„Schnell gesehen“: So beurteilt VfB-Star Vagnoman den HSV und Polzin

Josha Vagnoman im Duell mit Fabio Baldé
Ende November: Josha Vagnoman und der VfB Stuttgart verloren das Hinspiel gegen den HSV um Fabio Baldé (r.) mit 1:2.

Als Julian Nagelsmann kürzlich Josha Vagnoman für die deutsche A-Nationalmannschaft nominierte, freute sich auch der HSV. Im Volkspark wurde der gebürtige Hamburger groß und zum Profi, 2022 verabschiedete er sich zum VfB Stuttgart – und am Sonntag (17.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) trifft er zum zweiten Mal in dieser Saison auf seinen Heimatverein. In der MOPO verrät Vagnoman, ob es eine offene Rechnung gibt. Der 25-Jährige spricht über sein DFB-Comeback, Stuttgarts Erfolgsweg – und über seinen Ex-Coach Merlin Polzin.

MOPO: Sie spielen jetzt seit fast vier Jahren für den VfB. Ist Stuttgart mittlerweile Ihre Heimat – oder wird das für immer Hamburg bleiben?

Josha Vagnoman: „Ich bin in Hamburg geboren und aufgewachsen und bleibe ein Hamburger Junge. Gleichzeitig fühle ich mich in Stuttgart sehr wohl. Stuttgart ist zu meiner zweiten Heimat geworden.“

Wie oft sind Sie im Norden bei Ihrer Family?

„Vor allem in der Winter- und Sommerpause bin ich für längere Zeit in Hamburg. Während der Saison ist das etwas schwieriger und hängt auch von unserem Trainings- und Spielplan ab.“

Stuttgart ist für den gebürtigen Hamburger „zweite Heimat“

Wie ist es für Sie persönlich, in der Bundesliga gegen den HSV zu spielen?

„Die Spiele gegen den HSV sind immer etwas Besonderes für mich. Man freut sich auf die Menschen, die man von früher kennt. Dass das Duell jetzt in der Bundesliga stattfindet, freut mich natürlich umso mehr.“

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Haben Sie noch Kontakt zu HSV-Spielern? Mit Jungs wie Robert Glatzel, Daniel Heuer Fernandes, Miro Muheim oder Bakery Jatta haben Sie in Hamburg noch zusammengespielt.

„Nicht regelmäßig. Es sind vor allem Mitarbeiter aus dem Staff, zu denen ich noch Kontakt habe. Ich freue mich darauf, sie alle am Sonntag wiederzusehen.“

Josha Vagnoman: Hinspiel gegen den HSV ist „abgehakt“

Das Hinspiel in Hamburg hat der HSV Ende November mit 2:1 gewonnen – kurz vor Schluss und in Unterzahl. Gibt es da vor dem Rückspiel am Sonntag noch eine offene Rechnung?

„Die Niederlage im Hinspiel kurz vor Schluss war sehr bitter und unglücklich. Aber das Spiel ist abgehakt. Der HSV spielt eine gute Saison und ist für jeden Gegner unangenehm. Wir wissen, dass es keine einfache Aufgabe wird. Wir brauchen eine Top-Leistung, um die Punkte in Stuttgart zu behalten.“

Josha Vagnoman und Merlin Polzin am Rande des Trainingsplatzes
Josha Vagnoman und der damalige HSV-Assistent Merlin Polzin (r.) kennen sich aus gemeinsamen Zeiten im Volkspark.

Merlin Polzin war bei den HSV-Profis zwei Jahre lang Ihr Co-Trainer, von 2020 bis zu Ihrem Wechsel nach Stuttgart im Sommer 2022. Wie war Ihre Verbindung zueinander? Hätten Sie ihm damals schon zugetraut, dass er Cheftrainer in der Bundesliga werden kann?

„Er war bereits im Nachwuchsbereich als Trainer aktiv, als ich Jugendspieler war. Richtig kennengelernt habe ich ihn aber erst, als er zu den Profis kam und Co-Trainer wurde. Man hat schnell gesehen, dass er mit seinen Mannschaften einen spielerischen Ansatz verfolgt und einen entsprechenden Fußball spielen lassen möchte.“

Vagnoman trainierte unter Merlin Polzin und lobt Hoeneß

Nach der erfolgreichen Relegation gegen den HSV im Jahr 2023 legte der VfB einen beeindruckenden Weg hin: Vom Abstiegskandidaten zum Topteam der Bundesliga, das jetzt sogar europäisch spielt. Was sind die Hauptgründe für diesen Erfolg? Welche Rolle spielt Trainer Sebastian Hoeneß?

„Sebastian Hoeneß hat einen großen Anteil an der Entwicklung der Mannschaft in den vergangenen Jahren. Er geht auf unsere Stärken ein und hat eine klare Spielidee. Viele Spieler aus dem Kader haben sich unter ihm weiterentwickelt. Zudem haben wir einen guten Teamgeist und glauben an unsere Stärken.“

Josha Vagnoman
Josha Vagnoman und der VfB Stuttgart setzten sich 2023 in der Relegation gegen den HSV (hier Miro Muheim) durch.

Glauben Sie, der HSV kann einen ähnlichen Weg wie der VfB gehen in den nächsten Jahren?

„Ich würde es mir auf jeden Fall wünschen, dass sich der HSV nach dem Aufstieg stabilisiert und sich Schritt für Schritt in der Bundesliga etabliert. Der HSV gehört mit seinen Fans und der überragenden Stimmung im Volksparkstadion definitiv in die Bundesliga.“

DFB-Comeback nach drei Jahren: „Das war umso schöner“

Beim 2:1 gegen Ghana haben Sie zuletzt Ihr zweites A-Länderspiel absolviert – drei Jahre nach Ihrem ersten. Hat das zu lange gedauert? Oder überwiegt bei Ihnen die Freude über das Comeback in der Nationalelf?

„Es ist jedes Mal eine große Freude und Ehre, für die Nationalmannschaft spielen zu dürfen. Dass wir dann auch noch in Stuttgart gespielt und das Spiel gewonnen haben, war natürlich umso schöner.“

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Sie haben mittlerweile siebenmal in der Champions League und 90-mal in der Bundesliga gespielt. Wenn man Ihnen das erzählt hätte, als Sie im Jahr 2010 mit neun Jahren zum HSV gewechselt sind: Was hätten Sie da wohl gedacht?

„Als kleines Kind träumt man von Spielen in der Champions League und in der Bundesliga – und davon, einmal das Trikot der Nationalmannschaft tragen zu dürfen. Aber der Weg dorthin ist sehr weit. Wenn es dann so kommt und man diese Momente als Profi erleben und solche Erfahrungen sammeln darf, ist das etwas ganz Besonderes.“