Lothar Matthäus im Stadion im Gespräch mit Didi Hamann

Lothar Matthäus und Didi Hamann (r.) sind beide für Sky als Experte am Mikrofon. Foto: imago images/Laci Perenyi

„Richtig Probleme bereiten“: Hamann erklärt die HSV-Waffe gegen Bayern

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Der FC Augsburg hat vorgemacht, wie man dem FC Bayern als Abstiegskandidat ein Bein stellen kann. Nun zu erwarten, dass dem HSV dies am Samstag (18.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) im Volkspark ebenfalls gelingen wird, wäre vermessen. Aber für Überraschungen war das Stadion in dieser Saison ja schon ein paar mal gut. Und auch Didi Hamann hält eine Sensation für möglich – sofern der HSV eine seiner Waffen richtig einsetzt.

Im Rahmen des Stadtderbys gegen den FC St. Pauli blickte der Sky-Experte auch schon voraus auf das kommende Highlightspiel in Hamburg. Am Wochenende gastiert der Spitzenreiter aus München beim Tabellen-15. HSV, der laut Hamann nicht chancenlos ist. „Du musst mit dem Glauben dahingehen: Wenn alles passt, können wir etwas holen.“ Im Vorhinein zu resignieren, wäre fatal. Doch auf diese Idee kämen Merlin Polzin und sein Trainerteam auch nicht.

Sky-Experte Hamann: HSV muss auf Tempo-Profis setzen

Hamann findet, dass die HSV-Coaches eine Stärke des Kaders für sich nutzen sollten. „Was du gegen die Bayern brauchst, sind schnelle Spieler“, erklärt der Ex-Nationalspieler. „Und wenn du dieses Tempo hast, kannst du ihnen richtig Probleme bereiten.“ Dazu sei der HSV imstande – eben weil er über viel Geschwindigkeit in seinen Reihen verfüge. „Mit Dompé, Königsdörffer und Downs haben sie drei schnelle Spieler“, zählt Hamann auf. Das Problem: Diese drei Angreifer kämpften zuletzt mit Wehwechen oder einer Formkrise. Gegen St. Pauli blieb besagtes Trio blass – und auch Robert Glatzel, von dem Hamann großer Fan ist, machte die Offensive als Joker nicht gefährlicher.

Kölns Stürmer Ragnar Ache (2.v.l.) ärgerte den FC Bayern in dieser Saison bereits. imago images/Kirchner-Media
Die Köln-Profis jubeln im Pulk über ein Tor von Ragnar Ache
Kölns Stürmer Ragnar Ache (2.v.l.) ärgerte den FC Bayern in dieser Saison bereits.

Ähnlich robust, aber kleiner, wendiger und schneller als Glatzel ist Kölns Sturmkante Ragnar Ache. Und der 27-jährige 1,83-Meter-Mann hat in dieser Saison schon zweimal Anschauungsunterricht geliefert, wie man Münchens Verteidiger um Jonathan Tah und Dayot Upamecano erfolgreich bearbeitet. „Man hat gesehen, wie ein Spieler wie Ache den Bayern Probleme bereiten kann – in der Liga und auch schon im Pokal vor einigen Wochen“, weiß Hamann.

„Hat Chaos angerichtet“: Ache machte es dem HSV vor

Beim Pokalspiel des 1. FC Köln gegen den FCB im Oktober (1:4) hatte Ache den Underdog in Führung gebracht, und auch beim Duell in der Liga (1:3) sorgte er vor zwei Wochen für Unruhe. „Der hat da Chaos angerichtet in der ersten Halbzeit“, sagt Hamann, der glaubt, „dass die Jungs vom HSV dazu auch in der Lage sind“. Unter einer Bedindung.

Ebendiese heißt: „Du musst natürlich deine Chancen nutzen.“ Das macht aus Hamburger Sicht wenig Hoffnung mit Blick auf Samstag. Denn wenn der HSV in den vergangenen Wochen eines nicht wahr, dann offensiv konsequent. Beim 0:0 gegen Gladbach reichten 27 Torschüsse nicht – und bei der Nullnummer im Derby trafen Polzins Profis in der Offensive zu viele falsche Entscheidungen. Das muss gegen die Bayern, die die beste Abwehr der Liga haben und nicht viel zulassen, anders sein. „Chancen wird der HSV aber kriegen“, prognostiziert Hamann. So erging es nicht nur Augsburg gegen die Münchner, sondern zuvor auch schon dem 1. FSV Mainz 05 und dem VfL Wolfsburg.

Sensation gegen die Bayern? „HSV muss im Spiel bleiben“

Die Auftritte der 05er, die den Bayern im Dezember auswärts ein 2:2 abrangen, und der „Wölfe“, die zum Jahresstart zwar mit 1:8 in der Allianz Arena untergingen, bis zur Halbzeitpause (1:2) aber erfolgreich dagegengehalten hatten, seien für den HSV ein Hoffnungsschimmer, findet Hamann. „Du musst schauen, dass du im Spiel bleibst“, fordert der 52-jährige Sky-Experte. Am Samstagabend wird Hamann gespannt in den Volkspark blicken – er kennt die Wucht des Stadions, die den HSV tragen kann. „Mit dem Publikum im Rücken – wer weiß?“, sagt Hamann deshalb. Der Nord-Süd-Klassiker werde für Polzins Mannschaft „ein Bonusspiel, da wird niemand etwas erwarten“. Und auch wenn eine Sensation unwahrscheinlich sei: „Ich glaube immer, dass da etwas möglich ist.“ Selbst gegen die Bayern.

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Polzin schielt ebenfalls auf eine Überraschung. „In acht von zehn Spielen läuft es wie im Hinspiel“, sagt der Trainer mit Blick auf die deftige 0:5-Klatsche im September. „Aber vielleicht ist es diesmal das neunte oder zehnte Spiel.“

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