HSV-Präsident Marcell Jansen schaut ernst
HSV-Präsident Marcell Jansen schaut ernst
  • Der Angezählte: Gegen HSV-Präsident Marcell Jansen liegen zwei Abwahlanträge vor.
  • Foto: WITTERS

Schicksalstag für HSV-Boss Jansen: Geht heute eine Ära zu Ende?

Geht am Samstag eine Ära zu Ende? Mit mehreren Unterbrechungen sind der HSV und Marcell Jansen seit 2008 eng miteinander verbunden. Zunächst schnürte der heute 37-Jährige bis 2015 sieben Jahre lang die Stiefel für die Profis, ab 2018 war er erstmals im Aufsichtsrat vertreten. Seine zweite Amtszeit als Präsident könnte heute im CCH enden – bei der Mitgliederversammlung liegen zwei Abwahlanträge gegen den Ex-Nationalspieler vor.

Jansen, so ist es zu vernehmen, war in den Stunden vor der Versammlung im Saal 1 des neuen CCH die Ruhe selbst. Dem Tagesordnungspunkt 19, bei dem gleich zwei Abwahlanträge gegen seine Person vorliegen, sieht er gelassen entgegen. Till Hischemöller und Ulrich Becker haben diese gegen Jansen eingereicht, es dürfte hitzig zur Sache gehen im Con­gress Center – und ungemütlich werden für den ehemaligen Linksverteidiger.

HSV-Boss Jansen wird Zögern bei Wüstefeld vorgeworfen

Der Aufsichtsrats-Boss habe in der Causa Thomas Wüstefeld (53) zu lange gezögert, seine Kontrollpflichten „grob fahrlässig verletzt“, heißt es im Antrag von Hischemöller. Vorwürfe, die Jansen naturgemäß zurückweist – zumal der Ex-Vorstand seinen Posten im September freiwillig räumte. Die Verfahren wegen Untreue und Betrug gegen Wüstefeld sind inzwischen von der Staatsanwaltschaft Hamburg eingestellt worden. Eine Entwicklung, die auch Jansen wahrgenommen hat.


MOPO

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Klar ist aber dennoch: Bei einer einfachen Mehrheit gegen seine Person stellt Jansen sein Amt zur Verfügung. Das hat er in den vergangenen Tagen mehrfach bekräftigt. Zu beschädigt sei das Vertrauen in den e.V. in jenem Fall. Szenarien, mit denen sich Jansen – der auch für die Neubesetzung des Aufsichtsrates, den mit Lena Schrum (32) die einzige Frau verlassen soll, kritisiert wird – im Vorfeld aber nicht beschäftigt. Der Blick soll nach vorne gehen, das möchte der Präsident auch bei seinem Bericht, Tagesordnungspunkt sieben, deutlich machen.

Jansen liegt über Kreuz mit HSV-Investor Kühne

Jansen sieht sich selbst gestärkt, die aktuell gute sportliche Situation – und die Verlängerungen von Vorstand Jonas Boldt (bis 2025) und Trainer Tim Walter (bis 2024) – sollen ein Faustpfand sein. Auch ein mögliches weiteres Engagement von Investor Klaus-Michael Kühne (85), mit dem Jansen auf Kreuz liegt, soll im CCH thematisiert werden. Über eine mögliche Änderung der Rechtsform wird Jansens Präsidiumskollege Michael Papenfuß (68) bei seinem Bericht sprechen.

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Der 21. Januar 2023, er könnte zum Schicksalstag für Jansen werden. Ab 11 Uhr geht es im CCH los, rund 800 Mitglieder dürften es am Ende werden, die über die Zukunft von Jansen beim HSV entscheiden. Die erste Amtszeit endete Anfang 2021 mit einem geschlossenen Präsidiumsrücktritt nach einem internen Streit. Endet die zweite, im August 2021 angetretene, nun am Samstag?

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