„Sah etwas böser aus“: HSV-Stürmer Poulsen entkam einer Rot-Premiere
Nach dem Abpfiff und trotz des 1:2-Endresultats hatten sich David Raum und Yussuf Poulsen wieder lieb. Der Kapitän von Leipzig und der Spielführer des HSV erschienen sogar zum kurzen Doppel-Interview bei DAZN, um über das Spiel und frühere Zeiten beim Brauseklub zu sprechen. Raum verlor dabei sehr wertschätzende Worte über seinen ehemaligen Mitspieler – dabei hatte Poulsen ihn knapp 20 Minuten zuvor ziemlich böse gefoult.
Es lief die 82. Minute, als der eine Viertelstunde zuvor eingewechselte HSV-Stürmer in der gegnerischen Hälfte versuchte, Raum vom Ball zu trennen. Statt dem Leder traf Poulsen aber nur den rechten Fuß von Raum, und das schräg von hinten mit offener Sohle. Der Linksverteidiger von RB ging sofort zu Boden, hielt sich an seinen äußeren Knöchel und krümmte sich auf Höhe der Seitenlinie vor Schmerzen. Und Poulsen? Der konnte diese Reaktion nachempfinden. Er hob sofort entschuldigend die Hand und akzeptierte die Gelbe Karte von Schiri Bastian Dankert.
„War unglücklich“: Für das Foul sah Poulsen die Gelbe Karte
„Das war unglücklich“, beschrieb Poulsen sein fahrlässiges Einsteigen im Nachgang. „David weiß, dass ich es nicht mit Absicht gemacht habe. Ich bin schon ein harter, aber kein unfairer Spieler.“ Ein Beleg für diese These: Während seiner nunmehr fast 13 Jahre im deutschen Profifußball hat Poulsen noch nie eine glatt Rote Karte gesehen. Im Trikot von RB flog er zweimal mit Gelb-Rot vom Platz – einmal in der Saison 2013/14 noch in der 2. Liga, und das andere Mal 2023/24 im DFB-Pokal. In der Bundesliga aber musste der Däne noch nie vorzeitig unter die Dusche.

Hätte er Raum am Sonntagabend etwas höher und/oder mit noch größerer Intensität getroffen, hätte Dankert wohl auch über Rot nachgedacht. So aber entkam Poulsen der bitteren Premiere gerade noch. Die Entschuldigung war dennoch angebracht. „Ich bin leider in seinen Socken hängengeblieben, deswegen sah es vielleicht ein bisschen böser aus als die Berührung am Anfang war“, erklärte Poulsen, der sich umgehend über den am Boden liegenden Raum gekniet hatte. „Ich habe mich entschuldigt. Das ist halt Fußball manchmal, wir sind trotzdem gute Freunde.“
RB-Kapitän Raum schwärmt: „Yussi war immer für mich da“
Das bewiesen dann auch die Worte von Raum nach dem 2:1-Auswärtssieg seines Teams. „Es ist immer schön, ihn zu sehen. Besonders für mich, weil Yussi mich in Leipzig – als ich da angekommen bin – gut aufgenommen hat“, erzählte der Nationalspieler. Raum war im Sommer 2022 von der TSG Hoffenheim nach Leipzig gewechselt, wo Poulsen schon seit neun Jahren war. In drei gemeinsamen RB-Jahren standen sie 70-mal gemeinsam auf dem Platz.
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Und während der jetzige HSV-Profi dem aktuellen Leipzig-Kapitän so manchen Assist zu verdanken hat, sagt Raum über Poulsen: „Er war immer für mich da, hatte ein offenes Ohr. Man kann viel von ihm lernen, besonders außerhalb des Platzes.“ Der 27-Jährige ist sich deshalb sicher: „Für den HSV ist Yussi ein riesiger Gewinn. Und er ist zurecht Kapitän geworden.“ Circa zwei Minuten nach dem Foul und dann noch mal nach dem Schlusspfiff umarmten sich die ehemaligen Kollegen freundschaftlich. Poulsen ärgerte sich über die Niederlage des HSV, nicht aber über eine Rote Karte. Eine zeitnahe Sperre droht ihm trotzdem – denn seit dem Foul an Raum steht er nun bei vier Gelben Karten.
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