausgleich für die Gäste (118.). Da jubelten nur noch die knapp 6000 Kieler im mit 57.000 Fans ausverkauften Volkspark.

Kiels Harres besiegelte das Pokal-Aus gegen den HSV

Harres sollte es dann auch sein, der dem HSV im Elfmeterschießen den entscheidenden Stoß versetzte. Zuvor hatten zwar Rayan Philippe und Fábio Vieira für den HSV getroffen, während Hamburgs Keeper Daniel Peretz gegen Kiels Marko Ivezic parierte. Dann aber traf Muheim für die Heimelf nur die Latte und Aboubaka Soumahoro scheiterte an Holstein-Keeper Timon Weiner. So drehte Kiel das Ding. Harres ließ sich nicht zweimal bitten. Der Rest war Kieler Jubel.

Daniel Peretz hütete gegen Holstein Kiel das HSV-Tor. WITTERS
Daniel Peretz macht eine Ansage
Daniel Peretz hütete gegen Holstein Kiel das HSV-Tor.

Ein schwerer Schlag für den HSV und Coach Polzin, der sein Team im Vergleich zum Stuttgart-Spiel auf fünf Positionen verändert hatte. Neben Stammtorwart Heuer Fernandes und dem verletzten Torjäger Robert Glatzel erhielten auch Nicolás Capaldo, William Mikelbrencis und Albert Sambi Lokonga eine Pause. Peretz, Guilherme Ramos, Giorgi Gocholeishvili, Vieira und Ransford Königsdörffer rutschten in die Startelf und sollten sich gegen den Zweitligisten beweisen.

HSV-Trainer Polzin war nach dem Pokal-Aus enttäuscht

Eine zähe Nummer, in der der HSV der Partie zu selten seinen Stempel aufdrücken konnte. So blieb am Ende die bittere Pleite. „Das ist sehr enttäuschend, weil das Weiterkommen definitiv möglich gewesen wäre“, klagte Polzin. „Wir hatten das Momentum in der Verlängerung eigentlich auf unserer Seite. Es ist sehr, sehr bitter.“

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Viel Zeit, die Enttäuschung zu verdauen, bleibt dem HSV nicht. Bereits am Sonntag (15.30 Uhr, Liveticker auf mopo.de) kommt Werder Bremen zum Nordderby in den Volkspark, dann geht es um wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Gegen Kiel aber blieb dem HSV nur ein einzelner Gänsehautmoment – der am Ende in der Gesamtbetrachtung wertlos bleiben sollte.

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